BNP Paribas muss sich auf eine deutlich höhere Strafe für Verstösse gegen internationale Sanktionen einstellen als bisher angenommen. Wie Bloomberg berichtet versuchen die US-Behörden mittlerweile eine Geldstrafe von umgerechnet 3,65 Mrd. Euro durchzusetzen.

Die US-Staatsanwaltschaft verlangt von BNP unter anderem ein Schuldeingeständnis analog zum Fall von Credit Suisse, die US-Behörde missbilligt die wiederholten Verstösse und will künftig deutlich härter durchgreifen.

Die Aktie von BNP Paribas verlor am Mittwoch bis zu 3,1 Prozent.

BNP Paribas ist eine der führenden Geschäftsbanken Frankreichs und war an den Einlagen gemessen 2010 die größte Bank Europas, am Börsenwert gemessen 2011 die drittgrößte Bank Europas. Sie entstand am 23. Mai 2000 durch die Fusion der Banque Nationale de Paris (BNP) und der Paribas. Zusammen mit der Société Générale und dem Crédit Lyonnais gehört sie zu den drei alten Geschäftsbanken ("les trois vieilles") Frankreichs. Die Bank ist eine der 28 Großbanken, die vom Financial Stability Board (FSB) als "systemically important financial institution" (systemisch bedeutsames Finanzinstitut) eingestuft wurden. Sie unterliegt damit einer besonderen Überwachung und strengeren Anforderungen an die Ausstattung mit Eigenkapital.

Im September 2010 wurde BNP Paribas zusammen mit zehn anderen Banken vom Conseil de la Concurrence zu einer Geldbuße in Höhe von 381,1 Millionen Euro verurteilt. Die Banken hatten eine Verabredung getroffen, der zufolge sie von Januar 2002 bis Juli 2007 von ihren Kunden 4,3 Cent Scheckgebühren je Scheck verlangten, um Extragewinne zu erzielen. Dies betraf 80 % der in Frankreich verwendeten Schecks. #Finanzen