Stefan Raab stand wie niemand anderes in den letzten zwei Jahrzehnten für kreative Fernsehunterhaltung und vor allem Spaß. Der 48-Jährige hatte überraschend sein Karriere-Aus zum Jahresende bekannt gegeben. Das hatte zur Folge, dass die derzeit 230 Mitarbeiter der Produktionsfirma Brainpool über Entlassungen informiert wurden. Insgesamt 80 Angestellte sollte es mindestens treffen.

Keine Abfindungen für Mitarbeiter

Nun sollen nach einem Bericht vom Express, viele Mitarbeiter die Kündigungen nicht akzeptieren. Beim Kölner Arbeitsgericht sollen inzwischen 49 Klagen eingegangen sein. Laut dem Blatt waren den 5. August bereits sechs Gütetermine anberaumt worden. Weitere Termin wären bereits festgelegt. Die Stimmung scheint am Boden in Raabs Produktion zu sein. Denn von den betriebsbedingten Kündigungen, werden über die Hälfte nun rechtlich angefochten werden. Weitere Klagen könnten folgen. Denn Brainpool produziert nicht ausschließlich für Stefan Raab. Hätte man genügend Kapazitäten für die gekündigten Mitarbeiter bei anderen Projekten? Sind Abfindungen zu zahlen? Wurde sozial unausgewogen betriebsbedingt gekündigt? Viele Fragen, die es im Gericht zu klären sein wird. Kein schöner Abgang für Stefan Raab. Inzwischen wird berichtet, dass die ersten Gerichtstermine ohne Einigung verliefen. Abfindungen an die betroffenen Mitarbeiter solle man abgelehnt haben.

Auch Freie und Dienstleister betroffen

Zum Raab-Universum gehörten nicht nur die Angestellten von Brainpool, sondern viele freie Mitarbeiter und auch Dienstleister, die seine Events organisiert und produziert haben. Somit endet für weitaus mehr Mitarbeiter am Jahresende der Job. Raab hatte im Juni angekündigt, sich aus dem TV-Geschäft zurückzuziehen. In einem Schreiben erklärte er über die ProSieben-Pressestelle: „Ich habe mich entschlossen zum Ende dieses Jahres meine Fernsehschuhe an den Nagel zu hängen.“

Kein neuer Moderator für TV Total

Für ProSieben wird der Abgang ebenfalls ein Desaster werden. Denn Raab stand für die meisten Unterhaltungssendungen und war Identifikationsfigur des Senders. Mit den Wegfall der vielen Shows, wird man gerade an den Wochenenden wieder verstärkt auf Spielfilme zurückgreifen müssen. Auch die Sendeplätze für „TV Total“ müssen neu gefüllt werden. In Foren und von Fans wurde vorgeschlagen, die tägliche Show doch einfach durch einen anderen Moderator zu ersetzen. Doch auch „TV Total“ wird wohl zu Grabe getragen werden. Denn die Entlassungswelle bei Brainpool deutet temporär auf keine Fortsetzung hin.

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