Deutschland international

Immer mehr deutsche Nationalspieler verschlägt es derzeit ins Ausland, weg von der Bundesliga. Während bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika lediglich Jerome Boateng sein Geld nicht in Deutschland verdiente (Manchester City/England), sind es derzeit zwölf der 38 gelisteten Spieler im Kader von Jogi Löw.

Wer kann sich auch international durchsetzen? War der Wechsel weg von der Bundesliga für jeden Spieler die richtige Entscheidung? Ein Blick nach England, Italien, Spanien, Frankreich und in die Niederlande gibt Aufschluss zu diesen Fragen.

Toni Kroos - Real Madrid - Spanien

Über Toni Kroos und seine Zeit bei Real Madrid muss man eigentlich nicht viele Worte verlieren.

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2x Champions League Sieger, 1x Spanischer Meister, 1x Spanischer Superpokal Sieger, 2x FIFA-Club-Weltmeister, 3x UEFA Supercup Sieger.

Die Titelsammlung des zentralen Mittelfeldspielers spricht für sich.

Zudem wurde Kroos dieses Jahr erneut, als einziger Deutscher, in das FIFA Best Awards Team of 2017 gewählt.

Aufgrund seiner konstant starken Leistungen, seinem Aufbauspiel, seiner Übersicht und seiner erstaunlich hohen Passquote ist der Greifswalder aus dem Mittelfeld von Real Madrid nicht mehr wegzudenken. Sein Trainer Zinedine Zidane lobt ihn stets in den höchsten Tönen und auch die Bosse bei Real Madrid haben mit der Vertragsverlängerung bis 2022 klargestellt, dass auch die Zukunft des Vereins von Toni Kroos geprägt werden soll.

In der Liga läuft es derzeit für Real allerdings alles andere als erfolgreich.

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Nach der jüngsten Niederlage gegen Aufsteiger Girona, haben die Madrilenen bereits acht Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze und Erzrivalen FC Barcelona.

Nichtsdestotrotz ist Toni Kroos eine wahre Größe international und einer der erfolgreichsten Legionäre des deutschen #Fußball. Einige Experten sind der Meinung, dass es derzeit auf der Sechserposition keinen besseren und kompletteren Spieler gibt als Toni Kroos

Antonio Rüdiger - Chelsea London - England

Viele Kritiker haben Antonio Rüdiger nach seinem Wechsel in diesem Sommer von AS Rom auf die Insel zu Chelsea London lediglich einen Platz auf der Bank der "Blues" ausgerechnet. Doch Rüdiger scheint derzeit in der Premier League gesetzt zu sein. In den ersten zehn Ligaspielen vertraute Trainer Antonio Conte achtmal die vollen 90 Minuten auf den deutschen Innenverteidiger. Dem Berliner kommt derzeit das Spielsystem der Londoner zu Gute. Conte agiert defensiv stets mit einer Dreierkette. Die ideale Position für Rüdiger, der sowohl in der Nationalmanschaft als auch bei AS Rom schon auf der Außenverteidigerposition gespielt hat.

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In der Champions League hat der 24-Jährige bisher keine große Rolle gespielt (zweimal eingewechselt, insgesamt 28 Minuten Spielzeit). Durchaus möglich, dass Conte ihn nun aber für seine starken Ligaauftritte mit einem Startelfeinsatz belohnt, wenn es in die italienische Haupstadt zu Rüdigers altem Verein AS geht.

Grade erst hat der 1,91m große Ex-Stuttgarter durch seinen Siegtreffer im EFL Cup gegen Everton bewiesen, dass er neben dem Verteidigen auch offensiv Akzente setzen kann.

Mit der vielen Spielzeit beim amtierenden englischen Meister FC Chelsea London für Antonio Rüdiger haben vermutlich die wenigsten gerechnet. Sollte er jedoch weiter an diese Leistung anknüpfen, könnte sich sein durchaus riskanter Wechsel in die Premier League als absoluter Volltreffer herrausstellen. Gespannt dürfen wir seine Entwicklung auf der Insel weiter verfolgen.

Sami Khedira - Juventus Turin - Italien

Der Zeitpunkt, um über Sami Khedira zu berichten, könnte für den defensiven Mittelfeldakteur wohl kaum besser sein. Erst letzte Woche hat Khedira nämlich beim 6:1 Erfolg gegen Udinese Calcio ganz groß aufgespielt und den ersten Hattrick seiner Karriere erzielt. Dabei verpasste der Stuttgarter erneut die ersten Spiele der Saison aufgrund einer Verletzung im Knie.

