Produktplatzierung gehört inzwischen zum Reality TV. Bei "Newtopia" fuhren die Toyota-Autos vor, bei "Germany's next Topmodel" rasiert man sich mit dem Venus-Rasierer und im Dschungel futtern die Teilnehmer ihren Pickup von Bahlsen. Der knusprige Keks mit knackiger Schokolade. Soweit, so lecker. Allerdings sind den Sendern bei der Produktplatzierung Grenzen gesetzt. Bei #RTL habe man es laut Verwaltungsgericht Hannover eindeutig übertrieben mit dem Keks.

Vorfall bereits in 8. Staffel

Die Richter befassten sich dabei um Produktplatzierung, die bereits im Jahr 2014 erfolgte. Bei der 8. Staffel kritisierte die niedersächsische Landesmedienanstalt (die Aufsichtsbehörde des Privatsenders) den Sender RTL, er habe das Produkt Pickup in "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" zu stark hervorgehoben. So habe der Sender die Dschungelstars viel zu lange dabei gezeigt, wie sie sich über den Keks gefreut haben und sich darüber positiv äußerten - immer und immer wieder. Das Produkt des Herstellers Bahlsen wurde dabei regelmäßig eingeblendet.

Keine Abgrenzung zur klassischen Werbung mehr

Die Richter gaben der Landesmedienanstalt Recht und urteilten, dass der Pickup-Keks tatsächlich in unzulässiger Weise hervorgehoben wurde. Zwar habe der Rundfunkstaatsvertrag RTL die Produktplatzierung im Sinne einer starken Hervorhebung erlaubt. Aber die Abgrenzung zur klassischen Werbung sahen die Richter im Fall der Dschungelshow-Ausgabe als viel zu stark überschritten. Dabei gilt eine Herausstellung eines Produkt als viel zu stark, wenn der Werbezweck das Sendungsgeschehen dominiert. Das war im Ausschnitt (Titelbild) von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" offenbar der Fall.

Pickup auch noch im Dschungeltelefon thematisiert

Wer nun denkt, dass die Freude über den Pickup Riegel schon zu viel war, irrt. Das bemängelten die Richter nicht. RTL habe aber die Grenze zur unzulässigen Produktplatzierung ab da überschritten, als sich die Kandidaten im "Dschungeltelefon" noch voller Lobes über den Keksriegel äußerten. Der Verstoß könnte nun Konsequenzen für RTL haben. RTL-Sprecher Christian Körner teilte dem Medienmagazin dwdl.de auf Nachfrage mit: "Obwohl das Placement in weiten Teilen zulässig ausgestaltet war, überschritten einzelne Äußerungen aus Sicht des Gerichts das zulässige Maß. Sobald uns die Begründung im Detail vorliegt, werden wir sie prüfen und über weitere Schritte entscheiden."

Foto: RTL

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