„Smaklig Måltid“ heißt in Schweden „Guten Appetit“. Gilt das auch für das Essen im schwedischen Möbelhaus Ikea? Der Hot-Dog hinter dem Kassenbereich gehört für alle Fleischesser schon fast zur Pflicht. Doch gerade Familien und preisbewusstere Besucher bittet der Möbelgigant in seinem Restaurant zu Tisch. Die Gastronomie des schwedischen Konzerns ist nicht einfach nur ein Imbissstand. Die von „Ikea-Food“ betriebenen Restaurants zählen vom Umsatz her zu den zehn größten Ketten der Welt. Sie sind mit McDonalds und Burger King auf Augenhöhe. Zeit wird es, die Hackfleischbällchen und Location im Ikea-Restaurant zu testen. Zu Besuch in der weltweit zweitgrößten Filiale von Ikea, in Berlin-Lichtenberg.

Die Putzfrauen lauern an jeder Ecke

Location und Sauberkeit: Es gibt Themenbereiche, zum Beispiel eine Lümmelecke mit Sofas, Sitzgruppen im Stil einer Küche, klassische Essecken. Alles war sehr sauber. Innerhalb von einer halben Stunde kamen immer wieder zwei Mitarbeiterinnen, wischten Tische ab. Kein Salatblatt oder Pommes war bei unserem 5-Tage-Test je auf einem Tisch zu finden. Flecken sowieso nie.

Trostlose Tomaten und Hammer-Pommes

Preise: Auf den ersten Blick günstig. 5,95 Euro ist der Durchschnitt. Dafür bekommt man die klassischen Hackbällchen (15 Stück, normale Portion), Rahmsoße und Pommes. Die Speisen waren immer warm. Wir hatten bei 14 getesteten warmen Gerichten immer auch warme Zutaten. Die Pommes waren nicht fettig. Der Lachs war etwas dünn geschnitten, aber sehr frisch. Die Kinderportionen sind ab 0,99 Euro bis 2,95 Euro fair im Preis und qualitativ in Ordnung. Nach 18 Uhr waren die kleinen gemischten Salate noch knackig, nur die Tomaten trostlos und wässrig. Die schwedischen Waffeln mit Kirschen waren noch warm und machten uns süchtig.

Handwäsche mit Cola und Limonade

Getränke: Oh jee! Für 1,00 Euro kann man sich zwar kostenlos immer nachholen. Nur sind die Getränkeautomaten eine Ferkelei. Beim Drücken schießen die kohlensäurehaltigen Getränke nur so raus. Viele Kunden hatten die Hände stets mit dem Zuckerwasser voll. Stammkunden kannten den Trick, drückten 15 mal in Intervallen - für ein 0,2 Liter Glas. Wir holten uns entnervt PET-Flaschen für 1,95 Euro pro halben Liter.

Immer warmen Babybrei parat

Die Familienfreundlichkeit erhält absolut volle Punktzahl. Einen Babybereich mit Mikrowelle und Gläschenwärmer stehen für Eltern mit Säuglingen oder Kleinkindern bereit. Hier kann man individuell die Nahrung zubereiten. Das Kinderbesteck war sauber (siehe Fotos in der Galerie), die Geräte auch. Diesen Service haben wir in keinem anderen Restaurant so gesehen.

Der fiese Kunde mit dem Rumpsteak

Wir haben uns über ein zu trockenes Rumpsteak beschwert. Wir wollten testen, wie man reagiert, wenn man Essen zurück bringt. Man bot uns anstandslos ein neues Stück Fleisch an. So einfach gaben wir als Meckerkunde nicht auf. Wir wollten lieber Hackbällchen haben. Man erfüllte uns den Wunsch und zahlte anstandslos die Differenz zum teuren Steak aus. Das Personal war dabei stets freundlich.

Testergebnis: Süßes gewinnt!

Wir testeten fünf Tage lang, zu verschiedenen Zeiten, das Ikea-Restaurant Berlin-Lichtenberg. Die Sauberkeit und Hygiene im gesamten Restaurant war tadellos. Das Essen einfach, stets warm und vom Preis her noch angemessen. Am meisten überzeugten die Desserts und schwedischen Waffeln. Lecker! Die Getränke an den spritzenden Automaten könnten besser deklariert werden. Zuckerfreie Getränke – neben Wasser – sollten in das Automatenangebot, gerade in den Sommermonaten, aufgenommen werden.

Der Baby- und Kleinkindbereich ist eine tolle Sache und hatte uns sowie die Familien völlig begeistert. Mit speziellen Kunden, die unzufrieden waren, ging man professionell um. Ein Besuch im Ikea-Restaurant kann von uns klar empfohlen werden. Im Test orderten wir zwei Kinderteller und zwei Erwachsenen-Portionen sowie vier Getränke und Desserts. Dafür zahlten wir zwischen 16,40 und 26,95 Euro.

Fotos: Adler

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