Auf den 1. April warten Wiener Gastronomen in Österreich schon gespannt. Nicht etwa wegen anliegenden Aprilscherzen, sondern wegen der Allergenverordnung. Seit 13. Dezember 2014 müssen die allgemeinen Hinweisvorschriften (Allergene, Herkunftskennzeichnung, usw.) angewendet werden, bis 2016 auch alle Nährwertkennzeichnungen (unter anderem Kalorien).

Die Zeit, in der es noch geduldet war, dass man nicht kennzeichnet was man verkauft, ist, zumindest in Wien, vorbei. Ab April soll jeder der schon eine schriftliche Mahnung bekommen, aber seine Speisen und Waren trotzdem noch nicht gekennzeichnet hat, mit einer Strafzahlung von 250 bis 350 Euro belastet werden. Dass die Strafandrohung nicht nicht unbedingt auf Zustimmung trifft, sollte keine große Überraschung sein. Das Wiener Marktamt will die Strafregelung schon verfrüht durchsetzen, doch Wiener Wirte-Obmann Peter Dobcak hat hierfür kein Verständnis, da eine Übergangsfrist von einem Jahr vorgesehen war.

In der Allergenverordnung müssen alle Allergiestoffe in den Speisen oder auf den Verpackungen beschrieben sein. Unter anderem kann das mit Hervorheben in der Zutatenliste geschehen, aber auch als Kennzeichnung an losen Waren, also unverpackter #Lebensmittel, wie zum Beispiel bei einem Bäcker oder einem Gastronomiebetrieb. Alternativ kann, wie bei einem Wirt, durch das Personal mündlich Auskunft über die Inhaltsstoffe gegeben werden.

Eine Erleichterung im Alltag ist diese Regelung für Menschen, die an Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten (Intoleranzen) leiden und aus gesundheitlichen Gründen bestimmte Lebensmittelinhalte meiden müssen. Zu den wichtigsten Allergenstoffen zählen unter anderem: Glutenhaltiges Getreide, Krebstiere, Eier, Milch, Fisch, Sojabohnen, Schalenfrüchte, Senf, Sesamsamen, Lupinen, Weichtiere, Sellerie, Erdnüsse und alle aus diesen Lebensmitteln hergestellten Erzeugnisse. Auch Schwefeldioxid und Sulphite in Konzentrationen von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l findet man auf dieser Liste. Eine komplette Aufstellung findet sich auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG).