Patrice Evra - 2017

Diese Szene schockierte diese Woche die Fußballwelt. Patrice Evra, Abwehrspieler von Olympique Marseille, geriet vor dem Europa League Spiel gegen Vitória Guimarães in eine Auseinandersetzung mit den gegnerischen Fans. Dabei verlor der 36 jährige die Nerven und versuchte einen der Fans mit einem "Kung-Fu-Tritt" im Gesicht zu treffen.

Evra wurde vom Schiedsrichter, noch vor dem Anpfiff, mit einer roten Karte vom Platz gestellt. Ein paar Tage danach folgte dann der Rausschmiss bei seinem Verein Olympique Marseille.

Die UEFA entscheidet am 10. November, ob diese Aktion noch eine weitere, längere Strafe zur Folge hat.

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Patrice Evra ist jedoch im Weltfußball nicht der einzige dem die Sicherungen durchgebrannt sind. Wir blicken auf ähnliche berühmte Fälle.

Zinedine Zidane - 2006

Unvergessen bleibt wie Zinedine Zidane, einer der besten und talentiertesten Fußballer seiner Generation, seine Karriere beendete. Am 9. Juli 2006 fand in Berlin das Finale der Fußballweltmeisterschaft zwischen Italien und Frankreich statt. Nach 90 Minuten ging es mit dem Stand von 1:1 in die Verlängerung. Den Treffer der Franzosen steuerte Zidane selber bei. Einen fälligen Strafstoß verwandelte der Kapitän lässig mit einem Heber gegen Italiens Towart Gianluigi Buffon.

In der 110. Minuten dann der Moment, der für immer in den Geschichtsbüchern stehen wird. Nach einem heftigen Wortgefecht mit Italiens Marco Materazzi, brachte Zidane den Italienern mit einem wuchtigen Kopfstoß mitten auf den Brustkorb zu Boden.

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Das Resultat - Platzverweis für Frankreichs Kapitän. Bereits vor dem Finale hatte der Franzose verkündet, dass dies sein letztes Spiel als aktiver Spieler sein würde.

Frankreich verlor anschließend das Finale im Elfmeterschießen.

Die Spekulation, über den Grund für Zidanes Ausraster, endeten circa ein Jahr später, als die Details über das Wortgefecht mit Materazzi veröffentlicht wurden. Nach einem Trikotzupfer habe Zidane ihm zunächst erklärt, er könnte das Shirt gerne nach Spielende haben. Darauf entgegnete Materazzi: "Ich bevorzuge deine Schwester, die Nu**e".

Das tragische Ende einer großen Spielerkarriere. Mitlerweile ist Zinedine Zidane Cheftrainer bei seinem alten Verein Real Madrid. Der Kopfstoß im Finale 2006 hatte keine größeren Schäden für Zidanes Ruf. Noch heute gehört er zu den beliebtesten Persönlichkeiten im #Fußball und wird in seinem Heimatland Frankreich stets als Held gefeiert.

Pepe - 2009

Über den portugiesischen Abwehrspieler könnte man vermutlich eine eigene Top-10 der Ausraster erstellen.

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Trotz seines großen fußballerischen Talents, fällt Pepe immer wieder durch raue Taten und Platzverweise auf.

Doch seine mit Abstand schlimmste Aktion ereignete sich am 21. April 2009 bei einem Heimspiel seines damaligen Vereins Real Madrid gegen den FC Getafe.

In der 87. Spielminute schubste Pepe, bei einem Zweikampf im eigenen Strafraum, Javier Casquero auf den Boden. Über das Hinfallen seines Gegenspielers ärgerte sich der Portugiese so sehr, dass er komplett die Nerven verlor. Zweimal trat er auf den am Boden liegenden Casquero ein, beschimpfte ihn und stieg danach noch mit seinen Stollenschuhen auf sein Bein. Daraufhin entstand eine Rudelbildung, bei der Pepe einem weiterem Spieler von Getafe mit der Faust ins Gesicht schlug.

Der Verteidiger wurde mit Rot vom Platz gestellt und vom spanischen Verband für zehn weitere Spiele gesperrt.

Heute spielt Pepe in der Türkei für Besiktas Istanbul, sowie in der Nationalmannschaft von Portugal. Nicht zuletzt wegen dieser Aktion, genießt er den Ruf eines rauen, aggresiven Spielers.

Paolo Guerrero - 2010/2012

Tatort Hamburg - Nach einem enttäuschenden 0:0 gegen Hannover 96 wurde der Hamburger Stürmer Paolo Guerrero von einem HSV Fan übelst beleidigt. Grund dafür war, eine Großchance, die der Peruaner zuvor vergeben hatte.

