Dortmund blamiert sich gegen Nikosia, Leipzig zeigt, dass es Potenzial hat, doch ob es für die Gruppenphase reicht, steht in den Sternen – die deutschen Vereine standen schon besser da in der #Champions League. In den letzten Jahren gab es tatsächlich nur einen Verein, von dem man konstant solide Leistungen in der Königsklasse sah: Der #FC Bayern München. Der mitgliederstärkste Sportverein der Welt zählt fünf Champions-League-Titel/Siege im Europapokal der Landesmeister sowie fünf weitere Finalteilnahmen – danach kommt lange nichts an deutschen Vereinen in der Königsklasse. Doch dieser Artikel soll sich nicht mit der traurigen Seite des deutschen Vereinsfußballs international beschäftigen, sondern ganz besondere Momente festhalten – die fünf höchsten Siege der Bayern in der Champions League.

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Platz 5 – FC Bayern München – Sporting Lissabon 7:1 (2008/09)

Schon beim Hinspiel in Lissabon zeigte sich ein Unterschied von mehr als nur einer Klasse – die Bayern siegten ungefährdet 5:0. Doch wer nun denkt, dass damit der Ehrgeiz der Münchner gestillt wäre, irrt – die Bayern lieferten im Rückspiel (10.3.2009) eine echte Torgala ab. Schon in der 7. Minute traf Lukas Podolski, in der 34. schnürte er den Doppelpack nach Vorlage von Torwart Hans-Jörg Butt. Das 3:0 erzielte der Brasilianer Polga nach Ecke von Schweinsteiger ins eigene Tor. In der 42. Minute gelang den Portugiesen wenigstens das 1:3 doch sämtliche Hoffnungen auf ein Unentschieden wurden noch vor der Pause von Bastian Schweinsteiger zunichte gemacht – 4:1 (43.) Mark van Bommel, Miroslav Klose und Thomas Müller stellten in der zweiten Hälfte den Endstand her.

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Leider musste man sich im Viertelfinale deutlich (0:4, 1:1) dem FC Barcelona geschlagen geben, der später auch den Pokal holte.

Platz 4 – AS Rom – FC Bayern München 1:7 (2014/15)

Dieser höchste Auswärtssieg in dieser Liste ist gleichzeitig wohl auch der überraschendste in den Top 5. Rom hatte sich im Hinspiel der Gruppe E als zäher Gegner erwiesen, verlor „nur“ mit 0:2 – in München wohlbemerkt. Darum rechneten sich die Römer heimlich sicherlich Chancen auf wenigstens einen Punkt aus. Das Rückspiel sollte für die Römer um Miralem Pjanic, Daniele de Rossi und Francesco Totti allerdings zum Desaster werden. Nach 36 Minuten hatten die Bayern nämlich bereits fünfTore erzielt – fünf mehr als Rom. Arjen Robben (2), Mario Götze, Robert Lewandowski und Thomas Müller per Handelfmeter waren erfolgreich. Nach der Pause versuchte sich Rom in Schadensbegrenzung, es gelang immerhin das 1:5 durch einen Gervinho-Kopfball. Doch auch Franck Ribéry und Xherdan Shaqiri trugen sich in die Torschützenliste ein und demütigten Rom vor eigenem Publikum.

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Diesmal kamen die Münchner bis ins Halbfinale, wo sie abermals an Barcelona scheiterten (0:3, 3:2), das auch abermals den Titel holte.

Platz 3 – FC Bayern München – FC Basel 1893 7:0 (2011/12)

Im Achtelfinale der Saison 2011/12 wartete der FC Basel, der sich immerhin gegen das große Manchester United durchsetzen konnte. Obwohl man also gewarnt war, folgte eine 0:1-Niederlage auswärts. Man war schockiert in München – wie sollte man eine solche Sensation überwinden? Nun, indem man einfach eine noch größere Sensation schafft. Die Bayern legten an diesem 13 März 2012 alles daran, nicht nur weiterzukommen, sondern die Fans zu entschädigen. So trafen Robben, Müller und Mario Gomez noch in der 1. Halbzeit jeweils einmal und zwangen Basel offensiver zu spielen. Dadurch ergaben sich allerdings noch mehr Räume in der zweiten Hälfte, wodurch Gomez mit drei weiteren Toren und erneut Robben den Endstand von 7:0 schafften. Die Revanche war geschafft, mit den Münchnern war wieder zu rechnen. Sie schafften es bis in das denkwürdige Finale gegen den FC Chelsea, das nur knapp im Elfmeterschießen verlorenging, obwohl man in der regulären Spielzeit schon alles hätte klar machen können.

Platz 2 – FC Bayern München – Shakhtar Donetsk 7:0 (2014/15)

Nicht nur Rom erwischte es in dieser Saison heftigst – auch die Ukrainer aus Donetsk bekamen eine ordentliche Lehrstunde. Im Achtelfinal-Hinspiel (aus Sicherheitsgründen in der Arena in Lviv abgehalten) konnten die Mannen um Klublegende Darijo Srna den Müncher Favoriten noch ein 0:0 abtrotzen. Im Rückspiel am 11. März 2015 gab es dafür die volle Packung: Müller (2), Jerome Boateng, Ribéry, Holher Badstuber, Lewandowski und Götze machten die Partie zu einer Vorführung – mehr als 70% Ballbesitz ist nur eine Zahl, die eigentlich nicht in einem Achtelfinale der Champions League zu finden ist. Doch auch dieser Sieg brachte nicht den vollen Erfolg; wir kennen die Geschichte bereits, man scheiterte wieder am späteren Sieger.

Diese beiden 7:0-Siege scheinen spektakulär, doch das war noch nicht alles, betrachtet man den Vorläufer der Champions League:

Platz 1 – FC Bayern München – Omonia Nikosia 9:0 (1972/73)

Für dieses atemberaubende Ergebnis müssen wir weit in der Zeit zurückreisen – bis zum 24. Oktober 1972 um genau zu sein. In der ersten Runde des Europapokals der Landesmeister hatten die Bayern Galatasaray mit 7:1 ausgeschaltet. Nun wartete im Achtelfinale (damals zum Teil noch „2. Runde“ genannt) Omonia Nikosia aus Zypern auf die Münchner – kein unschlagbarer Gegner, um es vorsichtig auszudrücken. Das Hinspiel in München verlief dann auch sehr einseitig: Schon zur Halbzeitpause stand es erwartungsgemäß 4:0, am Ende gewannen die Münchner, unter anderem nach fünf Toren von Gerd Müller, mit dem unglaublich hohen Ergebnis von 9:0 – bis heute der höchste Sieg der Bayern in der Geschichte des Wettbewerbes. Allerdings waren alle leisen Titelträume bereits im Viertelfinale beendet – die 0:4 Niederlag bei Ajax Amsterdam war zu Hause nicht mehr aufzuholen, nach einem respektablem 2:1-Heimsieg mussten die Bayern zuschauen, wie die Niederländer am Ende die Trophäe holten – man war, wie immer, wenn man hoch gewonnen hatte, gegen den späteren Titelgewinner ausgeschieden. #Fußball