Magnus #Carlsen hat es noch einmal geschafft: In den letzten vier regulären Partien konnte er das Match ausgleichen und seinen Herausforderer Sergey #Karjakin in die Verlängerung ziehen. Dabei lief Partie neun überhaupt nicht nach dem Geschmack des Norwegers. Denn auf der anschließenden Pressekonferenz gestand Carlsen, glücklich mit dem erreichten Remis zu sein. In dem zehnten Spiel dieser Schach-WM gelang Carlsen der Ausgleich, nachdem Karjakin die Möglichkeiten von dem Weltmeister unterschätzte. Dabei hätte der Herausforderer zwischenzeitlich das Unentschieden erzwingen können. Die letzten beiden Spiele, Partien elf und zwölf, waren schachlich eher unbedeutend; der psychologische Druck der beiden Spieler forderte seinen Tribut.

Partie 9: Karjakin kurz vor dem K.O.-Schlag

Wie schon so oft bei dieser Schachweltmeisterschaft begann die Partie mit der Spanischen Eröffnung. Und dabei folgten beide Spieler einer Theorievariante, welche sich über zwanig Züge erstreckte. Doch in diesem Bereich kannte Karjakin diese Stellungen wohl besser als Carlsen und erlangte schon bald einen annehmbaren Vorteil. Dieser maximierte sich im 38. Zug, in dem Magnus seine Verteidigungsfiguren einen Augenblick lang etwas unkoordiniert zurücklassen musste. Sergey Karjakin fand den wohl nur objektiv zweitstärksten Zug, woraufhin er mit leichtem Vorteil ins Endspiel gehen konnte. Die restliche Partie konnte Carlsen weltmeisterlich verteidigen und bewahrte sich dadurch seine Chancen, den Titel zu verteidigen. Seht hier eine Großmeisteranalyse:

Partie 10: Carlsen gleicht aus!

In der zehnten Runde gelang Magnus Carlsen nun der Ausgleich in diesem umkämpften Match. Abermals mit einer spanischen Eröffnung gestarteten Partie, lenkte Carlsen schon bald ein Wege ein, die Abseits der Theorie lagen. Die Idee dahiner ist natürlich, Karjakin so früh wie möglich aus seiner Vorbereitung zu locken und einfach Schach zu spielen. Jedoch versprechen Nebenvarianten bei präzisem Spiel jedoch nur selten Vorteil für Weiß, weshalb Schwarz schon bald zumindest nicht schlechter stand. Tatsächlich hätte Schwarz mit einer feinen Kombination bereits frühzeitig das Remis erreichen können. Doch Karjakin verrechnete sich dabei leicht, weshalb er Abstand von der Remisvariante nahm. Stattdessen lenkte der Herausforderer in ein leicht schlechteres, aber dennoch haltbares Endspiel ab. Doch Karjakin übersah einen Moment lang die Drohungen des Gegners, und Carlsen schlug dann zu. Er öffnete das Spiel und konnte die Partie in ein gewonnenes Endspiel hineinsteuern, welches er mit Bravour gewann.

Partie 11 und 12: Der große Psycho-Test

Die letzten beiden regulären Partien dieses WM-Kampfes wurden unter großer psychologischer Anspannung gespielt. Denn es ist klar: Derjenige, der sich nun einen Schnitzer erlaubt, droht, diesen Wettkampf auf der Stelle zu verlieren. So kommt es vielleicht nicht überraschend, dass die letzten beiden Partien relativ schnell in ein Remis mündeten. Minimale Spannung bot vielleicht noch die elfte Runde, in der Carlsen scheinbar einen kleinsten Vorteil erhaschen konnte. Doch alle Bemühungen, die Partie für sich zu entscheiden, wurde von Karjakin recht simpel mittels Dauerschach widerlegt. In der letzten Runde wurde effektiv gar nicht mehr gekämpft. Nach 30 Zügen und vielleicht 45 Minuten Spielzeit wurde die Friedenspfeife geraucht.

Schach-WM geht ins Tie-Break

Sowohl Karjakin als auch Carlsen konnten jeweils eine Partie für sich entscheiden, dazu gab es noch zehn Remisen. Doch wie geht es nun weiter? Am 30. November findet der entscheidende Stichkampf statt. Zunächst sind vier Schnellschachpartien (25 Minuten + 10 Sekunden/Zug) angesetzt. Steht es danach Unentschieden, geht es mit fünf Mini-Matches (jeweils zwei Partien) im Blitzschach weiter (5 Minuten + 3 Sekunden pro Zug). Endet jedes Blitzmatch Unentschieden, wird die Armageddon-Partie gespielt. Weiß hat fünf Minuten Zeit, Schwarz vier. Kann Weiß nicht gewinnen, so ist Schwarz der Sieger und damit Weltmeister.

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