"Banditen, das sind nur noch Banditen!" Was Händler Blasting News Reportern vor Ort erzählen, sind schwere Vorwürfe gegen eine Managerin des Centers "Bahnhofspassagen Bernau bei Berlin". Blasting News berichtete bereits exklusiv darüber, wie Händler wegen einer Fastfood-Kette in einen kleinen Container, im Obergeschoss, umgesiedelt wurden und ihre langjährigen Geschäftsräume verlassen mussten. Wegen Burger King. Denn in dem Einkaufscenter der Kleinstadt vor den Toren Berlin, hat sich Burger King entschieden, eine Filiale zu eröffnen. Burger King in Berlin und Brandenburg ist, zumindest bei dem uns in der Region bekannten Franchisenehmer, alles andere als beliebt. Die Franchisenehmer in Berlin und im Landkreis Barnim geraten immer wieder in die Kritik. Blasting News berichtete über den Toilettenskandal im Berliner Eastgate. Nur mit dem Unterschied, dass sich hier die Centermanagerin professionell verhielt und sich die Fastfood-Kette sofort persönlich vornahm, als Blasting News sie über die Missstände informierte

Händler sollen volle Miete bezahlen

Das Centermanagement für Bernau ist da anders. Dieses soll Händler angewiesen haben, ihre Geschäfte zu räumen, damit Burger King Platz habe. Gemeinsam mit dem ehemaligen Besitzer der Passage soll die Centermanagerin den Burger King Deal klar gemacht haben. Dafür sollen, so wurde es unserem Reporter ausdrücklich über Informanten mitgeteilt, jetzt die Händler kaum entschädigt werden. Dabei sollen die Kaufleute nicht nur einen schlechteren Platz zugewiesen bekommen, sondern auch die volle Miete weiterzahlen. "Das sind Verbrecher", schimpft ein Händler. Diese Aussagen und Vorwürfe haben wir ebenfalls nachweislich dokumentiert.

Journalisten und Recherchen unerwünscht

Am 29. Mai 2015 bekam unser Reporter von Blasting News eine E-Mail von einem Rechtsanwalt. Diese E-Mail enthielt weder Kontaktdaten, noch den Namen des Anwalts. Man unterzeichnete nur mit "Rechtsanwalt". Darin drohte man mit einer Unterlassungsklage und erklärte, dass die von Blasting News bisher veröffentlichten Darstellungen unwahr wären und man Rufmord an der Centermangerin begehe. Dies laesst den Schluss zu, dass die Centermanagerin die bisherigen Darstellungen abstreitet. Gern würden wir eine Meinung oder Gegendarstellung der Centerleitung veröffentlichen, allerdings eine Rückmeldung oder Stellungnahme bisher aus.

Hitze und schlechte Luft belasten Händler

Aktuell sprechen die Fakten für die Glaubwürdigkeit der Händler. Denn diese sind ausgezogen und unzufrieden mit ihrem neuen Platz. Wir haben den neuen Laden, eine Art Container, besucht. Eng und ungemütlich geht es zu. Damit die Händler noch Luft bekommen, in dem ohnehin aufgeheizten und nicht klimatisierten Obergeschoss (nur in den Läden laufen Klimaanlagen), wurde das Dach des Containers gar nicht erst aufgesetzt. Unten ist eine Werbung zu lesen: "Auf der Eventfläche - da wo wir hingehören". Es ist die Werbung für den neuen Platz der Theaterkasse. Dabei ist die Eventfläche nun mehr viel kleiner. Wir sprachen mit den Händlern - und alle waren unzufrieden! Inzwischen wurden die Händler sogar angewiesen, nicht mehr mit uns zu sprechen.

Burger King soll Rabatte bekommen

"Wir zahlen hier 1200 Euro für wenige Quadratmeter. Kein Rabatt, kein Nachlass." Nach Recherchen von Blasting News wird Burger King tatsächlich einen Nachlass von 30 Prozent, im Vergleich zu den regulären Mietpreisen, gewährt. Rabatte für Großkunden sind nicht unüblich, nur warum profitieren nicht auch die Händler, die umgesiedelt worden sind. Leider bleibt auch hierzu ein Kommentar vom Centermanagement aus.

Presse will Händler Gehör verschaffen

Unsere Berichte zu den Einkaufspassagen in Bernau zielen darauf ab, den Unmut bei langjährigen Händler öffentlich zu machen. Es ist uns eben nicht egal, wenn ein über 60-jähriger Mann, jeden Tag ca. 10 Stunden arbeitet und einfach schlechtere Arbeitsbedingungen bekommt. Immerhin bedeutet dies in einer normalen Woche eine Wochenarbeitszeit von 60 Stunden und bei verkaufsoffenen Sonntagen sogar von 70 Stunden.

Blasting News bleibt deshalb weiter dran und wird die Entwicklung in diesem Fall fortlaufend beobachten. Sofern die Centermanagerin zu einem Interview bereit ist, werden wir dieses vollumfänglich veröffentlichen und kommen auch gern in die Zentrale nach Strausberg. Ein Anruf oder E-Mail genügt. Bisher sprechen vermeintliche Unterlassungsandrohungen, die Journalisten mutmaßlich Angst machen sollen, eher eine andere Sprache. Das ist sehr schade... vor allem für Bernau und seine eigentlich bisher schöne Bahnhofspassage.

Fotorechte: Titel Pressefoto Handelszentrum Strausberg in Montage, Blasting News Marcel Adler,
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