Winterkorn bedauerte, auch um den Image-Schaden kleinzuhalten

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen in den USA hat heute im Automobilsektor ein Beben an der Börse ausgelöst. Der VW-Aktienkurs fiel an zwei Tagen um jeweils unglaubliche 20 Prozent. Der Sachverhalt: Die US-Bundesumweltschutzbehörde Environmental Protection Agency (EPA) und der Bundesstaat Kalifornien werfen dem Autohersteller vor, in den USA bei 482.000 Diesel-Fahrzeugen mithilfe einer speziellen Software die Messergebnisse bei Abgastests manipuliert zu haben, um so die strengen Grenzwerte einhalten zu können. Mittlerweile hat der VW-Konzern zugegeben, diese Software in elf Millionen Dieselautos eingebaut zu haben. Fraglich ist, ob der Konzern tatsächlich eine mögliche Strafzahlung von 18 Milliarden Dollar auferlegt bekommt. Theoretisch wäre das möglich.

Winterkorn trat von seinem Posten zurück, ohne angeblich selbst etwas von den Manipulationen gewusst zu haben. Er machte Platz für einen Neuanfang. Der VW-Vorstand hat wohl einen Nachfolger gefunden. Am morgigen Freitag soll der Porsche-Boss Matthias Müller offiziell auf der VW-Aufsichtsratssitzung als Winterkorn-Nachfolger präsentiert werden. Zuvor hatte der ehemalige VW-Chef die Flucht nach vorne angetreten: "Ich persönlich bedaure zutiefst,  dass wir das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit enttäuscht haben." 

Diesel müssen auf den Prüfstand

Bundesverkehrminister Dobrindt hat als Konsequenz aus dem US-Skandal nun das Kraftfahrtbundesamt beauftragt, bei den VW-Dieselmodellen umgehend strenge spezifische Nachprüfungen durch unabhängige Gutachter zu veranlassen. (sinngemäßes Zitat). Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat den Volkswagen-Konzern aufgefordert, den Sachverhalt möglichst schnell aufzuklären. Der Nabu schließt nicht aus, dass neben VW auch anderer Hersteller manipulieren- auch in Europa. Daimler und BMW sehen sich selbst nicht betroffen, der in der Presse beschriebene Sachverhalt trifft demnach auf keinen der beiden Automobilhersteller zu. Im Augenblick dreht sich alles um das Fehlverhalten bei VW. So hielt Autoexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer den Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn bereits bei Bekanntwerden des Skandals für nicht mehr tragbar. Dieser habe entweder von den Manipulationen gewusst, oder aber er sei ahnungslos und habe seinen Geschäftsbereich nicht im Griff., so Dudenhöffer in einem Interview gegenüber der Frankfurter Rundschau. Winterkorn ist bzw. war für die konzernweite Forschung und Entwicklung zuständig.

Bundeswirtschaftsminister #Sigmar Gabriel und der Autor dieses Beitrages sind sich jedenfalls einig: "Das ist ein schlimmer Vorfall."

jh

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