„Es war dieses Mal auch ein wenig Glück dabei“, gestand Coach Christian Stieglitz nach dem 2:1-Erfolg seines FC Erfurt Nord im Landesklasse-Ortsderby gegen Blau-Weiß Büßleben. „Nächste Woche fragt keiner mehr danach, wie wir die Punkte geholt haben. Bei einem Derby zählt im Allgemeinen nur das Ergebnis. Zudem haben wir uns vielleicht wegen der besseren ersten Halbzeit das eine Tor mehr auch verdient.“

Mit den drei Punkten vom Samstag hat sich die Elf von der Grubenstraße endgültig die beste Platzierung eines Teams aus dem Fußballkreis Erfurt-Sömmerda auf Landesebene zum Weihnachtsfest gesichert (derzeit Staffel-Dritter), nachdem sie noch eine Woche zuvor durch das 3:0 gegen Leinefelde den Rivalen aus Büßleben überholt hatte.

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Die Gastgeber beherrschen die erste Halbzeit

„Wir hatten gerade in den letzten 15 Minuten Chance auf Chance, haben aber einfach das Tor nicht getroffen. Ein Unentschieden wäre sicher gerecht gewesen“, meinte Stieglitz' Gegenüber Mario Wisocki. „Zugeben müssen wir aber, dass es vor der Pause schon 3:0 für Nord stehen konnte, wenn es für uns dumm gelaufen wäre.“

Zwar brachten die Hausherren im ersten Durchgang mehr als einmal den Ball an Keeper Maximilian Mickoleit vorbei, nicht jedoch häufiger als einmal im Tor unter. So landete beispielsweise Manh Van Phams Kopfballheber über den jungen Büßlebener hinweg am Pfosten. Feldspieler des SV Blau-Weiß mussten mitunter die eigene Torlinie bevölkern, um Gegentreffer zu verhindern. Lediglich in der 14. Minute kam jede Hilfe zu spät: Michel Wolfersdorf und Norman Müller hatten sich per Doppelpass nahe der rechten Eckfahne durchgesetzt, ehe nach der Eingabe Mic Metschulat in der Mitte eine Fußspitze eher am Ball war als alle anderen und den Ball in den Giebel nagelte.

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Auf der anderen Seite wurde es bei einem Robert-Simon-Freistoß aus 30 Metern gefährlich, der womöglich die Büßlebener Offensivgeister ins Leben küsste. Nach einer halben Stunde nahmen auch die Gäste am nun rassigen und attraktiven Duell auf Augenhöhe teil.

Und sie trafen: Erik Tschirschky hatte nach einer feinen Einzelaktion sein Glück in einen Abschluss gelegt. Über den Umweg eines Abwehrbeins und einer anschließenden Bogenlampe landete es in Gestalt des Balles sieben Meter vor dem Tor von Ionut Claudiu Geoacas. Marc Frenzel, nach seiner Rotsperre zurück in der Wisocki-Startformation, packte entschlossen zu und verwandelte es zum 1:1 (39.).

Büßleben übernimmt das Kommando, Nord kontert

In der Halbzeitpause stellte Wisocki um, opferte mit Timon Kiermeier eine Sechserposition zugunsten desselben Spielers vor der Deckung, um die langen Pässe auf den bis dahin stets für Gefahr sorgenden Andy Pham zu unterbinden. Das funktionierte, Büßleben bekam mehr und mehr Kontrolle über die Begegnung, spielte vollends auf Sieg.

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Das wiederum verschaffte den Hausherren immer wieder üppige Räume für vielversprechende Gegenstöße. Die Zuschauer bekamen ein interessantes Duell mit lange Zeit offenem Spielausgang geboten. Letztlich entschied es Unglücksrabe Christoph Hempel mit einem Eigentor: Er wurde zehn Minuten vor Schluss angeschossen, in der Folge flutschte der Ball durch Mickoleits Beine zum 2:1. Büßleben indes steuerte bis zum Abpfiff vehement auf das 2:2 zu. Doch weder Philip Kreische aus fünf Metern noch Thomas Richter, der in der Nachspielzeit das leere Tor verfehlte, belohnten die Gäste für ihren couragierten Auftritt.

Somit fand die Erfolgsserie Nords ihre Fortsetzung: Nunmehr 23 von 27 möglichen Punkten aus den jüngsten neun Spielen deuten darauf hin, dass der Stieglitz-Elf die anstehende Winterpause vielleicht gar nicht sonderlich gelegen kommt. Die Büßlebener, die derzeit viele angeschlagene Akteure in ihren Reihen haben, werden die nächsten Wochen zum Verschnaufen nutzen. „Wir trainieren jetzt erst einmal überhaupt nicht, steigen dafür umso energischer rechtzeitig in die Vorbereitung für die Rückrunde ein“, so Wisocki.

„Wir sind stolz, dass wir in den letzten Wochen diese tollen Leistungen abrufen konnten und nun Dritter sind. Das haben wir uns verdient, die Tabelle lügt nicht“, verabschiedete sich Stieglitz erfreut in die Adventswochen.

Kreisoberliga, 14. Spieltag.

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