Wir hatten über ominöse Professuren und fragwürdige Doktortitel an der privaten ##Quadriga-Hochschule in #Berlin berichtet. Besonders der Fall des #Prof. Dr. Thorsten Hofmann war uns nicht koscher erschienen. Die Aufnahme von Ermittlungen des Berliner Senats für Bildung waren die Folge, jetzt zog die #Quadriga halbherzig die Notbremse.

Zack und der Titel war weg

Hastig tilgte die #Quadriga-Hochschule den Professorentitel des Herrn ##Thorsten Hofmann, vergessend, dass das Internet nichts vergisst (siehe Webarchiv der Quadriga Hochschule). Eine gute Krisenkommunikation, für die Herr Hofmann das Aushängeschild der Quadriga ist, geht irgendwie anders. Man mag kaum glauben, dass tatsächlich ein Mann in Berlin als "Prof. Dr." an einer Privathochschule firmiert hat, der seine akademischen Weihen aus einer Gastprofessur im vor allem landschaftlich schönen Guadalajara in Mexiko ableitet. Aufgrund unserer Recherchen gehen wir derzeit davon aus, dass auch die Tage des slowakischen Doktortitels des Lehrbeauftragten Thorsten Hofmann gezählt sein könnten. Am Ende entscheidet dies alles der ermittelnde Berliner Senat; als Journalisten können und wollen wir nur berichten.

Warum erst jetzt?

Die Frage, die sich nun aber sehr laut stellt, ist diese: Wieso hat die #Quadriga-Hochschule erst jetzt reagiert? Werden dort die Qualifikationen und die rechtliche Sattelfestigkeit des eigenen Personals - auch zu dessen Selbstschutz - nicht überprüft? Denn es war, und das ist kein Geheimnis, ein Leichtes festzustellen, dass hier eventuell etwas nicht stimmt. Wir arbeiten mit einem privaten "Plagiate- und Titelprüfer" zusammen. Auf unserem Schreibtisch stapeln sich weitere Fälle. Es ist fast unglaublich, was in Deutschland (und auch in der Schweiz, dazu bald mehr) alles durchrutscht. Müssen wir jetzt auch die restlichen Professorinnen und Professoren der #Quadriga-Hochschule in die Prüfung geben? Hat eine gewisse Schludrigkeit dort System? Oder ein bewusstes Nichtwissenwollen? Wir wissen es (noch) nicht, aber bleiben dran.

Man ist betroffen

Am Beginn der Recherchen waren wir skeptisch und glaubten, unser Plagiate- und Titelprüfer übertreibt maßlos. Inzwischen denken wir sogar daran, einen eigenen Mitarbeiter nur für solche Fälle einzustellen. Das alles ist einfach kaum zu glauben, wenn man als Deutscher auf ein System von Recht und Ordnung vertraut. Es wäre uns lieber, andere Ergebnisse wären das Resultat gewesen. Solche Themen schmerzen auch die Berichtenden. Doch eines werden wir jetzt nicht tun: alle Fünfe gerade sein lassen. Weitere Fälle werden aufgedeckt werden. Landesweit. So oder so.