Ein Tor schöner als das andere beim FC Borntal

Es war die Kehrseite des vergangenen Wochenendes: Während die Großrudestedter nach ihrem 3:2-Erfolg auf dem Kunstrasen der SG Blau-Weiß/Eintracht nun beim 1:5 auf jenem im Borntal nicht viel mehr als den Hauch einer Chance auf Punkte verspürten, schossen sich die Hausherren um ihren rundum zufriedenen Trainer René Deubner nach dem biederen 0:2 gegen Stotternheim den Frust von der Seele. Überhaupt hatten die Borntaler zuletzt sechsmal in Folge nicht gewonnen. „Da hilft es auch nicht viel, wenn man sich oft vom Gegner eine gute Spielanlage bescheinigen lässt“, sagte Deubner. Umso mehr freute ihn, dass neben dieser gegen Großrudestedt auch die taktische Umsetzung des Vorgenommenen samt konsequenter Zweikampfführung passte.

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Das Zentrum um den starken Sören Wagner auf der Sechs war dicht, im schnellen Umkehrspiel fanden die Pässe in die Tiefe ihre Abnehmer; über die Außen wurden die Bälle meist flach in den Rückraum gespielt. Deubner: „Das sah endlich mal nach Fußball aus, so wie wir ihn spielen können.“

Doch auch bei den wenigen hohen Pässen strahlte der Platzherr Gefahr aus – etwa bei Ronny Pauls Vorlage für Raschid Omeirat. Dank seiner feinen Technik hatte Omeirat den Ball mit der Brust angenommen, bevor er ihn zum 1:0 in die Maschen beförderte (24.). Vor dem 2:0 hatte Borntal wiederholt erfolgreich gepresst, das Zuspiel in die Tiefe veredelte Maximilian Rast (39.).

Zehn Minuten nach Wiederanpfiff beschenkte Rechtsverteidiger Rocky Butzke seine Borntaler zu seinem persönlichen Abschied.

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Arbeitsbedingt verlässt er den Verein im Winter. Infolge einer gelungenen Ballstafette im Großrudestedter Strafraum setzte er den Ball aus 18 Metern ebenso sehenswert ins lange Eck.

Gab es eine Möglichkeit für die Gäste, doch noch zurück ins Spiel zu kehren, so in der Druckphase nach Pascal Zellmanns 1:3 (60.). Aaron Weißmann konnte diese mit seinem verschossenen Elfmeter noch nicht beenden, Rast mit seinem zweiten Treffer indes schon (78.): Von Wagner bedient, fackelte er nicht lange und drosch den Ball aus 25 Metern ins rechte obere Eck. Die Krönung in Sachen Traumtore lieferte jedoch Roberto Sell. Seinen Eckball von rechts versenkte er absichtsvoll mit links im langen, unbewachten Toreck – selbstredend direkt (85.).

Großer Kampf Vieselbachs bleibt unbelohnt

Die mit Mann und Maus um ein Remis rackernden Vieselbacher wurden auf dem Walschlebener Hartplatz Sekunden vor dem Abpfiff bei ihrer 1:2-Niederlage brutal mit leeren Händen auf die Heimreise geschickt. Nicht doppelt, sondern dreifach bitter: Eine knappe Viertelstunde vor Schluss hatten erst Christian Bienzeisler, dann Hendrik Ruby die Ampelkarte hinnehmen müssen.

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Dabei hatte es für die Gäste nicht schlecht angefangen: Der Walschlebener Simon Wüsten konnte bei seinem Rettungsversuch vor einem einschussbereiten Vieselbacher den Ball nur im eigenen Tor platzieren (17.). Die im Vergleich zum Hauptplatz kleinen Maße sowie der tiefe Boden des Hartplatzes kamen fortan der Elf von Coach Ronny Richter entgegen.

Auf der anderen Seite war der Walschlebener Co-Trainer Sascha Meißner begeistert von der Einsatzfreude seiner Mannen, die unaufhaltsam auf Torerfolge drückten. „Natürlich freut sich kein Fußballer auf so einen Platz, doch die Jungs haben die Begebenheiten so angenommen und mit Laufbereitschaft und Einsatz alles probiert, was an so einem Tag geht.“

Ohne viel Raum lassen sich jedoch Torchancen spielerisch nur schwer kreieren. Kaum verwunderlich, dass der Ausgleich durch Georg Fischers Kopfball im Anschluss an einen Eckball fiel (23.).

Im zweiten Durchgang wurde die Partie für die Gastgeber mehr und mehr zum Rennen gegen die Zeit. Knapp daneben, wieder etwas weiter vorbei, nochmal kein Tor: Chancen waren da, Tore nicht, der Schlusspfiff drohte. Nach einem letzten weiten Schlag gen Gehäuse des Vieselbacher Torhüters Kevin Schröter landete das Streitobjekt irgendwie vor den Füßen von Benjamin Duske. Der imitierte mit seinem 2:1 den dieses Mal leer ausgegangenen Torjäger Kevin Köllner als Matchwinner und sorgte mit dem Treffer in letzter Sekunde für eine prächtige Laune bei seinen Walschlebenern (94.), die mit allen drei Punkten umso stimmungsvoller wenig später den heimischen Weihnachtsmarkt in Beschlag nehmen konnten.

#seitenwechsel: Vor allem das gute Gefühl spielte in der Analyse der beiden Heim-Coaches eine große Rolle.

René Deubner (FC Borntal): „Mit einem solchen Erfolgserlebnis in die Winterpause zu gehen, hat für die junge Mannschaft einen großen Wert. Sie hat gezeigt, dass sie richtig guten Fußball spielen kann. Und da ich kein alles überragendes Team in der Kreisoberliga sehe, bin ich davon überzeugt, dass die Mannschaft jeden schlagen kann.“

Sascha Meißner (Co-Trainer Walschleben): „Ein solcher Sieg schweißt eine Mannschaft noch enger zusammen. Wenn du ein ganzes Spiel lang darauf hinarbeitest und dich in letzter Sekunde belohnst, stärkt das die Moral. Auch dass danach alle gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt hier in Walschleben gehen, fühlt sich besonders an.“

Walschleben/Elxleben – Vieselbach/Azmannsdorf 2:1

Walschleben: Witter, Duske, Wüsten, Kosse, Fischer, Funke (71. Armstroff), Gerke, Köllner, Döring, Schuchardt (82. Haun), Ehrich.

Vieselbach: Schröter, Müller (88. Kurz), C. Bienzeilser (78. GR), Winkelmann, Glatzel, Grimm, Dinger (65. Abendroth), Gutzeit, Ruby (79. GR), Skaba, Reiber.

T.: 0:1 Wüsten (17. ET), 1:1 Fischer (23.), 2:1 Duske (90.+4).

FC Borntal – Großrudestedt 5:1

Borntal: Köhler, Butzke, Ezold (80. Bodo), Paul, Rast, Sell (86. Ortlepp), Weißmann, Wagner, Westhaus, Bomba, Omeirat (71. Zeh).

Großrudestedt: Muck, Bohn, P. Hesse, Kunold, Quatuor, Mörseburg, Zellmann, Menge, Teuber (72. Krisch), Herold, L. Hesse (46. Bürgermeister).

T.: 1:0 Omeirat (24.), 2:0 Rast (39.), 3:0 Butzke (56.), 3:1 Zellmann (60.), 4:1 Rast (78.), 5:1 Sell (85.).

#hintertorkamerad