In den kommenden drei Jahren wird Norwegen die libanesische Regierung bei dem Ausbau und der Entwicklung des libanesischen Öl- und Gassektors unterstützen. Nach Angaben des libanesischen Außenministeriums wurde das Abkommen von dem libanesischen Außenminister Gebran Bassil und Energieminister Arthur Nazarian, sowie Norwegens Staatssekretär Bard Pederson unterzeichnet.

Das Abkommen läutete die zweite Phase in der Zusammenarbeit beider Staaten ein. In dieser Phase wird Norwegen sowohl das Ministerium für Öl, als auch das Energie-, Umwelt- und Finanzministerium bei technischen Fragen unterstützen.

Norwegische Expertise für eine nachhaltige Öl- und Gasförderung

Nach der Unterzeichnung sagte die libanesische Regierung, dass die Erfahrung und Expertise Norwegens, dem Land dabei helfen werden, die Ressourcen bestmöglich nach den Kriterien von Nachhaltigkeit und Profitabilität zu nutzen.

Norwegens Staatssekretär Pederson lobte die "gute Zusammenarbeit" zwischen den beiden Ländern und betonte, dass Norwegen "all seine Erfahrungen an den Libanon weitergeben werde, damit das Land die Ressourcen zum größtmöglichen Vorteil des Landes und seiner Bevölkerung nutzen und verwalten kann".

Insgesamt ist Norwegen schon seit 2006 dabei, dem Libanon bei der nachhaltigen Entwicklung des heimischen Öl- und Gassektors zu unterstützen.

Viele Probleme bei der Förderung der Ressourcen

Der Libanon verfügt insgesamt über rund 96 Billionen Kubikmeter Erdgas und 850 Millionen Barrel Erdöl. Allerdings hat das Land, im Vergleich zu seinen Nachbarn Zypern und Israel, große Probleme bei der Erschließung und Förderung der vorhandenen Ressourcen.

Einer der Hauptgründe sind die anhaltenden Unstimmigkeiten zwischen den verschiedenen politischen Lagern. Viele Ölfirmen nehmen bisher aufgrund der immer wieder unstabilen politischen Lage Abstand davon, in dem Land zu investieren und die Ressourcen zu fördern.

Neben den politischen Querelen kommen auch noch Probleme bei der landesweiten Versorgung mit Elektrizität hinzu. Dabei kann es an manchen Tagen sogar bis zu drei Stunden Stromausfall am Tag kommen. Der staatliche Energieversorger Electricité du Liban macht dafür insbesondere die schlechte finanzielle Versorgung seitens des Finanzministeriums verantwortlich. Diese führt dazu, dass oftmals kein Geld vorhanden ist, um genügend Roh-Öl einzukaufen, damit die Kraftwerke befeuert werden können. Durch eine Förderung der eignen Reserven könnte zumindest dieses Problem zeitnah behoben werden.

Aus diesem Grund ist das Abkommen für den Libanon gleich nicht nur aus finanzieller Sicht von weitreichender Bedeutung, sondern könnte ungemein zur weiteren infrastrukturellen Entwicklung des Landes beitragen.