Am Freitag, dem 11.11., begann in New York die Schachweltmeisterschaft zwischen Champion Magnus #Carlsen und Herausforder Sergey #Karjakin. Seitdem sind vier von den insgesamt zwölf angesetzten Partien gespielt worden. Und obwohl bisher alle vier Spiele im Remis endeten, so nahm nicht jede Partie den selben Verlauf an. Hier nun die gespielten Partien im Überblick.

Partie 1: Anfängliche Nervosität

Die größte Überraschung beim Auftakt der WM bildete die Eröffnung: Magnus Carlsen mit Weiß spielte den auf Großmeister-Level selten angewandten Trompowski-Angriff. (Aufgrund des vorangegangenen Wahlsieg von Donald Trump wurde dies mitunter auch spaßhaft zur „Trump-owski-Eröffnung“ deklariert.) Danach verflachte die Partie recht schnell, wobei Karjakin ein minimal schlechteres Endspiel ohne Mühe remisieren konnte.

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Den Spielern sei jedoch verziehen: Bei einer WM steht viel auf dem Spiel, weshalb ein Abtasten in der ersten Partie eigentlich auch zu erwarten war.

Partie 2: Langsames Abtasten

Die erste Partie, die Herausforderer Karjakin mit Weiß eröffnete, verlief ebenfalls nicht besonders ereignisreich. Ebenso wie Partie drei und vier wurde hier mit der spanischen Eröffnung begonnen. Doch Karjakin versuchte nicht besonders viel, um den amtierenden Weltmeister in Bedrängnis zu bringen. Stattdessen verflachte das Spiel relativ schnell und die Kontrahenten einigten sich fix auf Unentschieden. Auf der Pressekonferenz nach der Partie entschuldigte sich Carlsen bei den Zuschauern: „Das ist ein langes Match, es wird nicht in jeder Partie ein Feuerwerk geben!“. Die nächsten Spiele wurden da schon brisanter.

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Partie 3: Magnus Carlsen nur knapp am Sieg vorbei

Das dritte Aufeinandertreffen gefühlt eine Steigerung um 500%, was die Attraktivität der #Schach-WM für die Zuschauer angeht. Geschlagene 6,5 Stunden wurde gekämpft, ehe man sich auf Remis einigte. Dabei kam Magnus Carlsen dem Sieg zum Greifen nah, Schachcomputer sagten bereits den zwangsweise eintretenden Gewinn des Norwegers voraus. Doch sein russischer Gegner bestrafte Ungenauigkeiten von Carlsen und verteidigte seine Stellung zäh. Karjakin musste dafür sogar eine Leichtfigur opfern, bekam dafür jedoch Kompensation in Form eines starken Freibauern, die für die Punkteteilung ausreichte.

Partie 4: Sergey Karjakin – das Verteidigungsgenie

In der dritten spanischen Partie in Folge wurde es bereits im Mittelspiel spannend, als Karjakin einen Abtausch initiierte, der das Brett in Flammen aufzugehen lassen drohte. Jedoch entschied sich der Herausforderer dann doch noch einmal anders, und lenkte in fragwürdige Stellungsbilder ein. Wie in der Partie zuvor stand Karjakin danach deutlich schlechter und musste stundenlang um sein Remis kämpfen.

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Doch erneut konnte Magnus Carlsen nicht seine bessere Stellung in einen vollen Punkt umwandeln.

Bisher verläuft die Weltmeisterschaft ungefähr so, wie sie im Vorfeld auch zu erwarten gewesen war. Carlsen gilt als Spieler, welcher sich im Mittelspiel einen minimalen Vorteil erarbeitet und ihn dann im Endspiel erstaunlich oft konvertieren kann. Karjakin hingegen schlittert oft häufig in leicht schlechtere Positionen hinein, welche er jedoch zu gut wie kein Zweiter verteidigen kann. Genau dies spiegelten die Partien drei und vier ziemlich gut wieder, beide Male mit glücklicheren Ende für Karjakin. Da bleibt es abzuwarten, wie die kommenden Partien verlaufen werden.

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