Es ist fast genau 10 Jahre her. Kennen Sie noch den Werbespruch: "Weil einfach einfach einfach ist"? Es war der Zungenbrecher der Firma Simyo, Tochterunternehmen von E-Plus. Und es war der erste Discounter in der Mobilfunkbranche. Jetzt stirbt die Marke mit weiteren Kultmarken. Telefónica will als Marktführer die Mehrmarkenstrategie aufgeben. Zumindest etwas. Marken wie "Yourfone" wurden bereits schon verkauft. Auch Baseshops sollen aus den Fußgängerzonen verschwinden.

Bruce Darnell war eine der bekanntesten Werbefiguren

Nun treffen Verschmelzungen und Einsparungen auch die bekanntesten Marken. Wer kennt nicht auch Bruce Darnell, wie er uns witzig sagte: "Du brauchst Fonic!". Zum totlachen war ein Spot, wo ein Mann in einem Handyshop verarscht wurde und dann ein Lama an der Backe hatte. Im Kleingedruckten stand nämlich, man bekomme neben dem Handy noch ein Lama. Dann kam Bruce um die Ecke und sagte: "Du brauchst Fonic! Keine versteckten Kosten, kein Lama!.

Vodafone und Telekom bauen ihre Marken sogar aus


Die Konkurrenz bleibt bei ihrem Modell. Denn mit speziellen Discountmarken spricht man eine bestimmte Zielgruppe an, die sich mit der Marke identifizieren können. Und vor allem preisbewußte Kunden. Bei der Telekom ist es die Billigmarke Congstar. Figuren aus der Werbung, wie Jana und Andy von Congstar, transportieren ein Image zum Endkunden und haben sogar Fanclubs. Klar würde die Telekom Congstar am liebsten dicht machen und alle Kunden in hauseigene, teure Tarife stecken. Aber mit Congstar erreichte man eben Kunden, die sonst einen großen Bogen um den Telekomshop gemacht haben. Oder Vodafone. Der Konzern hat die Marke otelo wiederbelebt. Inzwischen steht Ex-Fußballer Günter Netzer für die Marke. Sein Werbespot mit der Glatze ist noch immer Kult. Vodafone hatte zuletzt unter einem rampunierten Image gelitten, musste Unsummen in den Netzaufbau stecken. Otelo spülte aber weiter Kunden rein. Otelo war aber nie das unfreundliche Vodafone mit dem miesen Netz, sondern meist immer der geile Anbieter mit dem Glatzkopf Netzer. Discountmarken sind also Fluch und Segen zugleich und inzwischen ein enorm wichtiges Standbein für die Mobilfunkkonzerne.

Außerordentliches Kündigungsrecht sollte geprüft werden

Bei Telefónica will man nun in einem Schreiben die Kunden informieren, dass sich für sie praktisch zunächst nichts ändern wird. Künftig erscheine in der Rechnung lediglich, an passender Stelle, Telefónica Germany als neuer Vertragspartner. Auch per SMS will man die Kunden in diesen Tagen informieren. Laut dem Telekommunikationsmagazin teltarif.de wären die zum Konzern gehörenden Billigmarken "Lidl Mobile" und "Aldi Talk" zunächst nicht betroffen. Nach Informationen von teltarif.de wurden bei den Marken Simyo und Blau.de ("Sei schlau, telefoniere blau") auch Laufzeitverträge verkauft. Und wenn hier eine Umstellung erfolge, könne dies eventuell ein Sonderkündigungsrecht für den Kunden verursachen. Hier sollten sich betroffene Kunden eventuell durch eine unabhängige Verbraucherzentrale beraten lassen. Die Netzfunktionen, zum Bespiel Abfrage der Mailbox oder des Guthabens, bleiben zunächst für die Fonic-, Simyo- und Blau.de-Kunden erhalten.

Update, 26. Juni 2015: Telefónica Deutschland kündigte inzwischen an, dass man die Marke Fonic erhalten will. Die Kunden von Fonic werden aber zum 30. Juni 2015 zur Telefónica Germany GmbH migriert. Damit besteht nur noch der Name "Fonic" und nicht mehr das Unternehmen Fonic GmbH. Simyo und blau.de sollen zunächst auch als Marke erhalten bleiben, aber eben nur noch der Name. Der Geschäftsbetrieb auch dieser Unternehmen werde zum 30. Juni 2015 eingestellt. Die betroffenen Kunden werden auch hier alle zu Telefónica Germany GmbH migriert. Direkt betroffen von den Schließungen sollen insgesamt rund 160 Mitarbeiter sein.

Bilder: Telefónica, E-Plus Service GmbH, blau.de #Smartphone #Finanzen