Die Gruppenphase ist geschafft, jetzt wird es mit Beginn der KO-Runde erst richtig spannend in der Königsklasse. Einziger deutscher Vertreter dieses Jahr: #FC Bayern München. Die Bayern spielten solide, konnten allerdings „nur“ den zweiten Platz in der Gruppe erreichen, da PSG Tore nach Belieben schoss. Glück für die Bayern: vorerst können sie PSG aus dem Weg gehen (Mannschaften aus der gleichen Gruppe treffen nicht wieder aufeinander). Als Gruppenzweiter müssen die Münchner dennoch im Achtelfinale ihr Können gegen einen der sieben restlichen Gruppenersten beweisen. Wir haben uns alle Kandidaten mal genauer angesehen, einzelne Spieler beleuchtet und die Tendenz bewertet:

FC Barcelona

Auch nach dem Abgang Neymars zeigt sich Barcelona als eine der stärksten Mannschaften Europas.

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In der Gruppenphase konnte man unter anderem Juventus Turin mit 3:0 besiegen, allerdings offenbarten die Spanier gegen Piräus eine überraschende Unfähigkeit, trotz 66% Ballbesitz ein Tor zu erzielen. Allerdings konnte Barcelona, wenn es vorne nicht klappte, auf die Defensive vertrauen: ein einziges, unbedeutendes Gegentor beim 3:1 gegen Piräus im Rückspiel kassierte Barcelona. Superstar im Team ist nach wie vor Lionel Messi. 97 Champions League Tore in 121 Spielen – nur Cristiano Ronaldo hat noch mehr auf dem Konto. Ebenfalls mit Ronaldo teilt Messi sich den Rekord der meisten gewonnenen Balon D´Ors (5). Doch auch neben Messi ist Barcelona Weltklasse aufgestellt, sei es die Offensive mit Rekordeinkauf Ousmane Dembélé (20) und Luis Suárez (30), das Mittelfeld mit Sergio Busquets (29), Ivan Rakitic (29) und Andrés Iniesta (33), der schon zwei Europameisterschaften und eine Weltmeisterschaft gewann, oder die Defensive, die trotz des Ausfalls von Samuel Umtiti (24) noch mit Leuten wie Gerard Piqué (30), Jordi Alba (28) und Keeper Mar-André ter Stegen (25) aufwarten.

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In der Breite können die Bayern zwar mithalten, allerdings sind die Katalanen auf manchen Positionen schlicht noch besser besetzt. Tendenz: Vorteil Barcelona

Manchester City

Hätte City sich nicht im letzten Gruppenspiel in Donetsk (1:2) dazu entschieden, zurückhaltender zu agieren um den Fokus auf das Spiel gegen den Rivalen ManU zu legen, wir hätten wohl eine perfekte Gruppenphase gesehen. Ein alter Bekannter für die Bayern wäre in diesem Duell Kevin de Bruyne. Bis 2015 kickte der Belgier in der Bundesliga für Bremen und Wolfsburg. Besonders seiner überragenden letzten Saison (21 Assists) hat de Bruyne es zu verdanken, dass sein Marktwert mittlerweile 75 Millionen Euro erreicht hat. Mit unter anderen Sergio „Kun“ Agüero (29), Raheem Sterling (23) und Bernardo Silva (23) stehen aber auch mehrere hochwertige Abnehmer bereit. In der Defensive hat Manchester City nicht ganz so viel zu bieten, insbesondere da Benjamin Mendy (23) aufgrund einer komplizierten Verletzung am Kreuzband lange ausfällt.

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Es würde vermutlich ein umkämpftes Duell, Manchester Citys starke Offensive dürfte aber die Nase etwas vorne haben. Tendenz: leichter Vorteil Manchester City

Manchester United

Auch ManU verlor nur ein Spiel (0:1 in Basel) in der Gruppenphase, hatte aber zugegebenermaßen auch eine einfachere Gruppe (Basel, ZSKA Moskau und Benfica Lissabon gehören allesamt nicht zur absoluten europaweiten Elite). Paul Pogba gehört zu den besten, aber auch am meisten polarisierenden, Spielern Europas. Für über 100 Millionen Euro wechselte er 2016 nach Manchester, wo er zwar nicht konstant Weltklasse aber doch gesetzt ist. Einen großen Teil der Hinrunde verpasste Pogba verletzungsbedingt, doch er wird im Achtelfinale wieder alles geben. Mit Romelu Lukaku (24) steht im ein Sturmpartner von Weltklasseformat zur Seite. Weitere Stützen im Spiel der Briten sind David de Gea (27), Ex-Dortmunder Henrikh Mkhitaryan (28) sowie die jungen Talente Anthony Martial (22) und Marcus Rashford (20). Bei Manchester United fällt auf, dass zwar einzelne Spiele Weltklasseformat besitzen und Spiele durchaus allein entscheiden können, doch die Mannschaft als Komplex sehr starke Leistungsgefälle aufweist. Bei den Bayern gibt es zwar ebenfalls Spieler von internationalem Format, doch die Chemie stimmt besser, die meisten Spieler haben schon mehr Erfahrung im gemeinsamen Spiel. Tendenz: leichter Vorteil Bayern

