Nach dem Hygiene-Skandal, den die Kollegen von RTL und das Team Wallraff mit großer Aufmerksamkeit im vergangenen Jahr aufdeckten, sollte alles besser werden. Burger King Chef Andreas Bork zeigte Reue, selbst in Werbespots, wollte sogar einen Gästebeirat gründen. Der Kunde sollte wieder König sein, sollte sich in den Filialen wohlfühlen. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Denn im Gegensatz zu McDonalds, verfügt Burger King über keine eigenen Filialen mehr, sondern lässt diese durch Franchisenehmer führen. Und davon machen auch in Berlin einige, scheinbar aus Profitgier, mit dem natürlichen Drang ihrer Gäste noch ein Geschäft. Blasting News ist es gelungen einen Fall im Berliner Burger King aufzudecken und hat umfangreiche Recherchen im vergangenen Monat unternommen, um Beweise zu sammeln. Der Autor wurde über Facebook auf Unstimmigkeiten im Eastgate Berlin hingewiesen, betreffend der Burger King Filiale. Das Eastgate ist ein großes Einkaufszentrum im Berliner Bezirk Marzahn, es hat eine futuristische Architektur und gilt optisch als auch im Service als Vorzeigeobjekt unter allen Berliner Einkaufszentren.

Wir prüften Vorwürfe von Kunden nach, die uns mitteilten, dass die Burger King Gastronomie GmbH seinen Gästen die Toilette verweigert. Zu Beweiszwecken für unsere Recherchen, drehten wir mit versteckter Smartphonekamera, getarnt in einer Tasche, und fotografierten unentdeckt. Wir können also ein Abstreiten lückenlos widerlegen. Tatsächlich fanden wir zunächst Schilder an allen Toiletten vor, dass die Benutzung ab sofort nur noch im Center in der 1. Etage möglich sei. Dazu sollte man erwähnen, dass der Weg dorthin, quer über 32.000 m² führt, zwei Fluren, einer Rolltreppe sowie einem halben Rundgang. Dauer bei zügigem Marsch gut 10 Minuten. Da sind die King-Pommes schon kalt. Endlich angekommen, rückt der Toilettengang in weite Ferne. Wir erfahren vom Betreiber Sanifair, dass Burger King keinen Vertrag mit dem WC-Betreiber hat. "Spinnen die bei Burger King?" Die Toilettenfrau ist auf 180! "Wissen Sie, ich kann doch nicht für alle Burger King Kunden mit putzen. Der spart sich das Geld, macht seine Türen dicht und ich muss hier Kunden reinlassen." Die Schranke blieb zu. Wer als Burger-King Kunde hier keine gute Blase hat, hat spätestens jetzt ein Problem, seine KingSize Cola wieder loszuwerden. Wir fragten andere Eastgate Besucher um Hilfe. Ein Jugendlicher, Paul, zeigte uns den Weg ins Le Prom, ein anderes Center. Der Marsch dorthin führt über einen Vorplatz, einem Busbahnhof sowie Straßenbahnhaltestellen. Nach insgesamt 25 Minuten hat uns eine Bar dort auf Toilette gelassen. Danke an das Le Prom Märkische Allee dafür, dass sie Burger King Kunden helfen.

Seit der Förderalismusreform im Jahr 2006 ist Gaststättenrecht Ländersache. In Berlin stehen entsprechende Bestimmungen im Gesetz: Die Toilettenräume dürfen in der Gastronomie nicht (...) versperrt werden". Dem Gast muss eine kostenlose Toilette zur Verfügung stehen. Burger King verstößt wissentlich klar gegen die rechtlichen Bestimmungen. Warum eigentlich? "Der Chef hat's angewiesen", sagt ein Angestellter. Wir dokumentierten ein Gespräch mit dieser Person bei laufender Aufnahme zu Beweiszwecken, benennen die Position der Person aber nicht, um sie vor arbeitsrechtlichen Maßnahmen zu schützen: "Der Chef hat uns gesagt, hier waren immer Jugendliche, die haben die Toiletten schmutzig gemacht. Alle drei Tage war alles verstopft. Jetzt sollen die den Dreck bei Sanifair machen." Unsere Recherchen haben ergeben, dass der Filialleiter zu keinem Zeitpunkt von seinem Hausrecht, wegen schmutzmachender Jugendlicher Gebrauch machte, was er hätte machen können, oder den Sicherheitsdienst wegen mutwilliger beschmutzter Toiletten je rief.

Dafür ergaben weitere Recherchen eine interessante Rechnung: Für die Reinigung sind, laut Branchenverband, in etwa 16 bis 18 Euro pro Stunde für die Reinigung der Burger King Toiletten fällig. Die Einsparungen, die Burger King durch den Verschluss der Toiletten macht, summieren sich pro Woche auf etwa 120 EUR, allein in einem Monat auf 480 EUR, im Jahr wären es weit über 5.000 EUR, die sich allein nur diese Filiale dazu verdient, wenn die Gäste an ihrer Notdurft gehindert werden. "Die meisten Gäste nehmen das hin. Manchmal sagen wir ihnen, es ist kaputt", sagt eine andere Mitarbeiterin.

Wir schrieben die Pressestelle, den Deutschland-Chef von Burger King und das Centermanagement an. Zeitgleich waren wir am Folgetag erneut vor Ort. Scheinbar ist man bei der Burger King Konzernzentrale nicht in der Lage, sofort zu handeln. Wieder wurde uns der Zugang verwehrt. Jetzt mit einer neuen Ausrede: "Das Center hat Toiletten, wir zahlen dafür viel Geld, damit Sie sie nutzen können", erklärt ein Schichtleiter. Wir haben beim Centermanagement vor Ort diese Aussage geprüft: "Burger King zahlt Geld für die Miete, aber nicht für Nutzung ihrer Kunden in unseren Center-Toiletten", sagt Centermanagerin Bianka Schäfer.

Wir haben der Konzernzentrale von Burger King eine Frist bis zum 7. April 2015 gesetzt, um zu den neuen Vorwürfen Stellung zu nehmen und hoffen auch auf eine Mitteilung durch Deutschland-Chef Bork. Lesen Sie am 8. April 2015 hier bei Blasting News, ob und was Burger King zu den Vorwürfen sagt. Die Toiletten waren im benannten Burger King auch nach Beendigung des Artikels immer noch für seine Gäste, die dort bestellten, zahlten und Essen verzehrten, verschlossen!
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