Ja, die Überschrift ist ziemlich provokant. Was mir da wohl einfällt?! Die #Berliner Sparkasse, immerhin eine Anstalt des öffentlichen Rechts, betreut nach eigenen Angaben jeden zweiten Bankkunden in der Hauptstadt. Und damit wir uns hier nicht missverstehen: Service darf etwas kosten. Die Berliner Sparkasse hat ein dichtes Filialnetz. Ob das noch zeitgemäß ist, sei mal dahin gestellt. Aber viele hundert Mitarbeiter sind täglich für die Sparkassenkundschaft da. Das muss finanziert werden, keine Frage. Allerdings wie die Sparkasse ihre anstehende Preiserhöhung als Marktführer vermittelt, ist schon unverschämt. 16 Filialen besuchte ich in Berlin - erklärte, ich will Banking vor allem mit dem Smartphone, benötige eine MaestroCard sowie Prepaid Kreditkarte. Schade, die Bank hat mich nicht verstanden.

Filiale schickt mich weg

Die Sparkasse bewirbt bei mir zunächst ihr "Giro Pauschal"-Konto, was alle bisherigen Leistungen abdeckt. Allerdings hebt die Bank die Gebühren von monatlich vier auf sieben Euro an. Das sind fast 75 Prozent mehr. Das verschweigt man mir. Die Berliner Sparkasse am Alexanderplatz erklärte mir schwammig, dass es eine Übergangsfrist gibt. Fakt ist: Wer bis Dezember als Bestandskunde nicht wechselt, der zahlt sehr wohl den höheren Preis. Ich als Neukunde sofort. Visa Prepaid gibt es für über 21-Jährige (darunter kostenlos) für 3,50 Euro zusätzlich. Die Sparkasse im Berliner Eastgate empfiehlt hier nach Ablehnung von mir halt das Konto "Digital" für nur 3 Euro. Aber bitte von zu Hause am PC. In der Filiale ginge nur das "pauschale" Konto. Tatsächlich werde ich nach Hause geschickt. Dass die Sparkassenkarte bei dem "Digital" Konto mit 8,50 Euro pro Jahr bezahlt werden muss, lese ich im Prospekt. Ebenso die monatliche Gebühr für die Visa Prepaid. 

"Individual"-Konto lieber nicht ansprechen

Nur eine einzige Filiale erwähnte das Konto "Individual". Es kostet 1 Euro und ist auf den ersten Blick preiswert. Aber: Jede Transaktion - ob Überweisung, Lastschrift oder Geldabhebung - kostet mindestens 0,30 Euro je Vorgang. Auf Nachfrage, warum man so ein Modell einführt in Zeiten, wo Smartphonebanken wie Avuba oder N26 den Berliner Bankenmarkt aufmischen, kam als Antwort: "Für Wenignutzer kann sich dieses Konto im Einzelfall rechnen". Aber selbst "Individualisten" müssen hier die Sparkassenkarte noch extra mit 8,50 Euro pro Jahr berappen. Und dann gesteht die Sparkasse in der Mehrower Allee weiter: "Wir sollen dieses Kontomodell aber nicht aktiv ansprechen." Dann wollen wir auch dort besser nicht weiter stören.

Fazit:

Die Berliner Sparkasse hat eine Preiserhöhung vorgenommen. Basta! Mehrleistungen gibt es nicht. In allen getesteten Filialen hat man zuerst das teuerste Kontomodell angesprochen und unseren Bedarf erst danach analysiert. Vier Filialen wollten uns lieber eine Visa Karte mit Kreditrahmen aufdrängeln, sie sei mit 3,25 Euro billiger. Eine Filiale in Lichtenberg sagte, dass die Akzeptanz bei der Visa Gold für 6,50 Euro am höchsten sei. Ich bin Mitte 20 und wirkte auf die Berater scheinbar solvent, aber doof genug. Diese Aussage war nämlich dreist und falsch. Denn lediglich Offlinezahlungen oder Mietwagen- und Hotelbuchungen sind bei Prepaidkreditkarten in Einzelfällen eingeschränkt, wenn nicht genügend Guthaben für Kautionen vorhanden ist. Das kann aber bei einer Visa Gold ebenso passieren, wenn die Kreditlinie knapp ist. Die Sparkasse handelte aus meiner Sicht ganz klar mit Fokus auf Mehreinnahmen. Mitarbeiter sollen, so meine subjektive Empfindung, wohl nach einer Sprachregelung beraten. Meine Bedürfnisse blieben damit fast immer zweitrangig. Keine Bank für mich mehr. Und ohnehin bald zu teuer.

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