Im Juli 2016 kamen erstmals Ergebnisse von Ermittlungen gegen russische Sportler aufgrund des Verdachts auf #Doping an die Öffentlichkeit. Die Ermittlungen wurden im Rahmen einer Enthüllungskampagne des damaligen Leiters des Moskauer Anti-Doping Labors Grigoti Rodtschenkow aufgenommen und von dem Kanadier Richard McLaren geleitet. Neben einer Welle der Empörung geschah allerdings nicht viel, obwohl Beweise für rund 650 gedopte Sportler vorgelegt wurden. Unter anderem lag dies an einer sehr kurzen Untersuchungszeit von 57 Tagen.

Die neuen Erkenntnisse

Die neuen Ermittlungsergebnisse der WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur) weisen über 1000 Athleten aus 30 Sportarten Doping nach, welches durch das russische Sportministerium vertuscht wurde.

Werbung
Werbung

McLaren bezeichnet das Vorgehen als „institutionelle Verschwörung“ an dessen Spitze der russische sportverantwortliche Politiker Witali Mutko steht.

Dem Bericht nach wurden alleine in Sotschi zwölf Medaillen (davon vier Goldmedaillen) von Sportlern mit positiven Dopingtests errungen. Ebenfalls betroffen sind die Sommerspiele in London (15 Medaillengewinner) und die Leichtathletik-WM in Moskau. Dies geht aus über 1160 Dokumenten hervor. Womöglich sind also noch erheblich mehr Sportler der russischen Teams betroffen, denn McLaren sagte außerdem: „Wir hatten nur Einsicht in einen kleinen Teil der Daten“.

Verantwortlich soll das Sportministerium, die Nationale Anti-Doping-Agentur (RUSASA) und der russische Geheimdienst sein. Dem Bericht nach sollen die Sportler entweder selbst gedopt haben oder von einer der verantwortlichen Parteien geschützt worden sein.

Werbung

Sind Folgen möglich?

Bei Veröffentlichung des Berichts im Juli, wurde vom IOC (International #Olympic Committee) keine Maßnahmen ergriffen, allerdings werden nun die Anschuldigungen in zwei getrennten Kammern untersucht und ausgewertet.

Der Chef des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Clemens Prokop, fordert indes, dass der „russische Sport bis zu einer glaubwürdigen Veränderung von allen internationalen Meisterschaften und Olympischen Spielen ausgeschlossen wird“.

Sollte ein kompletter Staat seine Sportler für Spiele systematisch gedopt haben, wäre dies ein riesiger Skandal. Nicht nur für #Russland, auch für den IOC. Ein Vertrauen in russische Sportler wäre damit hinfällig, sollten sie überhaupt weiterhin an den Spielen teilnehmen dürfen. Bisher steht eine Stellungnahme Russlands noch aus aber aus bereits bekannten Ereignissen heraus, liegt die Vermutung nahe, dass sie die Vorfälle oder auch Verstrickungen abstreiten. In den Berichten von McLaren wurde der Name Putins bislang nicht genannt. Eine Frage die also noch offen ist, ist ob die Intention für diese Maßnahmen vielleicht sogar vom Kreml ausgingen. Wir werden sehen, in welcher Form der IOC diesmal eine Entscheidung fällt.