Bereits seit Beginn der Finanzkrise 2008 ist es ein Thema der Sorge für viele Menschen, vor allem in den boomenden Ballungsgebieten Deutschlands: die stetig ansteigenden #Mietpreise. Studenten, Singles, die untere Mittelschicht, sie sind alle besonders stark betroffen, weil vor allem im "kleinen" und "mittleren" Segment der Wohnraumpreis explodiert ist. Das Frühjahrsgutachten des "Zentralen Immobilien Ausschusses" (ZIA) lässt zwar etwas Hoffnung aufkommen, dass diese Spirale ins Teuere bald langsamer werden könnte, sicher ist dies jedoch keineswegs. Das fünfte Jahr in Serie hätten sich die Kaufpreise laut ZIA stärker erhöht als die Mieten. Dies könne eine Immobilienblase zur Folge haben, und logischerweise abermals höhere Mieten als Sekundäreffekt.

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Dieser Trend gelte interessanterweise nur für einzelne Städte, es tut sich eine Preisschere auf. In der Fläche liege die "Kaufpreisübertreibung" bei rund lediglich sechzehn Prozent. Dies lasse sich noch als normaler Effekt von anhaltenden Niedrigzinsen und Nachholeffekten deuten, so der ZIA.

Wahnsinn in den Städten!

In den boomenden Stadtregionen steppt dagegen der Bär und die Preise schweben ins Fantastische. Alleine in der Stadt Düsseldorf liegt die "Preisübertreibung" bei 36%, so die Experten. Frankfurt am Main und der Stadtstaat Hamburg erreichen erchreckende 40%. Schlimmer noch sind die Domstadt Köln, die Bundeshauptstadt Berlin und die Schwabenmetropole Stuttgart mit 50% und, wenig verwundlich, die schon lange massiv überbewertete bayerische Hauptstadt mit 75%.

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Die Metropolen sind es!

Die Fachleute betonen, dass die Kaufpreise für Immobilien in den Metropolen und deren Speckgürtel im Umland keine gesunde Marktentwicklung zeigen. Es sehe zudem so aus, als ob bestimmte Gesellschaftsgruppen auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum die Boomregionen verlassen und in günstigere Gegenden umziehen. Der Immobilienmann Harald Simons bestätigt eine mögliche Trendwende bei den Kaufpreisen, was wiederum mittelfristig drosselnd auf die Mieten einwirken könnte. Die Experten sind ingesamt darüber aber offenbar noch uneines.

Ein Ende des Booms?

Sollte sich der Blick in die Glaskugel des ZIA bewahrheiten, wäre dies eine gute Nachricht für die meisten Menschen im Lande, jedoch eine Zeitbombe für jene, die überteuert gekauft haben und kurzlaufende Kredite abgeschlossen haben. Sollten die Preisexplosion wirklich zum Stillstand kommen oder sich gar umkehren - auch sinkende #Immobilienpreise gab es schon - und zeitgleich das allgemeine Zinsniveau ansteigen, kann mancher in den Trümmern seiner berechneten Schuldentragfähigkeit aufwachen - sie gefürchete "#Blase" könnte platzen. In den USA und Südeuropa gab es in den vergangenen fünfzehn Jahren solche Entwicklungen. Ob es so kommt, weiss kein Mensch, doch Vorsicht scheint geboten. Wir bleiben dran.