Der US-amerikanische Spieler Wesley So führt nach fünf Runden weiterhin alleine das London Chess Classic als alleiniger Spitzenreiter an. Nach seinen beiden Siegen in den ersten Runden spielte So in den nächsten Runden dreimal Remis. Diese Resultate reichen aus, um mit 3,5 Punkten aus bisher fünf gespielten Partien weiterhin seine Konkurrenten hinter sich zu lassen. Damit wird es auch immer unwahrscheinlicher, dass Wesley So sich den Sieg in der Grand Prix-Wertung der Grand Chess Tour nehmen lassen wird.

Nakamura rollt das Turnier von hinten auf

Für den letzten Funken Spannung bei der Grand Chess Tour sorgt derzeit Sos ärgster Verfolger, sein Landsmann Hikaru #Nakamura.

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Ihm gelang es immerhin, nach seiner anfänglichen Schlappe gegen eben Wesley So in den Runden drei und vier vom #London Chess Classic zwei Siege hintereinander einzufahren. Mit diesen Ergebnissen steht Nakamura somit bei drei Zählern aus fünf Partien und hat damit nur einen halben Punkt Rückstand auf den Erstplatzierten. Jedoch reicht ein Turniersieg für Nakamura nicht aus, um die Grand Chess Tour für sich entscheiden zu können. Der Vorsprung in dieser Wertung ist bereits für So so groß, dass er den fünften Platz oder schlechter belegen müsste, um seinen Gesamtsieg zu gefährden. Realistisch gesprochen müsste also Nakamura in den verbleibenden vier Spielen mindestens zwei Partien gewinnen, wohingegen So zwei Partien verlieren müsste. Dieses Ereignis ist zwar durchaus möglich, aber vor allem bei Sos derzeitiger guter Form nicht besonders wahrscheinlich.

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Topalovs rabenschwarzes London Chess Classic

Ein anderer Spieler im Feld hingegen besitzt alles andere als eine herausragende Form: Veselin #Topalov. Aus den bisher gespielten fünf Partien konnte Bulgare sich gerade einmal einen halben Zähler erspielen; vier der fünf Matches gingen verloren. Nach dem Kandidatenturnier für die Weltmeisterschaft 2016 ist dies das zweite Turnier in diesem Jahr mit einem desolaten Ergebnis. Nach dem Turnier witzelte der Ex-Weltmeister, dass es sein Ziel sei, am Ende des Jahres noch über 2700 Elo-Punkte zu besitzen. Dieses Ziel scheint er wohl zu erreichen, jedoch steht er im Live-Rating derzeit „nur“ bei 2742 Punkten auf Platz 20 der Weltrangliste. Zum Vergleich: Vor einem Jahr stand Topalov mit 2803 Punkten auf Rang zwei hinter Magnus Carlsen.

Ergebnisse und Tabelle des London Chess Classics

So gingen die einzelnen Runden aus:

Runde 3:

  • Aronian - So ½:½
  • Caruana - Kramnik ½:½
  • Nakamura - Anand 1:0
  • Vachier-Lagrave - Topalov ½:½
  • Adams - Giri ½:½

Runde 4:

  • Giri - So ½:½
  • Kramnik - Vachier-Lagrave ½:½
  • Caruana - Aronian ½:½
  • Anand - Adams ½:½
  • Topalov - Nakamura 0:1

Runde 5:

  • So - Anand ½:½
  • Vachier-Lagrave - Caruana ½:½
  • Nakamura - Kramnik ½:½
  • Aronian - Giri ½:½
  • Adams - Topalov 1:0

Damit ergibt sich folgender Zwischenstand:

  • 1. Platz: So: 3½ Punkte
  • 2-5. Platz: Caruana, Nakamura, Aronian, Kramnik: 3 Punkte
  • 6-7. Platz: Anand, Giri: 2½ Punkte
  • 8.-9. Platz: Vachier-Lagrave, Adams: 2 Punkte
  • 10. Platz: Topalov: ½ Punkt

Es ist somit noch alles offen bei diesem herausragend besetzten Turnier in London, denn immerhin sind noch vier weitere Runden zu spielen.

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Zu verfolgen sind die weiteren Partien weiterhin auf chess24.com sowie der offiziellen Homepage des Turniers.

Hier gibt es die Runden 1 und 2 zum Nachlesen