Der Sieger des 14. Kreisoberliga-Spieltages heißt Gispersleben, ohne eine Minute vor den Ball getreten zu haben. Während des Spitzenreiters Duell in Alach genauso verlegt worden war wie die Partie zwischen Haßleben und Walschleben, ließ der erste Verfolger An der Lache/Concordia gegen den TSV Kerspleben beim 2:2 zwei Zähler liegen, die er zum Punktegleichstand mit Gispersleben benötigt hätte.

Wenngleich Nico Sanders direkter Freistoßtreffer zum Kersplebener Ausgleich erst in der Nachspielzeit fiel, hatte sich die Lache den Sieg auf dem schmierigen und mit Pfützen übersäten Hartplatz in der Dortmunder Straße nicht wirklich verdient.

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„Wir haben uns schon etwas dumm angestellt“, gestand Trainer Carsten Helzig nach der Begegnung. Sehr umständlich agierte seine Elf gegen die vielbeinige, dennoch nicht immer sattelfeste Hintermannschaft des TSV. Häufig wurde der freie Nebenmann übersehen, Flanken aus dem Halbfeld sollten als Mittel zum Erfolg dienen.

So war es wenig überraschend, dass ausgerechnet zwei Standardsituationen für den sonst wegen seiner Spielstärke bekannten Tabellenzweiten zu den Toren führten: Zunächst kassierte Martin Oswald nach einem Freistoß einen Schlag ans Bein und im Anschluss einen Elfmeter. Den verwandelte Martin John zum 1:1 (52.). Dann stocherte John nach einem Eckball aus dem Gewühl erfolgreich nach und erzielte das vermeintliche Siegtor (85.). Doch Sander hatte auf der anderen Seite noch einen letzten Glanzpunkt parat.

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Schon zuvor war es der Kersplebener Kapitän, der den wenigen guten Offensivaktionen der Gäste vorgestanden hatte. So auch beim 0:1 Nico Heinrichs: Sander hatte auf halblinks im Mittelfeld gleich drei zu passiv agierende Hausherren auf sich gezogen, den Ball im richtigen Moment auf rechts gelegt, ehe Heinrich das Spielgerät mit der ersten echten TSV-Chance im rechten Eck des Tores von Sascha Topf versenkte (34.).

Mit Geduld aufs Treppchen

Wesentlich souveräner präsentierte sich der nun Dritte aus Marbach beim VfB Grün-Weiß. Der 4:1-Sieg ging vollauf in Ordnung, weil nach 20 ausgeglichenen Spielminuten die Routine der vielen gestandenen Gästespieler die Oberhand gewann. Der Ball lief gefällig durch die Reihen der Sportfreunde, die Rückkehr der defensiven Michael Hermann und Steve Catterfeld kam dem geduldigen Spielaufbau zugute. Spielentscheidend waren dennoch die Situationen, in denen das schnelle Umkehrspiel zum Tragen kam. Paul Schneider und Marc Janke kombinierten sich zum 0:1 gen Tor von Christian Schultze, Janke traf (22.).

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Er war es auch, der vor dem 0:2 den Ball geschickt auf den davonpreschenden Maximilian Franke aufgelegt hatte. Der präsentierte eine für einen 18-Jährigen beeindruckende Schusstechnik (36.). Das 0:3 direkt vor dem Pausenpfiff erzielte wiederum Janke, diesmal per Kopf. Lars Sänger hatte den Eckball mustergültig hineingebracht.

In die Torschützenliste trug sich Sänger später auch noch ein. Ein Missverständnis in der Hintermannschaft der Grün-Weißen nutzte er clever, indem er sich erst durchsetzte und dann den Ball mit der Innenseite in den Kasten schob (53.).

Auf der Gegenseite sorgte Johannes Demleitner mit seinem Hieb aus 16 Metern für Ergebniskosmetik (76), profitierte aber auch von den etwas schlampiger verteidigenden Marbachern. Mehr brannte für sie aber nicht mehr an, womit der siebente Sieg in den jüngsten acht Pflichtspielen eingefahren war.

