Als die Bawag, die Gewerkschaftsbank  in Turbulenzen geriet, war dies ein Kulturschock. Gerade die Bank der Gewerkschaft, die dafür stand, dass Arbeitnehmer  günstige Kredite bekamen und bei Sparbüchern anständige #Zinsen, war plötzlich in massiven Spekulationen verstrickt, die letztlich zum Verkauf an Cerberus führten. Sie führten aber auch zur Redimensionierung des ÖGB. Und all das hatte naturgemäß Auswirkungen für die Innenpolitik.

Wahlen brachten nicht die gewünschten Ergebnisse

Trotz aller politischer Taktiererei konnte Wolfgang Schüssel bei den anstehenden Wahlen kein Kapital  daraus schlagen. Vielmehr bedeutete diese Wahl das Ende für Schwarz-Blau-Orange. Damit kam die gewohnte Große Koalition wieder. Und der Stillstand in puncto dringend notwendiger Veränderungen.

Verzögerte Veränderung des strukturellen Wandels

Doch wir sehen seit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise den Niedergang der einst hochgejubelten Hypo-Alpe-Adria, heute Heta, ebenso die Verstaatlichung der Kommunalkredit und nun auch die BadBank für die Volksbanken.

Bei all diesen Instituten  hat offensichtlich die Kontrolle völlig versagt. Wie sonst ist es erklärbar, dass diese Banken, die einst popelige Hypothekenbanken bzw. Gemeindefinanziererwaren, plötzlich in Spekulationen steckten, die sie nicht verstanden?

Kürzlich meldete auch Raiffeisen größere Probleme, die allerdings aufgrund der politischen und militärischen Ereignisse in der Ukraine und Russland entstanden, aber der komplette Raiffeisensektor erlebt eine Umstrukturierung.

Ob damit der alte Spruch, jedes Dorf habe eine Kirche, eine Raika und ein Lagerhaus bald nicht mehr stimmt, wird sich rasch zeigen.

Tatsache ist jedenfalls: Österreichs Steuerzahler dürfen für die Malversationen der Bankmanager, für die Unfähigkeit der Aufsichtsräte für viele Jahre zahlen. Ob diese staatlichen Beträge jemals von denen beglichen werden, die sie verursacht haben, steht genauso in den Sternen.

Die drei gegenwärtigen Bad Banks  werden die Steuerzahler und die Politik noch länger beschäftigen, bleibt nur zu hoffen, dass die Belastungen daraus nicht noch durch  finanzielle Probleme einzelner Bundesländer getoppt werden.