Rekordsommer 2017

Noch nie wurde auf dem europäischen Transfermarkt so viel Geld ausgegeben wie im Sommer 2017. Mannschaften wie Paris St. Germain oder auch der AC Mailand haben ganz tief in die Tasche gefriffen, um ihren Kader mit neuen Spielern auszurüsten. Von derarten Summen hat sich der FC Bayern auch in dieser Transferphase bewusst fern gehalten. Dennoch wurde mit der Verpflichtung von Corentin Tolisso und der damit verbundenen Ablösesumme in Höhe von 41,5 Millionen Euro ebenfalls ein neuer Rekord aufgestellt.

Ein Blick auf den Saisonstart erlaubt eine erste Bewertung der Sommertransferpolitik des Rekordmeisters.

Niklas Süle

Schon Anfang des Jahres stand fest, dass Niklas Süle die TSG Hoffenheim im Sommer Richtung München verlassen wird.

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Uli Hoeneß bezeichnete die Vepflichtung als "Investition in die Zukunft". Bereits in Hoffenheim unter Julian Nagelsmann war Süle ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft und auch in der Nationalmannschaft belohnt Jogi Löw den 22 Jahre alten Innenverteidiger regelmäßig mit Einsätzen. Dennoch befürchteten einige Kritiker, dass Süle auf der Innenverteidigerposition neben Mats Hummels, Jerome Boateng und Javi Martinez keine Chance hat zu spielen und mehr Zeit auf der Bank als auf dem Rasen verbringen würde. Doch mit der Verletzung von Jerome Boateng zu Saisonanfang konnte Süle direkt zeigen, warum ihn die Bayern geholt haben. Durch solide Auftritte in der Liga, im Pokal und in der Champions League, zeigte der Silbermedaillengewinner von Rio, dass die Verantwortlichen sich jederzeit auf ihn verlassen können.

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Der Traumstart gelang ihm bereits am ersten Spieltag gegen Bayer Leverkusen, als er sich mit seinem ersten Treffer im Trikot des FC Bayern belohnen durfte.

Es besteht kein Zweifel daran, dass bei anhaltender Gesundheit Jerome Boateng und Mats Hummels die Innenverteidung beim FC Bayern bilden werden. Jedoch hat Trainer Jupp Heynckes mit Niklas Süle einen jungen, ehrgeizigen Spieler zur Verfügung, der die beiden verletzungsanfälligen Nationalspieler jederzeit adäquat ersetzen kann. Durch die vielen kraftraubenden englischen Wochen ist Heynckes zudem zum Rotieren gezwungen und kann mit dem Einsetzen von Süle, sowohl Hummels als auch Boateng immer mal wieder eine Pause gönnen, ohne groß an Qualität in der Abwehr zu verlieren.

Niklas Süle gehört sicherlich die Zukunft beim FC Bayern, wie auch in der Nationalmannschaft. Doch bereits jetzt hilft er der Mannschaft weiter und zeigt seinen Kritikern, dass er der Aufgabe "#FC Bayern München" durchaus gewachsen ist.

Sebastian Rudy

Neben Niklas Süle, war auch der Wechsel von Sebastian Rudy von Hoffenheim nach München bereits im Winter fix.

Mit der Verpflichtung der Beiden, möchte Hoeneß seine Idee umsetzen, möglichst viele deutsche Nationalspieler beim FC Bayern zu haben.

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Ähnlich wie Süle wurde Rudy bei den Bayern ebenfalls wenig Spielzeit ausgerechnet. Doch auch er saß an den ersten neun Spieltagen nur zweimal über die vollen 90 Minuten auf der Bank. Der 27 Jahre alte Nationalspieler bietet dem Spiel der Bayern eine weitere Option im Mittelfeld an. Sebastian Rudy verleiht dem Spiel der Münchener durch seine eher defensiv ausgerichtete und sichere Spielweise eine gewisse Ruhe, welche Arturo Vidal oder Corentin Tolisso derzeit vermissen lassen.

Dass er durchaus wichtig für die Mannschaft ist und Verantwortung übernimmt, zeigte sich während des Pokalspiel gegen RB Leipzig. Nachdem Rudy in der 57. für den gelb-rot gefährdeten Vidal eingewechselt wurde, verwandelte er beim anschließenden Elfmeterschießen sicher den vierten Schuss und verhalf seiner Mannschaft so zum Weiterkommen.

Das Spiel des FC Bayern hat durch die Verpflichtung von Sebastian Rudy weiter an Flexibilität und Vielfältigkeit gewonnen. Rudy beweist, dass er direkt parat ist, wenn die gewünschte Leistung von Thiago, Vidal oder Tolisso ausbleibt. Sollte er verletzungsfrei bleiben und weiterhin an seine gute Leistung anknüpfen, wird er noch eine wichtige Rolle für den FC Bayern spielen.

