Wer die Nachrichtenlage zur US-Wahl in den letzten Wochen verfolgt hat, sieht sich mit den wildesten Spekulationen, Gerüchten und Szenarien konfrontiert. Von den Medien wird jede Änderung der Kurse mit wilden Interpretationen begleitet, welche Äußerung der beiden Kandidaten für das Amt des US-Präsidenten denn nun für Hoch und Tief verantwortlich ist.

Warum Trump (vielleicht) die US-Wahl gewinnt

Diese Vorgehensweise ist nicht neu, und wird zu jedem politischen Ereignis als verzweifelter Versuch bemüht, eine Erklärung für etwas zu finden, das im Grunde nur einem ganz simplen Prinzip folgt: Dem von Angebot und Nachfrage. Ich will nicht ausschließen, dass es dort draußen Marktteilnehmer gibt, die ihre Befürchtungen über den Ausgang der Wahl in ihre Entscheidung, eine Aktie zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen, mit einfließen lassen. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass sich bei einem Unternehmen wie z.B. General Electric in den Stunden nach der Entscheidung über den Wahlsieg nicht so viel verändern dürfte, dass hier größere Abschläge auf den Aktienkurs gerechtfertigt wären. Es sind vermutlich noch genau so viele Vermögenswerte vorhanden wie am Tag zuvor, bis auf ein paar Ausfälle wohl auch eine vergleichbare Anzahl an Mitarbeitern, und die Ausfälle wurden weder durch Trump, noch durch Clinton verursacht.

Nun heißt es ja, dass an der #börse die Erwartungen für die Zukunft gehandelt werden. Aus diesem Grund wachsen Unternehmen wie McDonald's wohl eher langsam, da die Welt nun fast bis in den letzten Winkel mit entsprechenden Schnellrestaurants zugepflastert ist. Ein Unternehmen wie Tesla, dessen CEO Elon Musk mit Mann und Maus zum Mars fliegen will, erreicht da schon ein höheres Wachstum. Eventuell sieht man bei den Restaurantketten ja Potential für ein Joint-Venture ... Hunger hat der Mensch sicher auch im Weltall. Doch ich schweife ab, es ging ja um den Chart des (auf dem Bild) IWM, ein ETF der den Russell 2000 Index abbildet. Warum der ETF und nicht der Index? Ich arbeite leidenschaftlich gerne mit dem Trading-Desk von Traderfox, der mir als Quelle für das Bild dient. Auf der Plattform habe ich den Russell2000 Index nicht gefunden, und aus dem Grund auf den IWM zurück gegriffen. Die Chartbilder unterscheiden sich nicht so sehr, dass die Aussage in diesem Artikel weniger signifikant wäre.

Da die Medien ja den Ausgang der Wahl als Grund für die Kurbewegungen heranziehen, habe ich mich entschlossen, den Ausgang der Wahl mit einem Chart zu prognostizieren. Dies ist bitte nicht ganz ernst zu nehmen und stellt auch keine Empfehlung für Ihr Anlageverhalten dar. Ich selbst bin im Russell über eine Optionsstrategie positioniert, also mit meiner Meinung auch ein klein wenig befangen. Wie der geneigte Leser auf dem Chart erkennen kann, hat sich der Aufwärtsdrang des Index seit dem Sommer 2016 abgeschwächt und ist gegen Ende September zum Erliegen gekommen. Die tieferen Hochpunkte im Oktober lassen auf einen Trendwechsel schließen (blaue Kurve über den Kursen). Die parallelen blauen Linien unter dem Chart kennzeichen eine Unterstützungszone, die mit drei Punkten noch keine hohe Relevanz darstellt, jedoch in Kombinaton mit den fallenden Hochpunkten schon auf einen Bruch des Aufwärtstrends hindeutet.

Nun gibt es nach einem solchen Bruch oft einen "Pullback", also einen Rücklauf von unten an die ehemalige Unterstützung, die nun einen Widerstand darstellt. Im Chart gekennzeichnet durch den kleinen roten Pfeil. Ich vermute, dass der Russel morgen im Handel noch einmal den Bereich um 1200-1220 Punkte anlaufen wird, um dann am Tag nach der Wahl (!) wieder Abwärts zu rauschen. Diese Prognose bedeutet, dass Trump die Wahl gewinnt, und alles ohne Glaskugel und Kaffeesatz. Wer dennoch ernsthaft an ein Investment in den Aktienmärkten denkt, sollte beachten, dass bei 1100 und 1050 Punkten wieder stärkere, "runde" Unterstützungen lauern und meiner Meinung nach bei einem Wahlsieg von #Donald Trump aus diesen Unterstützungen heraus neue Hochs lauern. #US-Wahl