Vor zehn Jahren war beim Silberpreis noch wenig los: Ohne nennenswerte Bewegungen verharrte das Edelmetall bei etwa 5 Dollar pro Unze und geriet kaum in den Fokus von Investoren.

Silber ist extrem volatil

Doch bereits 2007 hatte sich der Preis auf 20 Dollar vervierfacht, 2010 erreichte er mit fast 50 Dollar seinen bisherigen Höhepunkt, um schon wenige Wochen später wieder bei 35 Dollar zu liegen. Dies spiegelt die enorme Volatilität des Silberpreises seit 2007 wieder.

Ist der Abwärtstrend vorbei?

2013 setzte demnach auch wieder ein bis Ende 2014 dauernder, massiver Abwärtstrend ein, der den Silberpreis wieder unter 20 Dollar drückte. Bei etwa 15 Dollar scheint sich nun aber ein charttechnischer Boden gebildet zu haben: Zwischen dem Widerstand bei 15,45 und dem bei 16,50 Dollar pendet der Silberpreis nun schon seit einigen Wochen hin und her.

Anleger sind wieder optimistischer

Momentan bewegt sich Silber am oberen Ende der Seitwärtsrange und versuchte in den letzten Tagen mehrmals einen Ausbruch in Richtung 17,30 Dollar, wo sich der nächste Widerstand befindet. Die Chancen für einen Erfolg stehen dabei nicht schlecht: Derzeit besteht ein Nachfrageüberschuss und sowohl Banken wie JP Morgan als auch Kleinspekulanten sind optimistisch was den Aufbau von Long-Positionen anbelangt.

Silber bald wieder bei 30-50 Dollar?

Silber bietet sich bei den aktuellen Notierungen gerade für langfristige Anleger durchaus an: Das Edelmetall wird nicht nur als Geldanlage und Schmuck-Rohstoff, sondern auch in der Industrie gebraucht. Damit ist es zwar konjunkturabhängig, die Nachfrage dürfte mit dem Aufstieg der Schwellenländer in den nächsten Jahren und Jahrzehnten jedoch mit recht großer Wahrscheinlichkeit zumindest zeitweise wieder zu Preisen im Bereich 30 bis 50 US-Dollar führen

Auf den Zeitpunkt kommt es an

Interessant ist Silber aber auf Grund der großen Preisschwankungen letztlich nur für Investoren, die ihr in Silber angelegtes Geld in naher Zukunft nicht unmittelbar brauchen werden und aktiv den Markt beobachten: Auf Grund der großen Schwankungen gilt es in einem günstigen Moment zu kaufen und zu verkaufen. Diese Flexibilität ist in der Regel nur gegeben, wenn nicht physisch in Silber investiert wird, sondern über ETFs, Fonds, Optionsscheine oder Knockout-Zertifikate, die in Echtzeit an der Börse handelbar sind.

Ein physischer Silberbestand ist nicht attraktiv

Wer über Jahrzehnte hinweg einen physischen Wertbestand - auch zur Absicherung gegen Währungs- und Wirtschaftskrisen - horten will, dem ist schon auf Grund des höheren Wertes pro Unze eher Gold zu empfehlen. Wer 35.000 Euro anlegen möchte, braucht so nur einen Kilobarren Gold zu kaufen - anstatt über 50 Kilobarren Silber, die schließlich auch sicher gelagert sein wollen. Da seit 2014 auf Silberbarren zudem horrende 19 Prozent Mehrwertsteuer anfallen, was bei Anlagegold weiterhin nicht der Fall ist, ist ein physischer Silberbestand kaum noch attraktiv.

Risikoreiche Anlageinstrumente bieten Chancen und Risiken

Bei den Derivaten sind entweder ETFs, Fonds oder Knockout-Zertifikate für erfahrene, spekulative Anleger empfehlenswert. Fonds beinhalten oftmals auch die Aktien von Silberminen, was Risiko und Chance zugleich darstellen kann. Bei Knockout-Zertifikaten ist auf Grund der hohen Schwankungen besonders auf die Knockout-Schwelle zu achten, bei der der Totalverlust droht. Sie ermöglichen kurzfristigen Spekulanten, die im Tages- oder Wochenrythmus kaufen und verkaufen, attraktive Renditechancen, sind gerade bei Silber für längerfristige Anlagen aber kaum geeignet.

Langfristige Anleger setzen auf ETFs

Wer eine reale Abbildung des Silberpreises wünscht, wird daher an ETFs nicht vorbeikommen. ETFs sind Investmentfonds, die einen Index oder Rohstoffpreis real abbilden. Silber kann Teil einer langfristigen, ausbalancierten Investmentstrategie sein, zu der jedoch auch Aktien-, Aktienfonds und eventuell auch andere Anlageinstrumente zählen. Experten empfehlen einen Rohstoffanteil von 10 bis 15 Prozent am gesamten Anlagevermögen.
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