Kritiker der Photovoltaik betonen bei jeder Gelegenheit, dass die Stromerzeugung ja abhängig von der Sonneneinstrahlung ist und wir in Nordwesteuropa ja nicht gerade übermäßig viel Sonne bekommen. Natürlich ist das richtig. Genauso richtig ist aber auch, dass die größten Probleme der Stromnetzbetreiber die Tage mit starker Sonneneinstrahlung sind. Dann laufen in ganz Europa alle Klimaanlagen gleichzeitig und verbrauchen immense Strommengen in relativ kurzen Spitzenzeiten. Der Stromverbrauch bei uns wird nur zu kleinen Anteilen zur Wärmeerzeugung genutzt. Heizung und Warmwasserbereitung werden immer mehr durch Zentralheizungen mit Brennstoffen fossiler oder regenerativer Herkunft betrieben und die Strommengen für Beleuchtung sind in Zeiten von LEDs weiter rückläufig.

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Grundlast und Spitzenlast

Im Jahr 2012 setzte sich der repräsentative private Stromverbrauch im Jahresdurchschnitt folgendermaßen zusammen: Heizung und Warmwasserbereitung: 20%, Kochen, Trocknen und andere Prozesswärme: 29%, Kühlen, Gerfrieren und sonstige Prozesskälte: 21%, mechanische Haushaltsgeräte: 3%, Beleuchtung: 9%, Information und Kommunikation: 18%. (Quelle: BDEW, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft)

Der bundesdeutsche Stromverbrauch teilte sich 2015 in diese Gruppen auf: Bergbau und verarbeitendes Gewerbe: 47%, Haushalte: 26%, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen: 25%, Verkehr 2%, Landwirtschaft 2%. (Quelle: s. o.)

Die Zusammensetzung ist seit 2005 so gut wie unverändert. Probleme entstehen nicht bei der Bereitstellung der Gesamtstrommenge, sondern bei den innerhalb weniger Stunden hochschnellenden Strommengen für Klimaanlagen.

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Vor ein paar Jahren brach das italienische Strommnetz auch genau deshalb zusammen. Großkraftwerke sind nicht gerade flexibel in der Veränderung der produzierten Strommenge innerhalb weniger Stunden. Es wäre also eine automatische Flexibilisierung der Stromerzeugung zur Sättigung des Strombedarfes in Spitzenzeiten durch erheblichen Ausbau der Photovoltaikanlagen möglich.

Dezentralität

Eine elegante Lösung könnte sein, die dezentrale Stromerzeugung im Sinne eines "100.000-Dächer-Programms" den Hausbesitzern schmackhaft zu machen. Die technischen Lösungen mit Hauptstromerzeugung zur Mittagszeit und Stromspeicherung zum Eigenverbrauch nach Feierabend sind schon längst auf dem Markt erhältlich. Man müsste auch keine riesigen Solarparks mit den notwendigen Stromterassen aus dem Boden stampfen, da ja so gut wie jedes Haus in Deutschland am Stromnetz angeschlossen ist und einem Kupferkabel egal ist, in welche Richtung der Strom fließt.

Lebensdauer

Vor ein paar Monaten lernte ich in einer kölner Altstadtkneipe einen Australier kennen.

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Wir kamen ins Gespräch und er erzählte mir, er installiere große Photovoltaikanlagen in seiner Heimat. Ich fragte ihn, woher die Solarpanels bezogen werden, da ja der Markt von #china beherrscht wird. Er erklärte mir, dass in seinen Anlagen nur deutsche Panels von Solarworld verbaut würden. Die seien zwar in der Investition teurer, aber gerechnet auf die Lauflänge von etwa 20 Jahren erheblich stabiler und zuverlässiger in der Stromerzeugung und somit die günstigere Option. Sogar in Down-under wird "made in Germany" geschätzt. #Investment #Umwelt