Amazon will auch den wachsenden Markt im Musikstreaming ordentlich aufmischen. Der Onlineversender bietet in seiner Prime-Mitgliedschaft für 49 Monat neben dem schnellen und kostenlosen Versand sowie Video-on-Demand, nun auch eine Million Songs zum streamen an. Und das sei erst der Anfang. Denn das Portfolio an #Musik im Streaming soll immer größer werden. Grund genug, sich bei Amazon umzuhören. 

So testeten wir:

Wir haben vier Accounts mit jeweils Prime-Mitgliedschaften inklusive gratis Monat abgeschlossen. Wir nutzten Amazon Music mit einem LG-Einsteiger Smartphone, dem Premiumgerät Sony Z3 Compact, einem Windows 10 PC sowie einem Samsung Tablet. Wir ziehen dabei nur Vergleiche zu dem schwedischen Marktführer Spotify und dem großen Konkurrenten Deezer aus Frankreich, da dies die zwei großen Anbieter in Deutschland sind.

Songauswahl: Wer sucht, der findet oft nichts

Gleich zu Anfang offenbart sich das größte Manko von Amazon Music Prime. Aktuelle Hits aus den Charts findet man nicht. Die neuesten Titel von Kiesza, Sido, Klangkarusell oder Cro sind mindestens wenige Monate alt. Das gilt auch für fast alle anderen aktuelleren Songs. Die Nummer 1 aus den Charts? Gibt es hier (noch) nicht. Aus gutem Grund: Die Plattenfirmen, allen voran WarnerMusic und Universalmusic, waren schon die kostenlosen Pakete von Deezer und Spotify ein Dorn im Auge. Da gibt es für Amazon schon gar nichts oben drauf. Und nach wie vor meiden Künstler auch die Streamingdienste, zum Beispiel Taylor Swift. Zumindest noch. Auch die Auswahl an Titeln, Alben sowie Remixe einzelner Songs ist deutlich größer beim Wettbewerber. Bei Amazon Music suchten wir oft vergeblich.

Amazon Radio: Stimmt, jetzt wo man's hört...

Vielleicht hätten wir gleich in das sogenannte Radio gehen sollen. Das bietet verschiedene Genre an - von 80ern bis zum Young Pop, vom Chill-Ambiente bis zu den Party 90ern. Wow, da kommen Songs, nach denen wir selber nie gesucht hätten. Aber man freut sich über die Ohrwürmer aus den 2000ern oder schon wieder längst vergessene Newcomer aus 2013. Solche Mischungen haben wir besonders bei Deezer vermisst, hier gibt es eher häufig Wiederholungen. Allerdings bleibt das Amazon Radio eben nur so gut, wie die Anzahl an Lizenzen es zulässt. Trotzdem: Wir konnten stundenlang am Radio von Dance und PopHits sowie den Partyhits verweilen. Klickt man den Daumen hoch bei einem Song, sollen häufigere Titel des relevanten Interpreten gespielt werden. Das stimmte. Daumen runter versprach uns weniger Musik dieser Art - stimmte auch.

Qualität: läuft stabil, könnte etwas klarer sein

Der Streaming verlief tadellos. Einige Songs kamen von der Qualität etwas schlechter rüber. Das betraf vor allem der Bereich Electro, 00-Hits sowie Rock Hits. Hier waren wir von Deezer und Spotify im kostenpflichtigen Abo manchmal einen besseren Klang gewöhnt. 

Menü: Ordnung ist die halbe Playliste

Hört man einen Song im Amazon Radio, kann man diesen in seiner Playliste direkt abspeichern. Schön ist auch der Punkt "Neu in Prime". Dort kann man hören, was gerade frisch rein gekommen ist und direkt in seine Playliste rüber switchen. Auch bei "Neu in Prime" fanden wir keine aktuellen, zumindest brandneue Songs. Aber der ein oder andere Charthit vom September war schon dabei.

Fazit: Kleiner Angriff auf die ganz Großen

Amazon Music Prime ist als neue gratis Zusatzleistung in der Prime-Mitgliedschaft ein klarer Mehrwert. Die Auswahl ist groß, für jeden Musikgeschmack gibt es ausreichend Angebote. Wer die gerade erst erschienenen Hits streamen will, kommt an Deezer und Spotify nicht vorbei. Auch die Songauswahl ist mit mehr als 30 Millionen Titeln einfach mal deutlich größer, als bei Amazon Music. Trotzdem bleibt eine Testerin von uns bei Amazon Music. Sie meint, dass sie sich die zwei, drei aktuellen Titel, die sie unbedingt hören will, einfach bei Amazon kauft und dann in ihre Liste einfügt. Immer noch günstiger als bis zu 9,99 Euro für Deezer und Spotify jeden Monat locker zu machen. So geht's natürlich auch. #Finanzen #Internet