Sex sells! Diese Redewendung ist weitläufig bekannt. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass sich Produkte besser verkaufen lassen, wenn sie mit sexuellen Inhalten beworben werden. Dies funktionierte in der Vergangenheit bei Anbietern der unterschiedlichsten Produkte. Der Erfolg des Verkaufmottos lässt den Rückschluss zu, dass all jene kaum Probleme bekommen können, die selber mit dem Produkt „Sex“ handeln. Schließlich gilt z.B. die Prostitution als das älteste Gewerbe der Welt.

Erotik ist nicht gleichbedeutend mit höheren Verkaufszahlen

Der Erotikhandel dient als bestes Beispiel dafür, dass Sex nicht gleichbedeutend mit starken Umsätzen ist. Dieser befindet sich bereits seit einigen Jahren in der Krise. Konkurrenz aus dem Ausland, dem #Internet und sogar von branchenfremden Anbietern lässt die Umsatzzahlen sinken. Eine vermeintlich krisenfeste Branche steht vor Problemen und muss sich die Frage stellen: „Wie wird heute eigentlich Sex verkauft?“.

Dabei ist der Ideenreichtum vielfältig: Nach Versandhäuser und Sexshops folgte das Internet als neuer Vertriebskanal und sogenannten Dessous-Partys bringen den Verkauf von Erotikartikeln direkt nach Hause. Das Sortiment wurde über Jahrzehnte erweitert und vergrößert. Es bietet für jede erdenkliche Vorliebe und bietet jede Menge interessantes rund um das beliebteste Thema der Welt. Und dennoch lassen sich mit der überwiegend männlichen Kundschaft nicht mehr die gewünschte Erfolge erreichen.

Frauen als Heilsbringer für wachsende Umsatzzahlen

In Zeiten der Krise ist die Zielgruppe der Frauen als Rettung entdeckt worden. Es herrscht allgemeine Einigkeit darüber, dass diese schon immer als wichtigster Einkäufer in der Gesellschaft galt. Nach sexueller Revolution und Emanzipation sollen die Frauen nun als selbstbewusste und weltoffene Personen zur Kundin werden.

Es zeigt sich jedoch, dass dies mit deutlich mehr Problemen verbunden ist als erwartet. Anders als Männer lassen sich Frauen nicht von primitiven Slogans“ begeistern. Die Ansprüche an Produkte, Mitarbeiter und Unternehmen sind deutlich höher als bei den Männern. Das diese selbst von erfolgreichen Konzernen nicht mit Selbstverständlichkeit erfüllt werden können, zeigt das Beispiel der Kette Mae B. Es ist keine sieben Jahre her, da scheiterte der Marktführer Beate Uhse mit dem Versuch diese Geschäfte quasi als „Shop für Frauen“ zu etablieren.

Und dennoch scheint kaum ein Weg an den Frauen vorbei zu führen, wenn das Marktvolumen erhalten und kleine wie große Unternehmen vor dem drohenden Absturz bewahrt werden sollen.

Wie also sieht der ideale Shop für Frauen aus?

Kurzum: Er darf keiner mehr sein! Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass der Erotikeinzelhandel nur wenig Anreize für eine weibliche junge Zielgruppe bietet. Für eine erfolgreiche Ansprache sollten diese somit ihre komplette Standortpolitik und stationäre Ausrichtung überdenken.