Neuerdings tauchen wieder Berichte über angeblich sichere Anlagemöglichkeiten auf. Wenn dann auch noch eine akzeptable Rendite dazukommt, dann kommt doch Freude auf. Wer noch etwas zu veranlagen hat und das Geld für länger nicht benötigt, der wird solchen Angeboten vielleicht näher treten. Doch wer die Finanzkrise genauer beobachtet hat, der musste wissen: solche Angebote  können nicht ganz seriös sein. Denn, je höher der Zinssatz, desto höher das zu tragende Risiko. Ähnlich verhält es sich mit dem sogenannten Leverage-Effekt. Dessen Hebelwirkung sieht zwar sehr gut aus und es macht durchaus Eindruck, wenn die Eigenkapitalrendite immer höher wird und immer mehr Eigenkapital durch Fremdkapital substituiert wird. Das funktioniert allerdings nur prächtig, solange keine Verluste entstehen. Tritt dieser Fall ein, dann erlebt man den umgekehrten Hebel, der dann das Eigenkapital drastisch reduziert.

Und selbst wenn die Investitionsangebote noch so schön dargeboten werden und noch so vollmundig gepriesen werden: es ist immer sehr sinnvoll, sich bei Immobilien selber vom Zustand derselben zu überzeugen, ebenso von deren Lage. Wir erinnern uns noch all zu gut an so manche großartige Gelegenheit, die sich dann als Schrott herausstellte. Oder an die Machenschaften der längst verblichenen Meinl European Land, diese führten zu massiven Verlusten für die gutgläubigen Anleger, die sich von der angeblichen Mündelsicherheit blenden ließen. Dazu kam, dass kaum jemand darüber Bescheid wusste, dass lediglich Zertifikate und keine Aktien gezeichnet wurden.

Und ähnlich kriminell verlief der raketenhafte Aufstieg und sehr tiefe Fall der Constantia Privatbank. Diese Fälle von Anlegerbetrug und Bilanzfälschung beschäftigen die Gerichte.

Da es heute weit mehr billiges Geld gibt, ist die Gefahr von  Blasenbildungen sowie von angeblichen großartigen Anlagegelegenheiten sehr groß. Davor ist zu warnen. Es sei denn, jemand hat soviel Geld, dass es ihn nicht schmerzt, einen Teil bei windigen Geschäften zu verlieren. Dennoch ist es langfristig sinnvoller, Risiken zu vermeiden, statt diese zu suchen.

Derzeit ist dieses Phänomen bei den Osteuropa-Aktivitäten so mancher österreichischer Banken und teilstaatlichen Unternehmen zu studieren. Was über Jahre prächtige Gewinne brachte, wandte sich mittlerweile zum Verlustgaranten. Dazu kommt, dass so mancher ach so großartige Geschäftsmann und Jongleur auf der HSBC-Liste erscheint, die bei den europäischen Finanzverwaltungen die Runde macht und die bisher zu milliardenschweren Steuernachzahlungen und Strafzuschlägen führte.
#Investment #Zinsen