Trotz seiner vielen Verletzungen und der großen Konkurrenz im Mittelfeld bei Juventus Turin, ist Sami Khedira als wichtige Stütze im defensiven MIttelfeld beim amtierenden italienischen Meister und Pokalsieger gesetzt.

Als Khedira 2010 den VFB Stuttgart in Richtung Real Madrid verließ, bewies er von Anfang an, dass er auch in internationalen Ligen das Spiel aufbauen und kontrollieren kann. Mit einem Champions League Titel, einer spanischen Meisterschaft und zwei spanischen Pokalsiegen im Gepäck hat es den 30 Jährigen dann nach Italien zu Juventus verschlagen.

Ein Wechsel, den er aufgrund seiner wichtigen Stellung bei Juve, gewiss nicht bereut.

Im Titelrennen mischt Turin mit derzeit drei Punkten Rückstand auf den SSC Neapel noch voll mit und auch das Erreichen der K.O. Phase in der Champions League sollte für den italienischen Rekordmeister zu schaffen sein.

Bleibt Khedira über einen längeren Zeitlauf unverletzt, können wir uns auf eine weitere starke Saison des Deutschen in der Serie A freuen. Besonders im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2018 in Russland ist Sami viel Spielzeit und Gesundheit zu wünschen.

Julian Draxler - Paris St. Germain - Frankreich

Bei Schalke 04 reifte Julian Draxler zum Fußballprofi und Nationalspieler. Nachdem der in Gladbeck geborene Linksaußen beinah seine ganze Karriere von der Jugend an bei den Königsblauen verbracht hat, kam es für einige als große Überraschung, dass Draxler 2015 den S04 in Richtung Wolfsburg verließ. Beim VFL kam er jedoch nie wirklich richtig an und konnte während seiner Zeit in der Autostadt sein enormes Potential nicht voll ausschöpfen. Daher war das Erstaunen groß, als verkündet wurde, dass Julian Draxler ab Januar 2017 in Frankreichs Hauptstadt bei Paris St. Germain spielen würde.

Doch der Nationalspieler schlug direkt ein und konnte sich neben einigen Weltklassespielern in die Startelf kämpfen.

Mit seiner Technik, seiner Schnelligkeit und Toren in allen Wettbewerben begeisterte der 23-Jährige ganz Paris und rechtfertigte somit seinen Wechsel.

Aber es ist egal wie gut man Fußball spielt, wenn auf deiner Position ein Neymar Jr. für die Rekordsume von 222 Millionen Euro aus Barcelona geholt wird, dann ist dein Stammplatz erstmal weg.

In der Champions League kommt der Deutsche daher bisher nicht über die Rolle als Ergänzungsspieler hinaus (dreimal eingewechselt, insgesamt 48 Minuten Spielzeit). In der geballten Offensivstärke von Paris mit den Superstars Cavani, Mbappe, Neymar, und Di Maria ist Draxler, dann eben nur zweite Wahl.

Auf Einsatzzeiten in der Liga kann er sich jedoch stets verlassen. Immer wenn Draxler im Kader stand, durfte er auch midestens fünf spielen. Beim 6:2 Erfolg gegen Bordeaux steuerte er seinen bisher einzigen Saisontreffer, wie auch eine Torvorlage zum Sieg bei.

Während einige Medien bereits über einen Wechsel und eine damit verbundene Flucht vor dem Konkurrenzkampf bei Paris spekulieren, gibt Julian Draxler sich ehrgeizig und selbstbewusst. "Der Trainer kann für jede Partie neu entscheiden. Und man muss ihm zeigen, dass man der richtige Mann für dieses Spiel ist. Genau das werde ich machen.“

Der Gladbecker scheut also keinesfalls das große Starensemble von PSG, genießt stattdessen das Training mit so vielen tollen Spielern und versucht durch überzeugende Auftritte in der Liga einen Platz in der ersten Elf zu erlangen.

Sollte es ihm tatsächlich gelingen, sich bei Paris weiter in den Vordergrund zu spielen, wäre das ein toller Erfolg für Draxler und den deutschen Fußball. Mit einer Position als Ergänzungsspieler sollte sich ein Spieler von seinem Niveau jedoch auf die Dauer nicht zufrieden geben.

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