Besiktas

DIE Überraschungsmannschaft der Vorrunde – auch wenn Besiktas von der Schwäche Monacos und der Unerfahrenheit der Leipziger profitierte kann man ihnen eine gewisse Qualität im Auftritt als Mannschaft nicht absprechen. Besonders auswärts zeigte Besiktas sich stark, gab keinen Punkt ab. Besonders bedanken dürfen sich die Kicker vom Bosporus dabei bei Cenk Tosun. Der Star des Teams schoss in 6 Spielen 4 Tore. Dennoch muss man festhalten, dass Besiktas im Achtlfinale der klare Underdog ist. Die Bayern sind auf jeder Position besser aufgestellt. Tendenz: Vorteil Bayern

Tottenham Hotspur

Die Spurs konnten sich etwas überraschend als Gruppenerster vor Real Madrid durchsetzen, gaben während der Gruppenphase nur im Bernabeu zwei Punkte ab. Sie mauserten sich von einer Mannschaft, die zwar immer für Überraschungen gut war, aber nie wirklich im Konzert der Großen mitreden konnte, zu einem starken Konkurrenten in der Champions League. Ganz Europa schaut auf Harry Kane, den Erfolgsgaranten der Spurs. Sechs Tore in sechs Gruppenspielen machen ihn zum zweitbesten Torjäger der aktuellen CL-Saison (nach Cristiano Ronaldo). Doch man darf die Londoner nicht auf den Star reduzieren: Die Offensivabteilung beinhaltet auch Spieler wie Christian Eriksen oder Dele Alli, welche sie zu einer der stärksten der Welt machen. In der Defensive stehen erfahrene Leute wie Jan Vertonghen und Hugo Lloris (beide 30) an der Seite von jungen, hochtalentierten Stars von morgen wie Davinson Sanchez (21), Serge Aurier (24) oder Eric Dier (23). Tottenham hat momentan wohl die stärkste Mannschaft seiner Geschichte, ein Sieg der Bayern scheint nicht unmöglich, aber doch wie eine kleine Überraschung. Tendenz: Leichter Vorteil Tottenham

AS Rom

Auch Rom galt nicht gerade als Topanwärter auf den Gruppensieg – immerhin hatte man den FC Chelsea London und Atlético Madrid erwischt. Doch Atlético blamierte sich mit zwei Unentschieden gegen FK Qarabağ Ağdam und Chelsea – punktgleich und mit der besseren Tordifferenz – zog im direkten Vergleich mit Rom den Kürzeren. Denker und Lenker bei der Roma ist Radja Nainggolan. Der Belgier mit den auffälligen Frisuren war ein echter Glücksgriff für Rom, als sie ihn 2014 für nur 15 Millionen Euro von Cagliari Calcio loseisten. Seine Stärke ist seine Vielseitigkeit, er kann sowohl die schmutzige Arbeit verrichten als auch für geniale Momente in der Spieleröffnung sorgen. Wenn in einer eventuellen Achtelfinalbegegnung die Münchner den 29-fachen Nationalspieler Belgiens unter Kontrolle kriegen zeigt sich jedoch, dass Rom hinter Nainggolan nicht sonderlich stark aufgestellt ist: Namen wie Konstantinos Manolas (26) oder Edin Dzeko (31) mögen vielversprechend klingen, allerdings fehlt diesen ein gutes Stück Konstanz. Rom bräuchte schon einen überragenden Tag, um etwas gegen die Münchner reißen zu können. Tendenz: Vorteil Bayern

FC Liverpool

In einer der vermeintlich einfachsten Gruppen (Sevilla, Spartak Moskau, Maribor) konnte Liverpool nicht glänzen, aber mit dem Einzug ins Achtelfinale als Gruppenerster endlich wieder ein internationales Erfolgserlebnis zu verzeichnen. Der Superstar der Mannschaft ist Philippe Coutinho, Brasiliens große Hoffnung für die Zukunft. Unglücklicherweise hatte Coutinho nach zwei Verletzungen zu Beginn der Saison Schwierigkeiten, sein Potenzial auszuschöpfen. Allerdings scheint er sich gerade rechtzeitig für die Rückrunde warmzuschießen: Gegen Spartak Moskau traf er beim Schützenfest der Liverpooler dreimal. Doch auch sonst erwies sich Liverpool als absolute Offensivmacht: Roberto Firmino traf in dieser Champions-League-Saison bereits sechsmal, Mohamed Salah verzeichnet sechs Treffer. In der Verteidigung hingegen sieht es nicht ganz so gut aus. Seit der Verletzung von Rechtsverteidiger Nathaniel Clyne (26), der frühestens zum Rückspiel wieder zur Verfügung steht, bleibt einzig Joel Matip (26) als Verteidiger von internationalem Format. Im Tor stehen mit Loris Karius (24) bzw. Simon Mignolet (29) zwei durchaus solide, aber keines falls auf dem Niveau eines Manuel Neuers spielende Keeper bereit. Auch hier kommt es darauf an, wie gut die Bayern in der Defensive stehen und die Offensivabteilung der „Reds“ ausschalten. Tendenz: Ausgeglichen

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