Nun hat also Facebook seine Nutzungsbedingungen geändert, hat seine bisher bereits grenzenlose Neugier in Bezug auf die User und deren Daten und Interessen wieder einmal erweitert. Der Aufschrei hält sich bisher in engen Grenzen. Sicher, Facebook ist kein Staat im eigentlichen Sinne, doch man könnte das Unternehmen wie Google auch als Staat in vielen Staaten bezeichnen.

Die Aufregung ist immer groß, wenn Staaten, genauer die Polizei und der Verfassungsschutz nach Terroranschlägen nach mehr Überwachung rufen, ob das nun Vorratsdatenspeicherung heißt oder anders. Da wird dann - übrigens durchaus zu recht - der Metternichsche Überwachungsstaat zitiert, selbst die Stasi oder sonst wer muss herhalten.

Doch bei Banken, Versicherungen und Handelsketten, die mit diversen Kundenkarten ungeniert Daten sammeln ist die Aufregung kaum zu spüren. Es ist heute üblich und offenbar völlig normal, eine erkleckliche Anzahl solcher Karten zu besitzen. Nur wenige machen sich wohl bei der Nutzung derselben Gedanken. Gerade dies wäre sehr wichtig und notwendig.

Alleine die Weitergabe der Daten bei Banken und Versicherungen ist oft unübersichtlich und es bedarf einiger Akribie, diese Wege nachzuvollziehen.

Ich meine nicht, dass die dadurch entstehende persönliche Werbung das Problem ist, diese landet allzumeist ungeöffnet im Papiermüll. Es geht darum, dass die Bewegungsdaten, was jemand wo und wann kauft, ein sehr genaues Verhaltens- und Kaufprofil liefern, welches Rückschlüsse zulässt. Ob diese Rückschlüsse richtig sind, lasse ich mal offen.. Und dies kann der Kunde in keinster Weise kontrollieren. Darum geht es.

Solange das Unternehmen die gespeicherten Daten für sich behält und nicht damit Handel treibt, ist die Gefahr eher gering.

Doch wie sich davor schützen? Das ist eine sehr schwierige Frage. Man kann natürlich auf all diese Karten verzichten. Man kann im Netz sogar Facebook und Google umgehen, ebenso Apple, welches für seinen Umgang mit Datenschutz bekannt ist.

Bleibt dann freilich die Frage, wie umständlich dann der Alltag werden kann. Ob jemand dies in Kauf nehmen will, muss er oder sie selber entscheiden.

Um all diese Fragen einer sinnvollen und praktikablen Lösung zuzuführen, ist eine europaweite Lösung sinnvoll und notwendig. Denn der Datenschutz gehört ebenso zu den Rahmenbedingungen eines Binnenmarktes wie etwa ein einheitliches Wettbewerbsrecht oder ein einheitliches förderungsrecht.