Zunächst vom traditionellen Handel belächelt, hat der Online-Einkauf so manche Sorgenfalten auf die Stirn der "normalen" Handelsunternehmer getrieben. Ist die Kasse leer, wird schnell ein Online Shop aus dem Boden gestampft, um die Hausbank bei Laune zu halten. Dabei vergisst der traditionelle Handel seine Stärken - oder besser gesagt - die Stärken werden durch den Kostendruck wegrationalisiert. Das Erste zeigt am 11. Mai 2015 um 20:15 Uhr eine interessante Dokumentation, die diese Verhältnisse ins rechte Licht rückt.

Beratung offline - Einkauf online

Der Konsument ist unerbittlich - aber eigentlich hat ihn die Wirtschaft so erzogen. Für viele ist es das größte Vergnügen, beim Einkauf radikal alle Vorteile zu nutzen, die angeboten werden. Die Klage der Handelsunternehmen, die Kunden würden die Offline Fachberatung missbrauchen und dann trotzdem online einkaufen, ist sicher berechtigt. Aber wirklich einen Vorwurf kann man dem Konsumenten deswegen nicht machen. Die Chance liegt eher in der Qualität der Beratung und diese leidet natürlich unter Rationalisierungsmaßnahmen. Die besten Leute sind meistens auch jene, die gut verdienen und genau die fallen im Handelsgeschäft zuerst dem Rechenstift zum Opfer.

Online ist einfach bequem

Richtig - es ist einfach super, wenn man nicht durch endlose Regale jagen muss, um den gesuchten Artikel zu finden. Eine kurze Eingabe und es werden sofort 154 Shops angezeigt, wo man den Artikel kaufen kann - das günstigste Angebot steht natürlich ganz oben. Hat man allerdings den Teil nicht in einem Geschäft gekauft, wird man bei Problemen selbst zurecht kommen müssen. Das kann allerdings wieder jede Menge Frust verursachen - vor allem, falls die Neuanschaffung nicht funktioniert wie versprochen.

Günstig oder teuer?

Wenn der Konsument davon ausgehen kann, dass Beratung immer "ehrlich" ist, kann er nirgends günstiger einkaufen als im Geschäft. Außer der Käufer ist ein echter Profi auf dem Gebiet und er weiß sowieso genau was er will. Allein nur zu vergleichen, ob ein Produkt im Geschäft 42,90 Euro kostet und online 38,90 Euro, löst das Hauptproblem nicht. Ist es das für meine Anforderungen passende Produkt? Diese Beratung anzubieten, wäre die eigentliche Stärke des Offline-Handels! Mag sein, dass der eine oder andere dann trotzdem online einkauft. Die Sicherheit, einem kompetenten Verkäufer auch nach dem Kauf Fragen stellen zu können, möchten die allermeisten aber sicherlich nicht missen.

Risiko Online Einkauf

Die Wahrscheinlichkeit, dass Konsumenten, die ihren Hausverstand gebrauchen, im #Internet über den Tisch gezogen werden, ist genauso hoch wie im Geschäft. Natürlich nimmt die Cyberkriminalität zu und die Methoden werden immer raffinierter, aber wer würde auf der Straße einem Wildfremden seine Bankdaten bekanntgeben? Gesundes Misstrauen schützt zu 99%, außerdem bieten alle Online Shops diverse Zahlungsmethoden an. Wenn man ganz auf der sicheren Seite sein möchte, leistet man sich eine Kreditkarte auf reiner Guthabenbasis. Die gibt es bereits ab zehn Euro Jahresgebühr. Die Mystifizierung der Gefahren des Internets kann soweit führen, dass manche sich nicht mehr trauen ihren PC einzuschalten. Meine Erfahrung in diesem Bereich: hunderte Kreditkartenzahlungen - kein einziges Problem! Die Brieftasche wurde mir aber offline schon zweimal in den letzten zehn Jahren gestohlen.

Der Faktencheck

Online einkaufen muss nicht immer günstiger sein. Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass der angezeigte günstigste Preis plus Versandkosten nicht offline getoppt werden kann. Online shopping ist aber auf alle Fälle umwelfreundlich. Es gilt aber immer: Augen auf! Vor allem liest die AGB's kaum jemand durch. Das gilt aber auch offline! "Blind" seine Unterschrift zu setzen ist immer fahrlässig!