Die chinesische Liga rüstet weiter kräftig auf. Tevez, #oscar, Hulk, Witsel und bald auch Podolski? Nur ein paar Namen der zuletzt getätigten Mega-Transfers. Immer mehr Fußballprofis folgen dem Geld aus Asien, gefährden ihre sportliche Entwicklung oder kassieren im Herbst ihrer Karriere noch einmal richtig ab. Letzteres ist ihnen nicht einmal zu verübeln, wären sie im Nachgang ehrlich zu sich selbst und vor allem der Öffentlichkeit. Nicht selten kommt es vor, dass einige Stars bei ihrer Vorstellung betonen, wie sehr sie sich doch auf die sportliche Herausforderung freuen würden. Es sei ein "Traum" endlich für den neuen Verein auflaufen zu dürfen.

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Welcher realistisch denkende Mensch kauft ihnen solche Aussagen ab? Ausgestattet mit aberwitzigen Millionen-Gehältern in Höhe von bis zu 40 Millionen Euro pro Jahr, entscheiden sie sich für eine bis dato unattraktive Liga und geben sportliche Perspektiven vorerst auf.

Mega-Ablöse für Chelsea-Star

Oscar, eigentlich brasilianischer Nationalspieler und vergangene Saison Stammspieler beim aktuellen Tabellenführer Englands, FC Chelsea, wechselte jüngst für sage und schreibe 60 Millionen Euro Ablöse zum chinesischen Klub Shanghai SIPG. Der abgebende Verein aus London stellt damit einen Klubrekord auf, der Brasilianer ist der teuerste Abgang aller Zeiten. Aus ökonomischen Gesichtspunkten durchaus eine Erfolgsgeschichte. Einen Verlierer gibt es dennoch. Der Fußball als Volkssport, der viele Kinder, Jugendliche und Fans begeistert und somit eine gesellschaftliche Verantwortung hat, verliert an Glaubwürdigkeit.

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Solche Transfers werfen ein schlechtes Licht auf den Fußball, weil sie auf Außenstehende irreal wirken. Äußerungen des Dribbelkünstlers wie: „Ich komme nicht wegen des Geldes“, oder „es war immer ein Traum für mich, für einen Klub wie Shanghai zu spielen“, lassen an der Ehrlichkeit des Sports und seinen Akteuren zweifeln. Der zuletzt vom Londoner Trainer Antonio Conte wenig berücksichtigte Oscar sieht in der chinesischen Liga eine ernsthafte Möglichkeit, sich für eine Rückkehr in die brasilianische Nationalmannschaft zu empfehlen. Inwiefern sich dieser Wunsch mit einer qualitativ deutlich schlechteren Liga verwirklichen lässt, bleibt abzuwarten.

England als negativer Vorreiter

Selbst die durch den neuen Fernsehvertrag neureiche englische Premier League scheint mittlerweile die irrsinnigen Summen aus Fernost zu fürchten. Doch waren es nicht gerade sie, die den Ball ins Rollen brachten? 120 Millionen überwies Manchester United vergangenen Sommer an Juventus Turin. Da lassen einen selbst die zuletzt kolpotierten 300 Millionen aus China für eine Verpflichtung von Superstar Christiano Ronaldo kalt.

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Die handelnden Akteure, vor allem aus China und England sollten schnellstmöglich zur Realität zurückkehren, sonst kratzen sie mittelfristig die Milliardengrenze. Klingt im ersten Moment utopisch, aber was ist heutzutage im Business Fußball schon unmöglich? Sollte ein Wechsel von Lukas Podolski nach China tatsächlich zustande kommen, verlieren wohl auch die letzten Traditionalisten ihren Glauben an das Gute im Fußball. #Transfer #premierleague