Seit Beginn dieses Jahres gibt es ihn - den Mindestlohn. Und er macht bereits auf sich aufmerksam!

Leider jedoch nicht auf positive Art und Weise: Erste Folgen des gesetzlichen Mindestlohns machen sich besonders in der Taxibranche, in Hotels und Gaststätten, beim Friseur und Bäcker bemerkbar. Denn diese Branchen legen ihre gestiegenen Kosten für Löhne nun auf die Preise um: der Endverbraucher zahlt also letztlich die Mehrkosten für den Mindestlohn. 

Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50€ pro Stunde gilt nicht für Praktikantinnen und Praktikanten, Auszubildende, Ehrenamtliche, Langzeitarbeitslose im ersten halben Jahr ihrer neuen Beschäftigung sowie Zeitungszusteller/innen. Einige Branchen, darunter auch das Friseurhandwerk, haben länger laufende Tarifverträge vereinbart, so dass die Löhne bis 2016 weniger als die gesetzlich vereinbarten 8,50€ betragen dürfen. Dennoch zahlen Verbraucher durchschnittlich bereits jetzt 8% mehr für einen Haarschnitt.

Laut Statistiken zeigt sich auch beim täglichen Brotkauf der gestiegene Lohn: In Mecklenburg-Vorpommern kostet ein Brot mittlerweile etwa 10% mehr als im Vorjahr.

Besonders drastisch ist die Einführung des Mindestlohns in der Taxibranche zu spüren. Taxifahrer erhielten bislang am Umsatz orientierte Löhne, sodass durchschnittlich nur 6,50€ pro Stunde verdient werden konnten. Die Lohnsteigerung um zwei Euro trägt nun zu einem großen Teil der Taxigast: In Thüringen stieg, laut Statistischem Bundesamt, der Preis für eine Taxifahrt um 39%!

Auch in anderen Bundesländern sind mindestens 7 - 13% Anstieg bei den Taxipreisen zu verzeichnen.

Dank der momentan niedrigen Benzin- und Energiekosten kann der Verbraucher diese Abwälzung der Lohnerhöhungen auf den Kunden ganz gut verschmerzen - eine Autofahrt in die Gaststätte oder zum Friseur kostet demnach im Moment noch insgesamt etwa dasselbe wie im Vorjahr. Bleibt dieser Ausgleich bestehen, so haben beide Seiten, Dienstleister und Kunde, einen Vorteil durch den Mindestlohn. Steigen jedoch auch die anderen Lebenshaltungskosten weiter an, so werden Proteste gegen die Preiserhöhungen wohl kaum ausbleiben.  


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