Bei seiner Reaktion auf die Beleidigung, bewies Guerrero dann mehr Treffsicherheit. Wütend nahm er seine Wasserflasche und warf diese auf den Fan. Die Flasche traf diesen mitten im Gesicht.

Der DFB sperrte daraufhin den Stürmer für fünf Ligaspiele, zusätzlich erhielt er eine Geldstrafe in Höhe von 20.000€.

Anders als Evra, entging Guerrero einem Rausschmiss bei seinem Verein. Jedoch erhielt er eine weitere Geldstrafe, die zwischen 50.000-100.000 gelegen haben soll.

Zwei Jahre später fiel der Peruaner dann erneut negativ auf. In der 54. Spielminute, beim Stand von 0:3 gegen den VFB Stuttgart, sprang Guerreo dem Stuttgarter Torwart Sven Ulreich, ohne jegliche Chance auf den Ball, mit offener Sohle von hinten in die Beine.

Das Sportgericht des DFB bestrafte den Wiederholungstäter daraufhin mit einer Sperre von acht Ligaspielen.

Lionel Messi - 2015

Auch ein Weltfußballer wie Lionel Messi kann mal die Nerven verlieren.

Bei einem Freundschaftsspiel gegen AS Rom geriet der Argentinier in der 34. Spielminute mit einem seiner Gegenspieler aneinander.

Nachdem sich AS Rom Spieler Mapou Yanga-Mbiwa vor ihm aufbaute und mit der Stirn berührte, setzte Messi zum Kopfstoß an und würgte anschließend seinen Gegenüber mit einem Griff an den Hals.

Der Schiedsrichter zeigte daraufhin den beiden Streithähnen "nur" die gelbe Karte. Einige Leute sprachen daraufhin über einen "Messi-Bonus", der ihn vor einem Platzverweis bewahrt hatte.

Einer weiteren Strafe entging der fünfmalige Weltfußballer ebenfalls.

An dieser Stelle muss noch gesagt werden, dass Lionel Messi normalerweise durch Tore, Rekorde und Dribblings auffällt, als durch Unsportlichkeiten.

Oliver Kahn - 1996/1999/2002

Wer glaubt, dass Oliver Kahn stets so ruhig und sachlich die Dinge angeht, wie er es derzeit als Experte im ZDF oder als Werbebotschafter für Tipico tut, der muss wohl die aktive Spielerzeit der Torwartlegende vergessen haben. In der Bundesliga gingen öfter mal die Pferde mit dem damaligen Bayerntorwart durch.

Beispielsweise beim Spiel gegen den BVB im April 1999, als Kahn einen Biss an den Hals des heutigen Leverkusen Trainer Heiko Herrlich andeutete. Im selben Spiel erhielt der" "Titan" dann den Spitznamen "Karate-Kahn", als er mit gestrecktem Bein auf Dortmunds Spieler Stéphane Chapuisat zusprang.

"Todesangst" spürte im September 2002 dann Thomas Brdaric, als dieser von Kahn am Genick gepackt und nach unten gedrückt wurde.

Doch nicht nur die Gegenspieler, auch seine eigenen Spieler waren vor ihrem emotionalen Torwart nicht immer sicher.

Bayern Spieler Andreas Herzog durfte das 1996 erfahren, als er nach einem Abspielfehler von seinem Torwart erst ordentlich durchgeschüttelt, und dann weggeschubst wurde.

Trotz seiner vielen Aufreger erhielt die deutsche Towartlegende nie einen Platzverweis.

Frank Rijkaard - 1990

Die Achtelfinalpartie der Weltmeisterschaft 1990 zwischen Deutschland und den Niederlanden wird besonders Rudi Völler wohl immer im Gedächtnis bleiben.

In diesem hitzigen Spiel gerieten Völler und der Niederländer Frank Rjikaard gleich öfter aneinander. Zuerst bespuckte Rijkaard den deutschen Stürmer. Als dieser sich deswegen beim Schiedsrichter beschweren wollte, zeigte dieser Völler nur die gelbe Karte.

Die Situation eskalierte dann wenig später, als Rijkaard dem am Boden liegenden Völler am Ohr zog. Der Niederländer sah daraufhin die rote Karte, doch auch der Leidtragende, Rudi Völler, wurde nach dieser Aktion vom Platz gestellt. Als die beiden Spieler dann den Platz verlassen wollte, spuckte Rijkaard dem heutigen Manager von Bayer Leverkusen erneut von hinten die Haare.

Trotz der "Spuckattacken" behalten die Deutschen diese Begegnung in guter Erinnerung. Deutschland gewann das Spiel mit 2:1 und wurde später zum dritten Mal Fußballweltmeister.

Emir Spahic - 2015

Es war am 8. April 2015, dass Emir Spahic sein letztes Spiel für seinen damaligen Verein Bayer 04 Leverkusen machte.

Ein Vorfall nach der Niederlage gegen den FC Bayern München im DFB-Pokal, zwang die Verantwortlichen von Bayer 04 dazu den Vertrag mit Spahic vorzeitig aufzulösen.

Grund dafür, war ein Ausraster des Bosnier, als dieser nach dem Abpfiff mehrere Ordner angriff und auf diese einschlug, sodass einer sogar zwei Zähne verlor. Da dies nicht der erste Vorfall war, bei dem Spahic die Nerven verlor und durch Aggresivität und Prügelattacken auffiel, griff Leverkusen direkt zu dieser drastischen Entscheidung.

Nach seinem Rauswurf, blieb der Übeltäter beinah ein Jahr lang vereinslos, bevor er dann in die Bundesliga zurückkehrte und 1 1/2 Jahre für den HSV spielte.

In der französischen Ligue 1 hält er zudem den Rekord für die längste Sperre. Nach einem Ellbogencheck wurde der Bosnier für sieben Spiele in der Liga gesperrt.

Luis Suarez - 2014

Für die unschönste Szene bei der Weltmeisterschaft 2014 sorgte zweifelsohne Uruguays Luis Suarez.

Im Spiel gegen Italien biss der Stürmerstar dem Italiener Giorgio Chiellini in die Schulter.

Nach seinem Biss warf Suarez sich zu Boden, griff sich an den Kiefer und beschwerte sich dann auch noch beim Schiedsrichter. Der Schiedsrichter hatte die Aktion jedoch nicht gesehen und auch die Bissspuren auf Chiellinis Schultern überzeugten ihn nicht, sodass die Tätigkeit vorerst keinerlei Folgen für Suarez hatten.

Kurz nach dem Spiel behauptete der Stürmer dann, dass er auf die Schulter des Italieners gefallen sei. Erst lange Zeit später folgte die Entschuldigung für seinen Biss.

Da dies nicht das erste Mal war, dass Suarez seinen Gegenspieler gebissen hatte, bestrafte die FIFA den Wiederholungstäter knallhart. Neben einer Sperre für neun Pflicht-Länderspiele, wurde der jetztige Barcelonastürmer vier Monate lang für alle fußballerischen Aktivitäten ausgeschloßen.

Stefan Effenberg - 1994

Es geschah am 27. Juni 1994 bei der Weltmeisterschaft in den USA. Die deutsche Nationalmannschaft konnte bei diesem Spiel genauso wenig überzeugen, wie in den beiden Spielen davor. Besonders Stefan Effenberg konnte seine fußballerische Klasse an diesem Tag nicht zeigen und fiel eher durch arrogante Aktionen und grobe Fouls auf.

Nach einer gelben Karten, entschied Bundestrainer Berti Vogt dann, den selbsternannten "Tiger" auszuwechseln. Als der Wechsel verzogen wurde, machten einige Fans lautstark ihren Unmut über Effenbergs Auftreten bemerkbar.

Seine Reaktion gilt als eine der größten Skandale in der Geschichte der Nationalmannschaft. Höhnischen lächelnd zeigte Effenberg den Fans den ausgestreckten Mittelfinger.

Nach dieser Aktion reagierte Trainer Vogt direkt und warf seinen Offensivspieler direkt aus der Nationalmannschaft mit den Worten: "Solange ich für die Nationalmannschaft verantwortlich bin, wird Stefan Effenberg nicht mehr für Deutschland spielen."

Auch die internationale Presse zeigt sich empört von Effenbergs "Stinkefinger" und tituliert ihn Vortan als "enfant terrible" des deutschen Fußballs.

Nicht nur wegen dieses Vorfalls fiel Effenberg, trotz seines enormen Talents, öfter durch Provokationen, Arroganz und Unsportlichkeiten auf.

Eric Cantona - 1995

Es ist die wohl berühmteste Szene einer faszinierenden Karriere. Am 26.1.1995 sorgte Eric Cantona für einen der größten Skandale der Fußballgeschichte.

Im Spiel gegen Crystal Palace erhielt der Stürmerstar von Manchester United eine rote Karte. Bei seinem Gang in den Spielertunnel wurde er dann von einem gegnerischen Fan rassistisch beleidigt und bespuckt. Daraufhin brannten dem Franzosen die Sicherungen durch. Mit beiden Beinen vorraus sprang er über die Werbebande auf den Fan zu und trat auf ihn ein. Die Folge: Cantona wurde für acht Monate vom Fußball weltweit gesperrt. Zusätzlich musste er 120 Sozialstunden abliefern.

Seinen Tritt bereut der von den Fans zum "United-Spieler des Jahrhundert" gewählte Cantona heute. Jedoch sagte er in einem Interview, dass er nicht den Tritt bereue, sondern er wünschte sich, er hätte damals fester zugetreten. #Sport