Erst die Ehrung in London, dann der Untergang in Wembley

Bei den "FIFA The Best Awards 2017" in London drehte sich dieses Jahr alles um Real Madrid. Nicht nur, weil der Portugiese Cristiano Ronaldo zum fünften Mal zum besten Spieler der Welt gewählt wurde. Auch Trainer Zinedine Zidane wurde geehrt und als "Coach of the year 2017" ausgezeichnet.

Hinzu kommt, dass Real mit gleich fünf Akteuren auch noch die Mannschaft des Jahres dominierte. Neben dem Deutschen Toni Kroos schafften es Sergio Ramos, Marcelo, Luka Modric und Cristiano Ronaldo in das "FIFA Team of the year".

In feinster Abendgarderobe und mit einem breiten Lächeln nahmen die Preisträger ihre Auszeichnung entgegen, posierten für die Fotografen und genossen den Abend inmitten der Weltelite des Fußballs.

Der zweite Besuch in London, dieses Mal auf dem grünen Rasen und nicht auf dem roten Teppich, war dann aber weniger von Glanz geprägt.

Werbung
Werbung

Einer bitteren 2:1-Niederlage vergangenen Sonntag gegen den Aufsteiger FC Girona folgte eine katastrophale 3:1-Niederlage gegen Tottenham im denkwürdigen Wembley-Stadion. Die Spurs führten die Gäste regelrecht vor und führten nach 65 Minuten bereits mit 3:0. Ronaldos Treffer in der 80. Minute diente lediglich zur Ergebniskosmetik.

Das Weiterkommen in der Champions League Gruppenphase ist durch die Niederlage gegen die Londoner zwar nicht gefährdet, da auch bei Borussia Dortmund die erwünschten Ergebnisse ausgeblieben sind. Dennoch wird von den "Königlichen" stets ein Sieg erwartet. Niederlagen werden nicht geduldet, besonders nicht auf internationaler Bühne.

La Liga bereits entschieden?

Die Meisterschaft scheint zudem, mehr oder weniger, bereits entschieden zu sein. Nach zehn Spieltagen liegt man bereits acht Punkte hinter dem Erzrivalen FC Barcelona.

Werbung

Bei den zwei Niederlagen gegen Girona und Betis Sevilla blieben die fest eingeplanten sechs Punkte aus. Und auch in den Spielen gegen Alaves und Getafe, konnte der amtierende spanische Meister zwar knapp gewinnen, doch die gewohnte Dominanz und Spielkontrolle ließen sie auch hier vermissen.

Ronaldo mit Kritik an den Bossen

Den Grund dafür, dass derzeit nicht alles rund läuft bei Madrid, sieht Superstar Ronaldo in der Sommer-Transferpolitik.

So lobte der Weltfußballer zwar die neuen, jungen Spieler im Kader, aber verurteilte im nächsten Satz, dass Spieler wie Pepe, James Rodriguez und Alvaro Morata abgegeben wurden. Eine klare Kritik an den Real Bossen und dem personellen Umbruch des Vereins.

Zidane Nachfolger bereits gefunden?

Einige Medien hingegen, sehen die Schuld bei Trainer Zinedine Zidane. Anscheinend soll mit Tottenhams Trainer Mauricio Pochettino sogar schon ein Ersatz für den Franzosen gefunden worden sein. Reals Präsident Florentino Perez betonte zuletzt, wie gut das Verhältnis zwischen ihm und Pochettino doch sei und lobte anschließend seine Arbeit in der Premier League in den höchsten Tönen.

Werbung

Gegen einen Rausschmiss von Zidane spricht die enorme Ausbeute des Franzosen bei Real. Unter dem Weltmeister von 1998 hält Madrid einen Punktedurschnitt von 2,39 in 105 Ligaspielen. Eine unglaubliche Bilanz! Hinzu kommt, dass Madrid mit Cheftrainer Zidane als erste Mannschaft überhaupt die UEFA Champions League zweimal hintereinander gewinnen konnte.

Doch das einem der Gewinn von Europas wichtigster Vereinstrophäe nicht vor dem Rauswurf bei den "Königlichen" bewahrt, mussten bereits einige Trainer erfahren. Berühmtestes Beispiel aus deutscher Sicht ist hier Bayern Münchens Trainer Jupp Heynckes.

Las Palmas als letzte Chance?

Am Sonntag, den 5. November, empfängt Real Madrid den 18. der spanischen LaLiga UD Las Palmas im Santiago de Bernabeu. Bei diesem Spiel wird alles andere als ein überzeugender Heimsieg nicht geduldet.

Sollte auch hier ein Sieg ausbleiben, wird der bereits wackelige Trainerstuhl von Zidane wohl eine weitere Schraube verlieren.

Ob das Team um Kapitän Sergio Ramos den Kritikern in den kommenden Wochen zeigen kann, dass sie auch weiterhin unter Zinedine Zidane erfolgreich Fussball spielen können, wird sich zeigen.

Sicher ist jedenfalls, dass die Mannschaft derzeit weit weg davon ist, dass auch die FIFA Best Awards 2018 in fester Hand der Madrilenen sein wird. #Fußball #Sport