Köhler findet Stauch, Stotternheim zwei glückliche Tore

Weitgehend ungefährdet siegte auch die TSG Stotternheim beim FC Borntal 2:0. Äußerst spektakulär brauchten sich die Mannen von Trainer Uwe Backhaus dabei nicht zu verkaufen. Basierend auf einer stabilen Defensive, konnten sie sich ihren Offensivbemühungen widmen. Das gelang nicht immer berauschend, letztlich jedoch ausreichend. Bereits nach sechs Minuten schepperte es im Kasten von Rolf-Christian Köhler. Der Treffer kam gerade für ihn einer Backpfeife gleich: Statt den eigenen Mann anzuspielen, hatte Köhler Robert Stauch gefunden. Der brauchte wiederum das verwaiste Tor nicht lange zu suchen. Nicht gefunden hatte das Tornetz danach hingegen Gino de Bortoli bei seinem Foulelfmeter, er schoss daneben. Stauch war zuvor gefoult worden. Die Vergabe dieser Großchance hätte sich um ein Haar fünf Minuten vor der Halbzeitpause gerächt: Doch Sören Wagners Geschoss von halbrechts klatschte nur an den linken Pfosten des Stotternheimer Gehäuses. Es sollte die einzige echte Tormöglichkeit der Borntaler im gesamten Spiel bleiben.

Den höheren Ehrgeiz schienen auch in der zweiten Halbzeit die Gäste zu versprühen, die mit ihrer blutjungen Offensive für Schwung sorgten. Gleich fünf Spieler unter 20 Jahren kamen zum Einsatz: Gino de Bortoli (19), Brian Scharfenberg, Franz Kolbe, Alex Picht und Benedict Dalchow (alle 18). Letztem wurde auch das 0:2 gutgeschrieben. Dalchow trat eine zunächst ungefährlich wirkende Ecke. Doch war sie tückisch: Einem Borntaler sprang der Ball ans Bein, danach trudelte das Runde ins Eckige (55.).

Zu den anderen Spielen des 14. Spieltages geht es hier.

Zum letzten Spieltag.

#seitenwechsel: Trotz des unerwünschten Remis gegen Kerspleben, meint der Lache-Coach Carsten Helzig, seine Spieler bremsen zu müssen.

Carsten Helzig (An der Lache): „Wir spielen als nächstes gegen Spitzenreiter Gispersleben. Da muss man der Mannschaft eigentlich gar nichts sagen. So ein Spiel wie gegen Kerspleben ist dann nicht mehr in den Köpfen. Alle sind bis in die Haarspitzen motiviert, man muss die Jungs eher etwas bremsen.“

Lutz Stöber (Marbach): „Der Saisonverlauf ist absolut zufriedenstellend. Das liegt an jedem Spieler, nicht zuletzt auch an Marc Janke. Er hat nicht nur zwei Tore geschossen, sondern ist Ideengeber, besitzt trotz der vielen Jahre, die er bereits Fußball spielt, enorm viel Ehrgeiz, eine hohe Qualität und Ausdauer. Die jungen Spieler richten sich an ihm auf, auch weil er sich im Training voll reinhängt und menschlich passt.“

Uwe Backhaus (Stotternheim): „Ich war zufrieden mit der Art und Weise, wie wir verteidigt haben. Offensiv haben wir Luft. Da wir aber viele junge Spieler haben, kann sich noch sehr viel verbessern. Es macht richtig Spaß, mit den Jungs zu arbeiten und zu sehen, wie sie sich entwickeln.“

An der Lache/Concordia – Kerspleben 2:2

Lache: Topf, Miller (77. Höhn), Oswald, Krause, Co. Weis (86. Iffarth), Blau, Koppe, Chr. Weis, Schwarz, John (90. Grochau), Werner.

Kerspleben: Reißmann, Mittas (70. Seefeld), Rausch, C. Kühn, Pressler, Sander, Hewett (90. Knapp), Rezai (90.+4 Putyatin), Brendel, Tolksdorf, Heinrich.

T.: 0:1 Heinrich (34.), 1:1, 2:1 John (52. FE, 85.), 2:2 Sander (90.+1).

FC Borntal – Stotternheim 0:2

Borntal: Köhler, Ezold, Paul, Rast, Sell, Weißmann, Wagner, König, Tatu (79. Kühn), Röger, Amaro (59. Westhaus).

Stotternheim: Holzapfel, Gallin, Stauch (51. Lembke), Dalchow, Picht, Schwebler, Scharfenberg (46. Kolbe), Lütz, Jüngling, G. de Bortoli (71. Dunkel), Walter.

T.: 0:1 Stauch (6.), 0:2 Dalchow (55.).

VfB Grün-Weiß – Marbach 1:4

VfB GW: Schultze, Unthan, Friese, Hucke, Schierschmidt (46. Neumann), Kloppe (40. Ramadani), Hoppe, Kaiser, Demleitner, Richter, Schley (67. Jouroukov).

Marbach: Specht, Hermann, Helzig, Leib, Catterfeld, Sänger, Janke, Franke (67. Bierbach), Schneider (58. Scheler), Linke (76. Iffarth), Klose.

T.: 0:1 Janke (22.), 0:2 Franke (36.), 0:3 Janke (45.), 0:4 Sänger (53.), 1:4 Demleitner (76.).

#hintertorkamerad