"Die Bahn macht mobil", diesen Werbeslogan haben manchen von uns noch im Ohr. Doch lang ist's her, dass man sich vergnügt und voller Vorfreude in den Zug setzte, immer in der Gewissheit, man kommt schnell und sicher ans gewünschte Ziel.

In den vergangenen Jahren hat die Bahn eher durch Verspätungen, stillgelegte Strecke, permanent steigende Preise bei nachlassendem Service und fortwährende Streiks von sich reden gemacht. Verärgerte Bahnkunden wandten sich vom Schienenverkehr ab und den neuen Fernbussen oder dem Privatauto zu. Doch die Konkurrenz sitzt der Bahn im Nacken, die Kunden laufen weg. Damit soll nun Schluss sein. Bahnchef Grube plant die radikale Kehrtwende. Dafür macht er 12 Milliarden Euro (über einen Zeitraum von 15 Jahren) locker. Warum nicht gleich so, werden viele sich fragen.

Neue Preise, neue Fahrpläne, neue Züge - alles anders bei der Bahn

Zum neuen Konzept gehören moderne Züge, attraktivere Angebote, eine BahnCard mit kürzerer Laufzeit und zusätzliche Bahnhöfe im Nahverkehrsbereich. Es ist noch nicht so lange her, dass man sich, kaum 30 km von der Großstadt entfernt, in der vollkommenen Einöde befand, sofern man auf öffentliche Verkehrsmittel setzte. Es blieb einem gar nichts anderes übrig, als mit dem Auto zu fahren. Auch jahrelange Proteste der Bahnkunden konnten an dieser Strategie nichts ändern. Nach der schlechten Bilanz für 2014 legt Bahnchef Rüdiger Grube nun eine außergewöhnliche Kundenoffensive vor - die größte, die es in der Geschichte der Bahn jemals gegeben hat. Gleichzeitig betont er, dass die BahnCard bleibt, wie sie ist.

Grube hat vor allem den Fernverkehr im Auge

Das meiste Geld wird für wesentlich modernere Züge aufgebracht werden. Die Bahn plant unter anderem Doppelstock-Intercitys und neue ICx. In den Zügen steht Reisenden kostenloses, drahtloses Internet zur Verfügung. Auch die Telefonverbindungen im Intercity sollen stabiler werden und die Sitzplatzreservierung künftig nichts extra kosten. Der für den Personenverkehr zuständige Vorstand Ulrich Homburg verspricht, dass es künftig "keine weißen Flecken mehr auf der Deutschlandkarte" geben werde. Er plant 20 neue Intercity-Haltepunkte und bessere Bahnverbindungen zu insgesamt 40 Städten. So kann man künftig von Hannover nach Düsseldorf ohne Umsteigen fahren.

Die Bahn muss etwas tun, denn der Umsatz ging trotz Preiserhöhung um 1,3 % auf 4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr zurück. Rein rechnerisch bleiben auch nach der Runderneuerung Fernbusse die attraktivere Wahl. Die Bahn muss also beim Komfort deutlich zulegen. Warum nur lässt man sich 15 Jahre Zeit?