Inzwischen wurden sechs Partien gespielt bei der #Schach-WM zwischen Magnus #Carlsen und Sergey #Karjakin. Und bisher konnte in keiner Partie ein Sieger gefunden werden, alle Partien endeten im Remis. Während der ersten vier Spiele war es tendenziell Magnus Carlsen, der einem Sieg nahe kam.

In der fünften Runde bekam hingegen Herausforderer Karjakin eine Chance, den amtierenden Weltmeister in Bedrängnis zu bringen, jedoch ohne Erfolg. Runde sechs zeigte Carlsen dann, dass er sich auf die Weltmeisterschaft bestens vorbereitet hatte und spielt mit den schwarzen Steinen souverän Remis. Doch der Reihe nach.

Partie 5: Karjakin zum ersten Mal mit Chancen

In der fünften Runde führte Magnus Carlsen die weißen Steine und wählte die italienische Eröffnung. Im Gegensatz zu den drei vorherigen Partien, in denen die spanische Eröffnung gewählt wurde, war dies eine Neuerung. Und noch etwas war anders bei diesem Spiel, wie Großmeister Daniel King bei seiner Analyse erklärt: „Bisher versuchte Carlsen die Partien mit nachhaltigem Druck zu gewinnen. Aber heute, bei der fünften Partie, hat er etwas anders gespielt. Von Anfang an versuchte er anzugreifen, er hat mit viel Energie gespielt." Karjakin hatte jedoch keine Mühen, die Stellung zu verteidigen, und bekam um den 40. Zug herum sogar selbst Chancen, anzugreifen. Der Herausforderer opferte einen Bauern, um Initiative zu erhalten. Doch danach führte Karjakin etwas ungenau fort und Carlsen konnte mit einem Gegenopfer in eine ausgeglichene Stellung abwickeln. Zunehmlich verflachte danach die Stellung und schon bald einigten sich die beiden auf ein Remis. Wer von der Partie noch eine ausführliche Großmeisteranalyse benötigt, kann sich diese in einem Video ansehen:

Partie 6: Blitzremis dank Carlsens Vorbereitung

Das sechste Spiel der Weltmeisterschaft wurde von Sergej Karjakin abermals mit der spanischen Verteidigung eröffnet. Dies ist bereits das vierte Mal, dass diese Anfangszugfolge bei dieser Weltmeisterschaft gewählt wurde. Und lange Zeit folgten die beiden der Zugfolge von ihrer vierten Partie, bis Carlsen im neunten Zug davon abwich. Carlsen opfert, dem Marshall-Gambit nicht unähnlich, einen Zentrumsbauern und erhält dafür starkes Figurenspiel. Dabei wirkte es so, als ob Carlsen diese Variante sich im Vorfeld deutlich tiefer angesehen hatte als sein Herausforderer. Denn das erste Mal wirklich lange überlegen musste Karjakin bei Zug 15, als er elf Minuten für einen Zug verbrauchte. Der Weltmeister hingegen musste für keinen der insgesamt 32 gespielten Züge länger als fünf Minuten aufbringen. Und so endete dann die Partie bereits nach zwei gespielten Stunden im Remis, was auf Großmeisterniveau als Erfolg für die schwarzen Steine zu werten ist. Auch zu diesem Spiel kann man sich eine Großmeisteranalyse geben:

Es sind also sechs Partien zu Ende, Halbzeit also bei der Schachweltmeisterschaft. Weiter geht es am Sonntag, den 20. November, 20 Uhr MEZ, wo Karjakin erneut mit den weißen Steinen eröffnen wird. Wird es dann einer der beiden Parteien gelingen, einen Sieg davonzutragen?

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