Corentin Tolisso

Aufgrund der Rekordablösesumme in Höhe von 41,5 Millionen Euro waren die Erwartungen an Corentin Tolisso vor der Saison dementsprechend hoch. Mit der Verpflichtung des Franzosen reagierten die Verantwortlichen auf den freien Platz im Mittelfeld des FCB, welcher durch das Karriereende von Xabi Alonso enstand. Jedoch betonte Karl-Heinz Rummenigge bei der Vorstellung des Rekordzuganges, dass Tolisso Alonso nicht Eins zu Eins ersetzen kann, sondern dem Spiel der Bayern mit seiner eigenen Spielart den Stempel aufdrücken soll.

In den ersten 15 Pflichtspielen der Münchener kam Tolisso 13 Mal zum Einsatz und zeigte besonders beim 1:0 Sieg gegen den Hamburger SV durch sein Tor, dass er mit einer guten Aktion ein Spiel entscheiden kann.

Den hohen Erwartungen, welche er durch seinen Wechsel von Lyon mitgebracht hat, konnte er dennoch nicht komplett gerecht werden. Gemeinsam auf der Doppelsechs mit Vidal stimmt das Zusammenspiel im Mittelfeld noch nicht ganz. Zu viele Fehler im Spielaufbau, bei einfachen Pässen und in der Rückwärtsbewegung werden ihm vorgeworfen. Von einem Fehleinkauf kann aber absolut nicht die Rede sein. Immerhin ist der Franzose mit zwei Toren und zwei Vorlagen in der Liga derzeit der zweitbeste Scorer beim FCB nach Robert Lewandowski.

Der Wechsel von Olympique Lyon zum Rekordmeister war ein großer Schritt für Corentin Tolisso. Für seine 23 Jahre muss er bereits viel Druck von Außerhalb aushalten. Seine ersten Auftritte waren durchaus ordentlich, aber dennoch ist bei seinem Potential noch viel Luft nach oben.

James Rodriguez

Der wohl bekannteste Neuzugang beim FC Bayern ist der Kolumbianer James Rodriguez, welcher auf Leihbasis von Real Madrid an die Säbener Straße gewechselt ist. Doch seine Bekanntheit bringt demnach auch einige Erwartungen mit sich, welchen er bisher nicht gerecht wurde. Den Saisonstart verpasst James aufgrund einer Oberschenkelverletzung und auch danach fand er nicht richtig in die Mannschaft.

Nach seinem starken Auftritt beim 3:0-Erfolg gegen den FC Schalke 04 (ein Tor, eine Vorlage), war man sich sicher, dass der Neuzugang nun richtig durchstarten würde. Jedoch musste sich der offensive Mittelfeldspieler seitdem eher mit einem Platz auf der Ersatzbank zufrieden geben. Die Verletzung von Thomas Müller hat nun eine Lücke in der Offensive von Jupp Heynckes geschaffen, welche James Rodriguez durchaus füllen könnte. Im Pokal gegen Leipzig fehlte der Kolumbianer noch aufgrund von Rückenproblemen. Im Bundesliga-Spiel konnte er dagegen mit seinem Tor zum 1:0 überzeugen. In den kommenden Wochen wird Heynckes verstärkt auf ihn zählen können. Die Leihe aus Madrid könnte dann eine echte Alternative im offensiven Mittelfeld neben Thiago darstellen.

Dafür muss der Toschützenkönig der WM 2014 aber erstmal zeigen, dass er auch dauerhaft an die Leistung gegen Schalke anknüpfen kann. Denn nach seinem Fehlstart in München, kursieren bereits wieder Gerüchte über eine baldige Rückkehr zu Real Madrid. Angeblich soll Carlo Ancelotti der Hauptgrund für James geweisen sein, dass er sich für den FC Bayern entschieden hat. Nach dessen Entlassung muss sich nun erst noch zeigen, ob James auch unter Jupp Heynckes bereit ist alles zu geben.

Ein James Rodriguez in Topform könnte dem FC Bayern in der derzeitigen Situation enorm gut tun. Doch sein Talent und sein Potential muss er in den nächsten Wochen erst noch beweisen.

Serge Gnabry

Kurz nachdem Serge Gnabry zu den Bayern kam, war er auch direkt wieder weg. Für 8 Millionen Euro holten die Münchener den 22 jährigen aus Bremen und verliehen ihn direkt weiter an die TSG Hoffenheim. Im Sommer 2018 soll Gnabry dann auch das Trikot des FCB tragen.

Der Saisonstart für den deutschen Nationalspieler lief in Hoffenheim denkbar schlecht. Nachdem er aufgrund einer Kapselverletzung fehlte, zog er sich anschließend eine Oberschenkelzerrung zu.

Dass Serge Gnabry ein guter Fußballer ist, hat er sowohl bei Werder Bremen, als auch im Trikot der Nationalmannschaft oftmals bewiesen. Ob er sich im Sommer bei den Bayern zu einem Weltklassespieler weiterentwickeln wird, bleibt jedoch abzuwarten. #Sport