Walschleben erobert Platz 3

Dank eines Start-Ziel-Sieges eroberten die Walschlebener den Bronzeplatz von der SG Blau-Weiß 52/Eintracht, deren Partie bei der TSG Stotternheim auf den 17. Dezember verlegt wurde. 6:0 hieß es nach 90 weitgehend dominant genutzten Minuten für die Elf um das Trainergespann Andreas Lendrich/Sascha Meißner. Torjäger Kevin Köllner stellte mit seinem bereits 18. Saisontreffer die Weichen zeitig auf Volldampf gen Dreier. Aus drei Metern hatte er indes kaum Probleme, die mustergültige Vorarbeit von Christopher Armstroff über die rechte Flanke zu vergolden.

Fortan kontrollierte der Hausherr auch dank einer stabilen Defensive die Partie, während Borntal nicht weit über das Prädikat „stets bemüht“ hinauskam.

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Effektiv war nur Empor: Nach einem Eckball tummelte sich fast alles auf dem Feld Befindliche vor dem Tor von Gästekeeper Rolf-Christian Köhler. Stephan Funke agierte aus dem Gewühl gedankenschnell und traf (35.). Auf der anderen Seite traf Westhaus das Alu (45.).

Nach der Pause machte Walschleben Nägel mit Köpfen: Zunächst traf Benjamin Duske vom Fünf-Meter-Raum (52.), dann mal wieder Köllner nach seinem Eins-gegen-eins mit Köhler von der halblinken Seite (57.), schließlich noch einmal Duske (63.). Die junge Borntaler Mannschaft hatte den gebrauchten Tag längst zu akzeptieren. Für Duske war es hingegen ein gewonnener: Dank eines Winkeltores siegte er im Tagesrennen um die meisten Tore (80.).

Franz Rochlitz ragt aus starker Fortuna-Elf heraus

Schon eine Woche zuvor, trotz des 2:5 in Marbach, hatten sich die Ingerslebener als äußerst griffige und schwer zu bespielende Mannschaft präsentiert, die lediglich an der Zahl der individuellen Schnitzer gescheitert war.

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„Die stärkste Mannschaft, gegen die wir in der letzten Zeit gespielt haben“, hatte der Marbacher Coach Lutz Stöber ein Extralob für die Fortuna parat. Beim 7:3 gegen Vieselbach brauchte Ingersleben hingegen keinen Beistand der Gücksgöttin. Wiederum spielstark trat das Team auf dem schmierigen Geläuf auf, verpasste es aber, wesentlich mehr noch für das Torekonto zu tun.

„Die Chancenverwertung war mit Abstand das größte Manko in unserem Spiel“, ärgerte sich der ehrgeizige Coach Marco Eberling nach der Partie. „Wir hatten sicher 15 oder 16 gute Möglichkeiten.“ Erfreut war er hingegen über die Art und Weise, wie seine Mannschaft die taktische Marschroute umsetzte. „Gutes Positionsspiel, ordentlicher Spielaufbau, ständiges Kreieren von Überzahlsituation durch geschickte Spielverlagerung. Wir befinden uns auf einem guten Weg.“

Jenen zum Erfolg ebnete Nick Wiegand früh. Die Hereingabe Philipp Hartungs von der rechten Seite verarbeitete er technisch brillant, indem er das Spielgerät aus elf Metern per Volley aus der Drehung in den Giebel drosch (6.).

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Hans-Martin Gohles legte unverzüglich nach, keine weiteren zehn Minuten später stand es bereits 3:1. „Hier war den meisten klar, in welche Richtung dieses Spiel gehen wird“, befand Eberling.

Dessen herausragender Akteur war dabei keiner der flinken und torhungrigen Spitzen, Wiegand (2) und Elias Scholz (3), sondern der 19-jährige Präsidentensohn Franz Rochlitz auf der Sechs. „Sehr stark, wie er in seinem Alter bereits die Bälle erobert und punktgenau in die Spitze spielt.“

Karsten Lange wird zum tragischen Helden

Wesentlich offener war lange Zeit die für die Kicker des TSV Kerspleben (bis dahin sechs Punkte) enorm wichtige Heimpartie gegen den Tabellennachbarn aus Alach, mit dem sie dank des hauchdünnen 3:2 die Plätze vor Schlusslicht Haßleben tauschen konnten. „Es hätte auch 2:3 ausgehen können“, gestand TSV-Coach Ralf Bockenauer nach dem Spiel. „Oder auch 8:8!“

Äußerst erleichtert war er, als die knapp 20 Minuten nach dem Alacher Anschlusstor (3:2, Fiedler, 74.) bis zum Spielende endlich mit dem Abpfiff abgelaufen waren. Sie müssen sich angefühlt haben wie zwei Stunden: Unter anderem kratzten die Kersplebener den Ball zweimal von der eigenen Torlinie, Keeper Marco Reißmann hielt einen Kopfball aus drei Metern mit einem tollen Reflex.

