Passt nicht, tausch ich!

Die Seite von Zamaro ist sehr ansprechend und professionell aufgebaut. In einem kleinen Einführungsvideo wird schnell erklärt, wie das Geschäftsmodell funktioniert: Frau gibt ein Kleidungsstück einer Marke ein, bekommt eine Punktzahl offeriert und für die gleiche Punktzahl verschiedene Markenkleidungstücke mit der gleichen Punktzahl vorgestellt. Bezahlen braucht Frau demnach nur die Verpackung und den Versand - alles ganz einfach also. 

Siehe dazu auch die Videoanleitung

Denkste! Für Männer nämlich nicht. Möchte man sich registrieren und akzeptiert die AGB und Datenschutzbedingungen, dürfte man sich als Mann nicht registrieren. So verliert die Betreiberin rund 50 % ihrer möglichen Kunden, was kaufmännisch betrachtet nicht gerade von Vorteil ist. Aber gut, das muss man als Mann ja auch nicht unbedingt haben. Es handelt sich also um ein reines Angebot für Frauen. Nach 6 Monaten verfallen allerdings für Basicmitglieder die Punkte, sollte man sich nicht für ein gleichwertiges Kleidungsstück, Tasche oder Schuhe entschieden haben.

Diese im Grunde geniale Idee einer Tauschbörse für Kleidung, Taschen und Schuhe hat was für sich. Klamotten die nicht gefallen, passen oder sonst wie der Besitzerin nicht in den Kram bzw. in den Kleiderschrank passen - einfach auf einer Tauschbörse anbieten, Punkte kassieren und diese bei einer Bestellung wieder einlösen. Doch hier zeigen sich laut der Verbraucherzentrale NRW schon die ersten Fallstricke. Es soll einem Glücksspiel gleichen, indem es neben dem Tauschen, auch um Täuschung gehe. Auch würden nach Auskunft der Verbraucherzentrale nur saubere neuwertige unbeschädigte Damenartikel von Zamaro akzeptiert. Gleichzeitig würde man der Wahre verlustriert, sollten die nicht einsehbaren Kriterien von wegen neuwertig und einwandfrei nicht passen, da man aufseiten Zamaros aus Kostengründen keine Lagerung und Rückversand zum Absender veranlassen könne. Somit kommt zu den Versandkosten auch noch der Verlust der Kleidung hinzu, heißt es bei der Verbraucherzentrale NRW weiter.

Kritisiert wird auch die Zamaro Währung. Hier geht es um eine Punktewährung, eine Art Tausch-Währung bei Zamaro. Oftmals würden falsche bzw. nicht gerechtfertigte Punkte für die einzelnen Kleidungsstücke berechnet. Eine Markenkleidung erhielt demnach schon mal eine viel zu niedrige Punktzahl, wohingegen die Markenkleidung eines anderen bekannten Herstellers in gleicher Qualität, wesentlich höher berechnet würde. Auch würden sich viele Kundinnen über den schlechten Zustand der Ware beklagen. Hier reichen die Beanstandungen von mangelhafter und löchriger Kleidung, bis hin zu üblen Gerüchen und falschen Größenangaben.

Wenn was nicht passt oder sonstige Mängel aufweist und diese wieder zurückschickt, muss Frau nochmals in die Geldbörse greifen, denn auch die Kosten für den Rückversand zu Zamaro muss der Käufer alleine tragen. Der größte Kritikpunkt aber ist wohl die Abofalle von Zamaro.

Zitat: "Der Dreh: Kurz vor dem Klick auf den 'Kaufen'-Button erscheint am rechten Rand ein kleingedruckter Text in dem es heißt: 'Lasse ich in den nächsten sieben Tagen nichts von mir hören (Anruf genügt), startet Zamaro automatisch die vierundzwanzigwöchige SwapPLUS-Mitgliedschaft'."

Und für die sind satte 384 Euro zu berappen, 24 Wochen lang jeweils 16 Euro. Die Verbraucherzentrale NRW hält dieses untergejubelte Abo für unrechtmäßig - auch wenn Abonnenten Pack- und Versandkosten erlassen werden. Gleichzeitig verliere der Käufer mit einem weiteren Trick sein Widerrufsrecht, was die Düsseldorfer Verbraucherschützer für genauso juristisch unhaltbar halten. DS

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