Bereits Anfang Februar wurde das Urteil um das Großprojekt Elbausbau zwischen Hamburg und Cuxhaven mit Spannung erwartet. In Leipzig fiel das Urteil aufgrund der Verantwortung gegenüber des Erhalts der biologischen Vielfalt zu Gunsten der Umweltverbände aus. Die Misaachtung der Umweltauflagen macht dem Schaffen neuer Arbeitsplätze einen vorläufigen Strich durch die Rechnung. Denn weltweit wird auch der Umweltschutz zu einem wichtigen Thema.

Doch was ist Schierlings-Wasserfenchel und wieso ist er für das Ökosystem Nord-Elbe so wichtig?

Im Naturschutzgebiet Auenlandschaft Nordelbe wächst derzeit der weltweit einzigartige Schierlings-Wasserfenchel. Seit 1996 wurde der Wasserfenchel auf der Roten Liste für Farn- und Blütenpflanzen in Deutschland als 'vom Aussterben bedroht' bewertet. Bereits ein Jahr vor Beginn der Planungen zur Vertiefung der Elbe. Das Vorkommen der Pflanze ist auf das tidebeeinflusste Nordelbufer begrenzt und deren Lebensraum wird durch den geplanten Ausbau zerstört. Daher müssen nun die Planer des Millionenprojekts wiederholt nachbessern und geeignete Ausgleichsflächen finden.

Wieso diese Pflanze geschützt ist und welche Kriterien eine Ausgleichsfläche erfüllen muss

Laut den Fauna-Flora-Habitat Richtlinien, kurz FFH, hat der Erhalt und die Entwicklung der Population höchste Priorität. Geeignete Biotope werden jedoch durch tiefgreifende Veränderungen wie Schafweiden, Unterbindung von Prielbildungen beim Deichbau, Befestigung von Ufern sowie Öl- und Treibstoffunfälle reduziert. Dies bereitet nun Schwierigkeiten, denn die Ausbreitung der endemischen Pflanzenart bedarf perfekt abgestimmter Umweltfaktoren.

Die Besonderheit dieser Wasser- und Sumpfpflanze rührt von dem besonderen Wuchsort her. Diese gedeiht bevorzugt an täglich überschwemmten, strömungsberuhigten Schlickstandorten oder vereinzelt auch an ruhigen Sandufern. Außerdem ist die Bestäubung der kleinen weißen Blüten auf Schwebfliegen angewiesen.

Nach aktuellem Stand gibt es lediglich sechs, zum Teil üppige Wüchse entlang des Ufers. Im Jahr 1911 umfasste die Population noch 30 Vorkommen, die je hunderte bis tausende Pflanzen betrugen. #Umweltschutz #Elbvertiefung #schierlingswasserfenchel