„Manchmal Kreisklasse, manchmal Weltklasse. Heute war unser Torhüter der beste Mann“, so Bockenauer.

Den zweitbesten auf dem Platz erkannte er in Alach-Goalie Karsten Lange. Etliche Chancen der Hausherren hatte er im Laufe der Partie zunichte gemacht, auch die von Routinier Heiko Mittas. „Er allein hätte drei Tore schießen müssen!“

Getroffen haben in Kerspleben andere: Der Alacher Christian Gniewitz machte den Anfang mit einem ansehnlichen Kopfball nach einer Bilderbuchflanke (14.). Auf der anderen Seite setzte Friedrich Pressler nach seinem eigenen abgewehrten Schuss erfolgreich nach (18.).

Das Zünglein an der Waage: Der starke Lange ließ kurz nach der Pause einen eigentlich schon gefangenen Ball beim Wegrutschen fallen. Auf dem Weg ins Tor jagte er ihn dann vergebens (48.). Die Alacher Aufregung beim 3:1 war zwar verständlich, allerdings nutzlos: Vor Mohammad Rezais Treffer wähnten sie selben im Abseits, Schiedsrichter-Assistent Tobias Broßmann hatte sogar kurz die Flagge gehisst. Doch wurde dieser von Referee Zacharias Vaisbord überstimmt, der einen Alacher bei der Verlängerung am Ball gesehen hatte (60.).

Erst nach der Führung routiniert

Schwer tat sich Spitzenreiter Gispersleben beim VfB Grün-Weiß trotz des schließlich deutlich klingenden 3:0-Sieges. „Über 60 Minuten waren wir die bessere Mannschaft, haben die stärkste Stunde unserer Saison gespielt“, urteilte Grün-Weiß-Trainer Matthias Iffarth. Allein: Die Platzherren belohnten sich für ihren Aufwand nicht. Robert Möller setzte aussichtsreich einen Kopfball neben das Tor und kam auch mit seinem Drehschuss nicht zum Erfolg. Auch beim Fernschuss von Carsten Kloppe lag das 1:0 in der Luft.

Zielgenaue Diagonalpässe, ansehnliches Kurzpassspiel, ein guter taktischer Auftritt: Gispersleben kam nicht dazu, gegen die ruhig ihr Spiel vortragenden Grün-Weißen um Regisseur Christoph Kaiser sein sonst effektives Pressing erfolgreich zu praktizieren.

Nach einer knappen Stunde kam es zur Schlüsselszene: Schiedsrichter Uwe Coccejus erkannte in der Schulter-Ballmitnahme Max Huckes ein Handspiel und zeigte auf den Punkt. Thomas Hoffmann verwandelte den Elfmeter (54.) und setzte die Vorzeichen für den Fortlauf der Begegnung neu. „Jetzt hatte Gispersleben Oberwasser und spielte den Sieg gut zu Ende“, sagte Iffarth. Vor dem 0:2 Tobias Reichmanns profitierte der Gast von einem ins Zentrum abgewehrten Ball (71.), Patric Schenke vernaschte vor dem finalen 0:3 einen Grün-Weiß-Verteidiger (87.).

Motor kann sich fragen: Was soll's? Auch Dortmund und die Bayern sind nicht ständig souverän.

Goldköpfchen Goldmann

Auf dem Kunstrasen am Wustrower Weg bestritt Marbach sein „Heimspiel“ gegen die spieltechnisch gut ausgebildete junge Elf von Empor Erfurt. Die machte es den Sportfreunden vor allem vor dem Pausentee schwer. Nur mit Distanzschüssen konnte Marbach in der ersten Halbzeit sein Glück versuchen. Beim Versuch blieb es. Auf der anderen Seite stießen die Hochheimer immer wieder geschickt in die sich bietenden Räume zwischen und in den Ketten der Marbacher. Ein Mittel, das ihnen Sportfreunde-Trainer Lutz Stöber mittels einer taktischen Umstellung zwischen den Spielabschnitten raubte.

„Wir haben vom 4-2-2 auf ein 4-2-3-1 umgestellt. Dann war das Mittelfeld dicht und wir haben die Kontrolle über das Spiel gewonnen“, so Stöber. Mehr und mehr erhöhte der „Gastgeber“ den Druck, hinten stand die umformierte Innenverteidigung um Routinier und Kopfballspezialist Ronny Hebestreit sowie den schnellen Dominic Leib sicher. Vor allem der überragende Linksverteidiger Jens Klose assistierte mit Bravour. In der Offensive hatte der im Sturm startende Debütant Maximilian Franke (18) nun die linke Bahn übernommen, Stephan Goldmann spielte allein im Sturmzentrum. Allein war er auch bei einer der größten Chancen, traf jedoch nicht. Marc Janke setzte zudem einen Kopfball an den Pfosten. Jener von Goldmann nach exakt einer Stunde Spielzeit fand jedoch die Route ins Tornetz zum „Goldenen“.

