Aus einem Artikel von "TAG24" geht hervor, dass der FC St. Pauli für das Entrollen eines geschmacklosen Banners seiner Ultras beim Spiel am 12. Februar gegen die SG #Dynamo Dresden, wohl mehr als glimpflich davongekommen ist.

Werbung

Verhöhnung der Dresdner Opfer

Der Hamburger Zweitligist muss für den Schriftzug "Eure Großeltern haben schon für Dresden gebrannt - gegen den doitschen Opfermythos" gerade einmal 5000 Euro Geldstrafe bezahlen. Umgehend nach der Partie hatte der DFB Ermittlungen eingeleitet.

Vergleichsweise lächerliche Strafe

Zwar hatte sich der Verein nach dem Spiel schriftlich und persönlich entschuldigt, trotz alledem ist diese Strafe geradezu lächerlich.

Werbung

Denn beim DFB steht, wenn der Tatbestand einer Diskriminierung erfüllt ist, eine Mindeststrafe von 18.000 Euro zu Buche. Die Frankfurter Eintracht musste nach einem Spiel im Oktober 2011, als die Ultras des Vereins ein Banner mit dem Schriftzug, "Bomben auf Dynamo" im Hintergrund mit der Silhouette der Stadt entrollt hatten, 20.000 Euro Strafe zahlen.

Der Hamburger Klub hat dem Urteil bereits zugestimmt. Die Verantwortlichen des Vereins beteuerten auf ihrer Homepage, dass man den Vorfall zwischen den Vereinsgremien und der Fangruppierung aufarbeiten wolle. Zudem sprach man von einer missverständlichen Formulierung, um im gleichen Laut zu erwähnen, dass man die Kritik am Opfermythos nicht in Frage stelle. Daher will der Verein eine Veranstaltung zu dem Thema Opfermythos und Geschichtsrevisionismus zu initiieren.

Eindruck erweckt, dass DFB politisch nicht unbefangen ist

Eine ernst gemeinte Entschuldigung sieht wohl anders aus, könnte man meinen. Für die meisten Dresdner ist es nicht ersichtlich, was an der Formulierung "Eure Großeltern haben schon für Dresden gebrannt" missverständlich ausgedrückt sein soll.

Werbung

Dieser Satz ist eine klare Botschaft, die auch für viele Außenstehende zu verstehen ist. Eine Veranstaltung zu dem Thema Opfermythos und Geschichtsrevisionismus spielt wohl eher dem St. Pauli in die Hände, als dass man versucht, ernsthaft über das eigene Fehlverhalten nachzudenken.

Beim DFB muss man sich die Frage stellen, ob auch hier politisch mit zweierlei Maß gemessen wird. "Bomben auf Dresden" kostet Eintracht Frankfurt 20.000 Euro. Aber ein Banner von St. Pauli über brennende Bombenopfer kostet nur 5000 Euro, da man ja im Anschluss den Opfermythos kritisiert. Auf jeden Fall wird hier der Eindruck erweckt, dass der DFB bei seinen Urteilen politisch nicht unbefangen zu sein schein. #Fußball