Nachdem Claus Weselsky die letzten Verhandlungen mit der Bahn für gescheitert erklärt hat, beginnt nun ein sechstägiger #Streik der Lokführer.

Weselsky, der schmerzfreie Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, wird heute den längsten Streik des aktuellen Tarifstreits beginnen. Wer denkt, dies sei ein Scherz, der irrt - dem Mann mit dem starren Blick ist es bitter ernst. Um seine Vorstellungen durchzusetzen, ist Weselsky jedes Mittel recht. Vehement versucht er, das Bild der “bösen Bahn“, die sich gegen die armen Lokführer wendet, zu zementieren. Doch eine wirkliche Lösung hat er nicht parat. Dagegen präsentiert er uns allerorts sein übergroßes Ego. Signale von außen nimmt der GDL-Chef längst nicht mehr wahr. Er ist auch immun dagegen, dass die breite Öffentlichkeit kaum noch hinter ihm steht. Der öffentliche Druck, Motor eines jeden Streiks, hat sich schon vor Monaten gegen ihn gerichtet.

Weselsky: Hardliner mit extremen Machtgelüsten

Schon lange hat Weselsky den Zorn von Millionen Bahnreisenden auf sich gezogen, denn er ist für die aktuelle Streikwelle voll und ganz verantwortlich. Leider kann er nicht erkennen, dass der Erfolg eines Streiks nicht ausschließlich vom wirtschaftlichen Schaden für den Gegner abhängt. Maßgeblich für den Erfolg ist der öffentliche Druck. Doch dieser hat sich schon vor Monaten gegen die GDL gerichtet, die das ganze Land in Haftung nimmt für die selbstsüchtige Arroganz ihres Vorsitzenden. Selbst die Politik warnte gerade und kritisierte Weselsky aufgrund der Unverhältnismäßigkeit seiner Mittel.

Der Hardliner sieht sich selbst als kompromisslosesten Arbeiterführer Deutschlands und kann überhaupt nicht erkennen, dass er viele von ihrem Gewerkschaftsvertreter andere Eigenschaften wünschen. Diese Rolle, in der es sich so gerne sonnt, ist der Kern der Kritik. Es sieht so aus, als ob Weselskys Streikmotivation lediglich seiner enormen Machtgier und einem übersteigerten Ego entspringt. Vorteile für die Lokführer sind dabei nur eine willkommene Begleiterscheinung.

Weselskys Kompromisslosigkeit kann keiner nachvollziehen

Seinen Anhängern ist Weselsky nicht mehr nah, obwohl das immer noch glaubt. Es sieht sich selbst sogar als Lokführer, obwohl diese Zeit schon 22 Jahre zurückliegt. Außerdem verdiente heute ein Vielfaches dessen, was die GDL-Mitglieder gerade einfordern. Keiner kann nachvollziehen, warum der GDL-Chef nicht auf das Angebot der Bahn mit 4,7 % Lohnsteigerungen und eine Einmalzahlung von 1000 Euro bis 30. Juni eingeht. Er möchte 5 % und zeigt sich damit fernab jeder demokratischen Realität. Sein diktatorisches Gehabe geht auch Menschen in den eigenen Reihen auf die Nerven. Nicht jeder Lokführer steht hinter ihm.

Mal wieder trifft es die Bahnkunden

An Weselskys Verdacht, dass die Bahn die Einigung bis zu dem Tag verschleppen könne, an dem das Gesetz zur Tarifeinheit verabschiedet wird, ist durchaus etwas dran. Mit diesem Gesetz soll die Macht der kleinen Gewerkschaften geschwächt werden. Der GDL-Chef allerdings unternimmt alles, um dem Sinn dieser Neuregelung erst den richtigen Nährboden zu geben. Der jetzige Streik trifft nicht nur Berufstätige, kommenden Montag beginnen auch die Pfingstferien und viele Bahnkunden möchten bereits am Wochenende in Urlaub fahren.

Bild: bigbug21 (Own work) - lizensiert unter CC BY-SA 2.5 Wikimedia Commons #Finanzen #Sigmar Gabriel