Wie versteckt man Geld vor dem Fiskus? Der Schweizer Ableger der HSBC hilft offenbar gerne.

Dass Großkonzerne Tricks anwenden, um "legale" Steuersparmodelle in einzelnen Ländern anzuwenden zu können, wurde gerade publik. Leider hielt sich der Aufschrei der Bevölkerung in Grenzen. Auch bei den neuesten Enthüllungen über die Unsummen, die Großverdiener unter den Promis in der Schweiz deponieren, bleibt abzuwarten, ob die Entrüstung darüber lange anhält. Warum eigentlich? Sind wir so satt, dass es uns egal ist, wenn Steuermillionen weggerechnet werden oder in dunklen, nicht nachvollziehbaren Kanälen verschwinden und Banken fleißig mithelfen?

Glücklicherweise gibt es Journalisten, die unermüdlich daran arbeiten, solche Machenschaften aufzudecken und Betrug ans Tageslicht zu bringen. Gerade hat das internationale Recherchenetzwerk Investigativer Journalisten (ICIJ) Daten über Steuerhinterziehungspraktiken vieler Prominenter veröffentlicht. Die bekamen vom Schweizer Ableger der britischen Großbank HSBC tatkräftige Unterstützung bei Geldwäsche & Co. Die Süddeutsche Zeitung, der NDR, der WDR, Le Monde, die BBC und der britische Guardian berichteten darüber.

Nachdem der früheren HSBC-Mitarbeiter Hervé Falciani im Jahr 2009 Steuerdokumente entwendet und sie an die französischen Steuerbehörden übergebenen hatte, kam der Stein ins Rollen. Nach den Recherchen des Journalistennetzwerks gab und gibt es mehr als 100.000 Kunden aus der ganzen Welt, die bei der Schweizer HSBC Milliardenbeträge angelegt haben. Den Unterlagen nach bunkerte die Bank 2007 über 75 Milliarden Euro. Kriminelle Partner waren zum Beispiel Waffenhändler und Schmuggler von Blutdiamanten. Die Recherche enthüllte auch dubiose Geschäfte bei führenden Politikern aus Russland, Indien, Großbritannien sowie aus arabischen und afrikanischen Ländern.

Das internationale Recherchenetzwerk Investigativer Journalisten konnte feststellen, dass auch Hollywoodprominenz wie John Malkovich und Joan Collins und Musiker wie Phil Collins und David Bowie Konten bei der Bank haben. Die vertraulichen Dokumente, die den Medien zugespielt wurden, zeigen auch, dass hier über 2.000 Deutsche Milliardenbeträge deponiert haben. Deren Guthaben betrug 2006 etwa drei Milliarden Euro. Das Wort Betrug kann man hier tatsächlich doppeldeutig verstehen. Natürlich ist das Führen eines Kontos alleine noch kein Beweis für Steuerhinterziehung. Durch die französischen Steuerbehörden hatten bei Kontenprüfungen im Herbst 2013 festgestellt, dass nur sechs von 3.000 überprüften Konten deklariert waren (0,2 %).

Komisch nur, dass uns, wenn uns ein Fehler bei der Steuererklärung unterläuft, das Finanzamt sofort ein Brieflein schickt. Gibt es ab einer gewissen Einkommensgrenze Narrenfreiheit? Wir Normalbürger sollten viel stärker aufschreien, denn schließlich ist es Geld, das jedes einzelne Land dringend braucht. Es fehlt uns bei der Ausstattung von Schulen und Kitas, beim Straßenbau, bei der Einrichtung von Bibliotheken, bei Schwimmbädern, in der Altenbetreuung, für den Bau von Pflegeheimen usw. #Finanzen