Es ist die Offenbarung des Tages, als Lukas #Podolski am späten Donnerstagmorgen in seinem Post auf Facebook die Transferbombe platzen lässt: Er wird ab nächster Saison nicht mehr für #Galatasaray Instanbul spielen, verkündete er auf Englisch und Türkisch.

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Stattdessen wird er zum Vissel Kobe nach #Japan in die J-League wechseln. Ein Post mit weitreichenden Folgen...

Podolski wird zum Globetrotter: "JA" zu Japan!

Lukas Podolski und Galatasaray: Doch keine so große Liebe?

Erst vor knapp anderthalb Jahren (im Sommer 2015) wechselte Podolski vom Arsenal London zu Galatasaray Instanbul. Bei den Löwen wirkte er wieder motiviert, überwand in kürzester Zeit seine Torkrise, die er zuvor beim FC Arsenal als auch beim Inter Mailand, zu der er zeitweise ausgeliehen wurde, erleben musste. Mit seinen 17 erzielten Toren und 9 gegebenen Vorlagen in allen Wettbewerben wurde er zum Topscorer des türkischen Vereins.

Nun verlässt er den Verein aus - wie es scheint - keinerlei Gründen. Denn Podolski selbst erklärte, dass er seine Entscheidung nicht gegen Galatasaray traf, sondern alleinig aus dem Grund, eine neue Herausforderung annehmen zu wollen. Zum richtigen Zeitpunkt wolle er dann mehr diesbezüglich sagen. Ob es diesen "richtigen Zeitpunkt" aber jemals geben wird, ist unklar.

Politischer Grund: Wird Podolski bezüglich Galatasaray nun doch zum Gomez-Nachahmer?

Mario Gomez, der sich im Sommer 2016 nach einem Jahr Besiktas Instanbul für einen Wechsel aussprach und damit die Ausleihe mit möglicher Kaufoption von seinem damaligen Verein AC Florenz beendete, tat dies aus keinerlei sportlichen Gründen, wie T-Online im vergangenen Juli berichtete. Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei solle Gomez Angst vor weiteren Unruhen gehabt haben, wie er erklärte: "Der Grund dafür ist ausschließlich die politische Situation! Weder sportliche noch andere Gründe haben mich dazu bewegt. Einzig und allein die schrecklichen Geschehnisse der letzten Tage."

Von Mario Gomez' Entscheidung hielt Lukas Podolski, der dem Wechsel Gomez' vom AC Florenz nach Besiktas immer sehr positiv gegenüber gestanden hatte, überhaupt nicht viel. In Bezug auf seine Person und einem möglichen Verlassen von Instanbul à la Gomez meinte Podolski: "Wenn jemand von einer Brücke springt, muss ich ja nicht hinterher springen. Ich muss ja nicht Dinge machen, die andere vormachen."

Politische Situation wird immer schwieriger

Ist vielleicht ein entscheidender Aspekt für die Entscheidung Podolskis die immer schwieriger werdende politische Situation in der Türkei? - Angesichts der geplanten Verfassungsänderung von Recep Tayyip Erdogan hin zu einem Präsidialsystem, über die die türkische Bevölkerung in Form eines Referendums Anfang April abstimmen wird, wird von Politikwissenschaftlern die Entwicklung der Türkei hin zu einer Autokratie erwartet. Nicht nur durch diese, sondern wohl auch durch in Festnahme des deutsch-türkischen Welt-Korrespondenten Deniz Yücel in Untersuchungshaft, die die deutsch-türkische Beziehung noch mehr als ohnehin schon belastet, könnte Podolski erahnen, dass es in seinem Noch-Wohnort Instanbul wohl bald ganz anders zugehen könnte.

Anschlagsgefahr in Instabul - deswegen kein Galatasaray mehr?

Des Weiteren wurde Instabul in den vergangenen Monaten immer wieder von Anschlägen heimgesucht. Der Sport Bild zufolge, sagte Podolski jedoch schon im März 2016: „Es ist doch klar, dass ich keine Lust darauf habe, ständig in Sorge zu sein. Wenn die Bedrohung so nahe kommt, macht man sich natürlich Gedanken. Ändern kannst du jedoch dennoch nichts." Und weiter: "Es wäre aber doch fahrlässig, wenn ich mir angesichts der Anschläge keine Gedanken machen würde. Ich bin nicht nur Fußball-Profi, sondern auch Familien-Vater. So etwas lässt keinen Menschen kalt, wenn das in seinem Lebensumfeld passiert. Egal, wer oder wo er ist."

Wechsel zugunsten der eigenen Familie? - Ein vorstellbares Szenarium, bedenkt man, dass er seit EM-Beginn im Jahr 2016 nun auch noch Vater seiner kleinen Tochter Maya ist.