Eine moderne Boeing 777-200ER der #Malaysia Airlines mit der Flugnummer #MH370 startet in der Nacht vom 7. auf den 8. März 2014 zu einem Routineflug in Richtung Peking. Der Nachtflug steht täglich im Flugplan, die Passagiere sehen aus den Fenstern die Lichter des Festlands von Indonesien verblassen und bereiten sich auf sechs Stunden Nachtruhe bis zur Landung in China vor. Doch plötzlich, in wenigen Augenblicken, schaltet sich die gesamte Ortungstechik aus, der Flieger dreht über dem Meer ab, geht in einen Steigflug und löst sich in Luft auf. Seit der Premierminister von Malaysia, ohne wirklich harte Beweise erklärt hatte, dass MH370 in Richtung der Antarktis geflogen und auf dem Weg dorthin ins Meer gestürzt sei, gilt das Kapitel vielen Menschen als geschlossen.

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An einigen afrikanischen Stränden angespülte Teile scheinen das Bild rund zu machen. Allerdings wäre es ein Irrtum, den Fall als erledigt zu betrachten, wie die seriöse französische Journalistin Florence de Changy minutiös aufgearbeitet hat. Das Verschwinden des Fluges MH370 ist weiter ungeklärt und bleibt das größte Rätsel in der Historie der Luftfahrt. Aktuell konkurrieren diverse Hypothesen zum Schicksal von MH370, die sich teils sogar widersprechen.

  • Die gängigste Idee vermutet MH370 auf dem Grund des Indischen Ozeans. Ein im Süden Afrikas angelandeter Vorflügel und einige andere Wrackstücke sollen der Beleg für diese Theorie sein. Doch müssen diese keineswegs von MH370 stammen, wie die kritischen Arbeiten von de Changy zeigen, welche sie auch in einer Diskussion auf der Hong Kong Book Fair für jeden offen darlegt. Ihre Statements sind u.a. auf YouTube abrufbar.
  • Manche Träumer vermuten, dass sich das Flugzeug komplett intakt in den Ozean geschraubt habe. So etwas ist bislang noch nie passiert, denn Wasser ist bei hoher Geschwindigkeit so hart wie Beton. Dies ist also maximal eine wilde Spinnerei von Rechenmeistern.
  • Fans von Verschwörungen meinen, Flug MH370 sei auf eine Militärbasis entführt worden und die Geheimdienste würden die Strippen ziehen. Diese Leute beachten jedoch nicht, dass es viele konkurrierende Geheimdienste gibt, die alle Satelliten im Orbit haben. In diesem Fall hätte ein Geheimdienst den anderen verraten. Punkt. Jede weitere Spekulation scheitert an diesem Fakt.
  • Plausibel sind dagegen einige Entführungstheorien. Diese reichen von klassischen Hijackings über misslungene 9/11-Szenarien bis zur ersten "Cyberentführung" der Welt. Bei einer solchen wäre der Flieger vom Boden oder aus der Fluggastkabine durch Hacker mittels Computer übernommen worden. Die Piloten wären dagegen machtlos gewesen.
  • Die Möglickeit, MH370 sei absichtsvoll von einem geisteskranken Kapitän oder Copilot mit Vorsatz im Ozean versenkt worden, also das Germanwings Szenario, wird gerne zitiert, es ist aber faktisch beleg- und haltlos. Neuerdings findet sogar eine konkurrierende These Anhänger, nach welcher der manchen als verdächtig erscheinende Captain ein wahrer Held gewesen sei, der einen Anschlag à la 9/11 torpediert habe.

Alles nur Kopfakrobatik?

Dies alles sind unbewiesene Gedankenspiele.

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Florence de Changy geht sogar so weit, die "Theorie der südlichen Flugroute" - trotz gefundener Trümmer - glaubhaft in Frage zu stellen. Welches Schicksal auch immer Passagiere und Crew des Fluges MH370 zugekommen sein mag, so ist nach bald drei Jahren festzustellen: Es gibt keine abschließenden Antworten, so unbefriedigend und unheimlich dies auch sein mag.

Ernüchterndes Zwischenfazit?

Viele bisherige Thesen waren wertlos, wenn nicht sogar irreführend. Die Untersuchungen sind heute kaum weiter als 2014. Wenn auf etwas das Wort "Mysterium" passt, dann auf diesen Fall. Man lasse sich daher von zu Erklärungen etikettiererten Spekulationen besser nicht in den Glauben versetzen, das Rätsel sei auch nur ansatzweise geklärt. Vielleicht werden wir nie erfahren, was mit MH370 geschehen ist. Doch das ist allemal besser als jeden Tag eine neue Hypothese aufzustellen. #Absturzursache