Jeder denkt, dass nach dem Ende des kostenintensiven Studiums eine andere Zeit beginnt, nämlich die Zeit mit einem angemessenen Gehalt, das zur Qualifikation und zu den Fachkenntnissen passt. Die Realität sieht aber oft anders aus, ein #Mindestlohn für freiberufliche Journalisten fehlt und in Jobbörsen für Journalisten werden nicht gerade selten Mitarbeiter gesucht, die sehr qualifiziert sein sollen und Artikel ab 1 Cent pro Wort erstellen sollen. Meistens gibt es trotz dieses niedrigen Wortpreises mehr Bewerber als erwartet. Der Auftraggeber hat dann die freie Wahl, wer einen zu niedrigen Preis pro Wort nicht akzeptiert, erhält den Auftrag einfach nicht, weil es noch viele andere Bewerber gibt, die auf die Aufträge angewiesen sind. Eigentlich ist der Preis pro Wort schon unkorrekt, weil das Honorar aufgrund der unterschiedlichen Länge der Wörter pro Zeichen ausgehandelt werden müsste. Aber aus Kostengründen bevorzugen die Auftraggeber oft den Wortpreis. Die Recherche für einen Fachartikel nimmt ebenso wie das anschließende Erstellen des Fachartikels und das spätere Korrektur lesen wertvolle Zeit in Anspruch, die mit einem Preis von 1 Cent pro Wort gar nicht abgedeckt ist.

Der Mindestlohn würde das Basiseinkommen für freiberufliche Journalisten sichern

Wer als freiberuflicher Journalist tätig ist, hat immer wieder mit Schwankungen in der Auftragslage zu kämpfen. Im Gegensatz zu den angestellten Journalisten, die auf jeden Fall den Mindestlohn und weitere Zahlungen erhalten, egal ob es gerade Aufträge gibt oder nicht, werden die freiberufliche Journalisten selbst dann geringer bezahlt, wenn sie aktiv schreiben. Bei einer schlechten Auftragslage sind freiberufliche Journalisten gewissermaßen gezwungen, auch Aufträge mit einem sehr niedrigen Preis pro Wort und sehr hohen Anforderungen anzunehmen. Der Arbeitsmarkt lässt das zu, weil es seltsamerweise für freiberufliche Journalisten nicht einmal den Mindestlohn gibt. Der Mindestlohn für freiberufliche Journalisten würde Dumpingpreisen bei der Auftragsvergabe verhindern und die Zahlung eines angemessenen Honorars fördern. Freiberufliche Journalisten wären auf diese Art und Weise vor zu niedrigen Wortpreisen, die sie bei einer schlechten Auftragslage leider akzeptieren müssen, geschützt.