Konkurrenz belebt das Geschäft. Offensichtlich nur noch dann, wenn man davon profitiert. Für Amazon sind Apple TV und Chromecast ein Dorn im Auge. Die Streaming-Geräte ermöglichen Video-on-Demand Dienste am Fernseher. Weil Apple und Google aber das hauseigene "Amazon Prime Instant Video" auf ihren Geräten nicht installieren, werden die Produkte nun Ende Oktober aus dem Amazon-Kaufhaus verbannt.

Niemand darf verkaufen

"Wir wollen eine Verwirrung bei Verbrauchern vermeiden und werden nur noch Geräte verkaufen, die unseren eigenen Video-Service unterstützen", erklärte Amazon. Das ist nett umschrieben. Denn es erweckt schon den Eindruck, dass man hier unliebsame Konkurrenz loswerden will. So untersagt Amazon auch den Marketplace-Verkäufern, nach dem 29. Oktober 2015 Apple TV und Google Chromecast zu verkaufen. Niemand darf mehr die Produkte ab den genannten Datum auf amazon.de anbieten.

Kein Problem mit Maxdome und Netflix

Amazon baut sein Streaming-Angebot massiv aus und investiert Millionen in Serienproduktionen. Da möchte Amazon schon bei den Streaming-Produkten, die auf der Plattform verkauft werden, vertreten sein. Amazon hat zum Beispiel kein Problem damit, anderen Konkurrenten wie Maxdome oder Netflix auf seine firmeneigene "Fire-TV-Box" zu lassen. Die Unternehmen entrichten Gebühren an Amazon. Google und Apple TV verkaufen jedoch gewinnbringend auf Amazon, verweigern aber deren Dienst auf ihren Geräten. Klingt erstmal fast wie eine notwendige Maßnahme von Amazon. Trotzdem sollte sich das Onlinekaufhaus nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Ein verkaufter Chromecast-Stick über den Marktplatz, wirft immerhin noch Provision ab.

Seit Jahren mit der Filmindustrie im Clinch

Und auch wenn Amazon in Serien investiert, so hat der Konzern den Ruf für den harten Umgang mit der Filmindustrie weg. Das größte Internetkaufhaus der Welt nutzt nur zu gern seine Marktmacht aus und blockiert schon mal den Vorverkauf von Disney-Filmen oder legt sich regelmäßig mit Warner Bros. an. Es freut die Kunden, dass man in Deutschland mit "Prime" für 49,00 Euro im Jahr nicht nur den kostenlosen und schnelleren Versand erhält, sondern den Video-on-Demand Service von Amazon umfangreich nutzten kann. Lizenzgeber und Filmstudios ärgert das.

Google fliegt pünktlich zum Verkaufsstart 

Der Rauswurf aus Amazon trifft vor allem Google hart. Denn kommende Woche soll auch in Deutschland der "Google Chromecast 2015" in den Verkauf gegen. Der Streaming-Stick ist überarbeitet worden und bekam ein neues Design (siehe Artikelfoto). Doch Amazon ist daran interessiert, seine Marktanteile im Streaming auszubauen. Wer da nicht mitzieht, muss sich bald eine andere Plattformen für den Verkauf suchen. Chromecast und Apple TV werden ab 29. Oktober 2015 nicht mehr bei Amazon verkauft.

Foto: Google PR

Weitere Artikel aus dem Bereich Wirtschaft und Digitales:

Sky Bundesliga jetzt über IPTV bei 1&1

Amazon wird 20 - der große Servicetest #Internet #Fernsehen