An der Lache krallt sich an Gispersleben

Im Gleichschritt mit Primus Gispersleben geht es für den Zweiten An der Lache weiter. Auch das Team um Coach Carsten Helzig siegte 3:0, wirkte dabei indes souveräner als Gispersleben beim VfB Grün-Weiß. Das lag auch am zeitigen Führungstreffer Eric Werners beim freiwilligen Landesklasse-Rückzieher Großrudestedt. Zweimal hatte es bereits nach der Gästeführung gerochen, ehe Werner einen schönen Angriff veredelte (7.). Doch nachdem Christopher Schwarz Mittelstürmer Patrick Blau in Szene gesetzt hatte, wähnten viele der Einheimischen beim Folgepass den Torschützen im Abseits. Der Lache war es egal, sie spulte ihr in den letzten Wochen stabiles Programm einmal mehr ab, vergaß dabei aber, zeitig für klare Fronten zu sorgen. Vor allem Kapitän Andreas Koppe hätte das vollkommen frei vor Keeper Björn Kunold (in der vergangenen Woche noch vierfacher Torschütze in Alach als Flügelstürmer) tun müssen. Koppe zielte genau, doch schoss umso ungenauer: drüber!

Defensiv agierte der Zweite sattelfest, stand tief und hinterließ grübelnde und schlampig passende Großrudestedter. „Wir hatten nur eine echte Torchance im ganzen Spiel“, zählte Matthias Grünbeck, der im Trainerduo mit Holger Krautwurm die Überlegenheit der Gäste anerkennen musste. Pascal Zellmann traf jedoch nicht – noch schlimmer: Eine Viertelstunde vor Ultimo musste er nach einem Foul mit Gelb-Rot vom Spielfeld.

Da hatte es bereits 2:0 für An der Lache gestanden; dieses Mal hatte Werner mit dem Kopf getroffen (62.). Der beste Mann des Tages, Patrick Blau, setzte mit seinem Schuss den Schlusspunkt, wobei der Ball wie ein Stein hinter Kunold ins Tor plumpste (80.).

#seitenwechsel: Obwohl sie alle an der Seitenlinie stehen, blicken die Kreisoberligatrainer teils völlig unterschiedlichen Perspektiven entgegen.

Andreas Lendrich (Walschleben): „Das System, das sich Sascha Meißner und ich zurechtgelegt haben, greift immer besser. Tino Gerke ist nach seiner Verletzung eine große Verstärkung für die Stabilität geworden und ordnet das Team gemeinsam mit Michele Ehrich. Dass sich die Mannschaft auch neben dem Platz als Einheit präsentiert, hilft ihr auf dem Platz enorm weiter.“

Marco Eberling (Ingersleben): „Sehr gut, wie wir zuhause Fußball spielen. Wenn wir unsere Hausaufgaben auch auswärts so gut erledigen würden, wären wir eine Spitzenmannschaft. Unsere blutjungen Spieler entwickeln sich, man sieht die Spielidee. Wir werden hartnäckig arbeiten, analysieren, uns verbessern. Unter die ersten Fünf gehören wir perspektivisch!“

Ralf Bockenauer (Kerspleben): „Ich bin froh, dass wir auf so spielstarke Routiniers wie beispielsweise Pascal Rödiger, Sven Hartung-Füsting und Heiko Mittas zurückgreifen können. Die Kehrseite ist, dass der Kader zu klein ist, um Ausfälle dauerhaft zu kompensieren. Schon möglich, dass wir im Winter nochmal nachlegen werden. Im Moment schauen wir nur, dass wir über dem Strich stehen.“

Matthias Iffarth (VfB Grün-Weiß): „Das Positive trotz der Niederlage gegen Gispersleben ist die Erkenntnis, dass wir mit solchen Leistung keinesfalls absteigen werden.“

Lutz Stöber (Marbach): „Neben der Routine, die wir im Kader haben, ist es auch wunderbar, einen Jungen wie den gerade 18 Jahre alt gewordenen Maximilian Franke zu integrieren. Er trainiert seit vier Monaten fleißig mit der Männermannschaft, ist schussstark, schnell und – das Wichtigste – ein prima Charakter.“

Matthias Grünbeck (Co-Trainer): „Um mit den Topteams mithalten zu können, musst du bei 100 Prozent sein. Die letzten Fünf fehlen uns leider, da wir nach dem freiwilligen Abschied aus der Landesklasse kein großes sportliches Ziel wie die Meisterschaft verfolgen.“ #hintertorkamerad