Der andauernde Anstieg des Goldpreises hat bei den Goldbesitzern zuletzt für Panik gesorgt. Der letzte Kursverfall ist noch gar nicht so lange her und schon fragt man sich, ob es nicht besser wäre, sein Gold zeitig wieder zu verkaufen, weil eventuell der nächste Kurssturz droht.

Wir erläutern Ihnen hier, warum es auf jeden Fall besser ist, Ihr Gold im Moment nicht wieder zu verkaufen.

Ein klares Indiz für den aktuellen Wert von physischem Gold ist die preisliche Differenz zwischen den Papieren auf die Lieferung von Gold in der Zukunft und dem aktuellen Preis. Wenn Sie im April auf Termin Ihr Gold verkaufen wollten, würden Sie dafür 2 Dollar weniger bekommen als wenn Sie es sofort anbieten. Ein Effekt, der von den Fachleuten Backwardation genannt wird und der zeigt, dass die Leute ihr Gold auch wirklich in den Händen halten wollen. Die Anleger schätzen dabei den von Notenbanken weitestgehend unabhängigen Wert. Gold ist ein Rohstoff, dessen Vorkommen auf der Welt sozusagen fix ist, d. h. keine Regierung oder Notenbank kann aufs Geratewohl einfach so Barren nachproduzieren, wie es beispielsweise mit Geldscheinen der Fall ist.

Gold ist eine Art Weltwährung. So steigt die Nachfrage mit dem immer größer werdenden Misstrauen gegenüber dem künstlichen Geldsystem der Zentralbanken.


Zuletzt hat vor allem die enorme Nachfrage aus China den Goldpreis in die Höhe getrieben. Auch der schwache Euro hat der Feinunze (entspricht ca. 31,1 Gramm) einen Preissprung beschert. Der aktuelle Kurs wird mit 1124 Euro notiert, das ist soviel wie zuletzt im Frühjahr 2013. Gegenüber dem Sommer des vergangenen Jahres liegt somit eine satte Preissteigerung von 15 Prozent vor. Die Preissteigerung in Dollar betrug im selben Zeitraum jedoch nur 10 Prozent.

Die Fachleute machen zwei Gründe dafür verantwortlich: die Anleger spekulieren auf eine Lockerung in der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Die Zuflüsse in mit Gold hinterlegte Fonds steigen an. Seitdem die Schweizer Nationalbank unlängst entschieden hat, den Euro-Franken-Mindestkurs freizugeben, ist viel Gold in derartige Fonds geflossen. Solange die Banken ihre lockere Geldpolitik weiterverfolgen – wovon viele Fachleute ausgehen – ist man mit einer Goldanlage gut beraten: weil das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft, ist es immer in Zeiten niedriger Zinsen besonders gefragt.

Auffallend oft sind es nämlich die Investmentstrategen der großen Banken, die dem Goldpreis eine düstere Zukunft prophezeien.


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